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Gesehen: Wargames
(zu alt für eine Antwort)
Ignatios Souvatzis
2017-05-07 20:30:31 UTC
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Wargames (1983) gehoert zur Folklore meiner Generation, aber ich
habe es weiland nicht gesehen und kannte nur einzelne Versatzstuecke
aus dritter Hand.

Gestern konnte ich es nun in einer Fernsehuebertragung bewundern.

War schon nett - der Jung' hatte einen Rechner der vor-IBMPC-Zeit,
mit IMSAI-8"-Floppy-Laufwerk und liess seinen Rechner per Modem
wardiallen, um auf dem System seines Lieblingsspieleherstellers
an ein Preview zu kommen; das Maedel betrieb Aerobic als
Leistungssport, und der Grossen Computer bei NORAD(tm) hatte mehr
Blinkenlights als eine Connection Machine in meiner Phantasie.

Was mich ein wenig irritiert: Johns Rechner kann selbstaetig
waehlen, benutzt aber ansonsten einen Akustikkoppler, und es
wird gezeigt, wie er am Telefon waehlt und dann bei Bedarf den
Hoerer in den Koppler legt? Wie passt das zusammen?

-is
--
A medium apple... weighs 182 grams, yields 95 kcal, and contains no
caffeine, thus making it unsuitable for sysadmins. - Brian Kantor
Stefan Weimar
2017-05-08 05:37:18 UTC
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Hallo,
Post by Ignatios Souvatzis
Was mich ein wenig irritiert: Johns Rechner kann selbstaetig
waehlen, benutzt aber ansonsten einen Akustikkoppler, und es
wird gezeigt, wie er am Telefon waehlt und dann bei Bedarf den
Hoerer in den Koppler legt? Wie passt das zusammen?
Die Amis hatten m.E. damals schon das Tonwahlverfahren, ein
Akustikkoppler sollte das können.

Oder es war nur ein dramaturgischer Trick, um die Finger des
Protagonisten zu schonen.

Viele Grüße
Stefan
--
make -it ./work
Frank Hucklenbroich
2017-05-08 08:20:03 UTC
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Post by Stefan Weimar
Hallo,
Post by Ignatios Souvatzis
Was mich ein wenig irritiert: Johns Rechner kann selbstaetig
waehlen, benutzt aber ansonsten einen Akustikkoppler, und es
wird gezeigt, wie er am Telefon waehlt und dann bei Bedarf den
Hoerer in den Koppler legt? Wie passt das zusammen?
Die Amis hatten m.E. damals schon das Tonwahlverfahren, ein
Akustikkoppler sollte das können.
Da gab es ganz schöne Gadgets für. Ich sah 1990 in Malaysia eine
Armbanduhr, in der bis zu 10 Rufnummern gespeichert waren. Eine Digitaluhr
mit 10 kleinen Tasten.
Man hielt sie an den Hörer, und die Uhr dudelte dann die Tonwahltöne. Fand
ich damals genial, hätte man aber in Deutschland nicht nutzen können.

Grüße,

Frank
Andreas Kohlbach
2017-05-08 19:54:08 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Stefan Weimar
Post by Ignatios Souvatzis
Was mich ein wenig irritiert: Johns Rechner kann selbstaetig
waehlen, benutzt aber ansonsten einen Akustikkoppler, und es
wird gezeigt, wie er am Telefon waehlt und dann bei Bedarf den
Hoerer in den Koppler legt? Wie passt das zusammen?
Die Amis hatten m.E. damals schon das Tonwahlverfahren, ein
Akustikkoppler sollte das können.
Da gab es ganz schöne Gadgets für. Ich sah 1990 in Malaysia eine
Armbanduhr, in der bis zu 10 Rufnummern gespeichert waren. Eine Digitaluhr
mit 10 kleinen Tasten.
Ich hatte neulich ein Filmchen von den Bell Labs aus den 50ern oder 60ern
gesehen, wie man sich das Büro der 90er vorstellt. U.a. ein Telefon, was
gespeicherte Nummern wählen kann. Man nimmt dazu entsprechende Lochkarte
aus einem Satz und fügt sie in einen Schlitz im Gerät ein, und das
Telefon liest diese Karte dann und wählt dann die Nummer die darin
verschlüsselt ist.

Wegen der Uhr fällt mir auch ein, dass so etwas in den frühen 80ern schon
zumindest in den USA zu kaufen war (Werbung in einer BYTE). IIRC "Casio C60"
oder ähnlich, was ich eben nicht mehr finden kann. Möglicherweise
<http://www.digital-watch.com/DWL/1work/casio-c-60/>.
--
Andreas
You know you are a redneck if
you can't get married to your sweetheart because there is a law against it.
Ralf Kiefer
2017-05-08 22:44:10 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Ich hatte neulich ein Filmchen von den Bell Labs aus den 50ern oder 60ern
gesehen, wie man sich das Büro der 90er vorstellt. U.a. ein Telefon, was
gespeicherte Nummern wählen kann. Man nimmt dazu entsprechende Lochkarte
aus einem Satz und fügt sie in einen Schlitz im Gerät ein, und das
Telefon liest diese Karte dann und wählt dann die Nummer die darin
verschlüsselt ist.
Ich hatte mir zu Beginn der 1990er Jahre nach der Anschaffung vom ersten
14.400er Modem das alte 2400er genommen, um mir damit das Wählen am
Telefon zu erleichtern: irgendein Macintosh-Progrämmchen (ein DA, AFAIR)
kannte ein Adreßbuch mit Telefonnummern. Es sendete die passende
ATD-Sequenz zum Modem, das direkt nach dem Wählen "auflegte" und somit
die Hoheit über die Leitung an das TAE-korrekt nachgeschaltete Telefon
übergab. Das hat ganz gut auch und gerade mit Pulswahl funktioniert,
solange der Gesprächspartner nicht zu schnell den Hörer "abnahm".

Für Profis gab's zu jener Zeit das Newton-unterstützte Telefon, AFAIR
von Siemens, also unbezahlbar, oder ein anderes (System-)Telefon mit
einem ADB-Anschluß. D.h. da wurden die Informationen zum Wählen aus
einem Mac-Programm per ADB zum Telefon gesendet. In meiner
verschwimmenden Erinnerung: Das konnte auch Faxe senden (wenn man reich
genug war :-) ).

Gruß, Ralf
Kay
2017-05-08 23:14:56 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Stefan Weimar
Was mich ein wenig irritiert: Johns Rechner kann selbstaetigt
waehlen, benutzt aber ansonsten einen Akustikkoppler, und es
wird gezeigt, wie er am Telefon waehlt und dann bei Bedarf den
Hoerer in den Koppler legt? Wie passt das zusammen?
Die Amis hatten m.E. damals schon das Tonwahlverfahren, ein
Akustikkoppler sollte das können.
Das ist das eine. Das andere die Dialogstelle an der er gefragt wird ob
das (Wardialing) nicht teuer sei und er sagte "Ich hab da einen kleinen
Trick..." was auf Blueboxing hinweisen dürfte.

Der hießt übrigens nicht John, sondern David.

Ich war, damals; übrigens bei jemandem der eine Mailbox mit einem C-64
betrieb. Mit Akustikkoppler. Aber mit einer extra-Schaltung die auf
Klingelsignal den Gabelumschalter des Telefons betätigte.

Damals war so eine Modifikation Illegal... in DE.
Post by Andreas Kohlbach
Post by Frank Hucklenbroich
Da gab es ganz schöne Gadgets für. Ich sah 1990 in Malaysia eine
Armbanduhr, in der bis zu 10 Rufnummern gespeichert waren. Eine Digitaluhr
mit 10 kleinen Tasten.
Ich hatte so eine, IMHO von Casio. Als Taschenrechner konnte man sie
außerdem noch benutzen.
Post by Andreas Kohlbach
gesehen, wie man sich das Büro der 90er vorstellt. U.a. ein Telefon, was
gespeicherte Nummern wählen kann. Man nimmt dazu entsprechende Lochkarte
aus einem Satz und fügt sie in einen Schlitz im Gerät ein, und das
Telefon liest diese Karte dann und wählt dann die Nummer die darin
verschlüsselt ist.
Ich vermute solche Telefone gab es. Vielleicht nur beim Militär. Ich
erinnere mich an den Film "U-Boot in Not" wo am Anfang so ein Telefon zu
sehen war - im Pentagon.

Ein Weiterer Vorteil. Der bediener muß/kann die Telefonnummer nicht
selbst sehen - wenn sie nicht auf der Karte steht. Damit kann er geheime
nummern auch nich verraten.
Post by Andreas Kohlbach
Wegen der Uhr fällt mir auch ein, dass so etwas in den frühen 80ern schon
zumindest in den USA zu kaufen war (Werbung in einer BYTE). IIRC "Casio C60"
oder ähnlich, was ich eben nicht mehr finden kann. Möglicherweise
<http://www.digital-watch.com/DWL/1work/casio-c-60/>.
Die meine war diese hier:
http://www.digital-watch.com/DWL/1work/casio-dbc-1500

Die konnte aber keine Nummern wählen - soweit ich erinnere.

Kay
Hanno Foest
2017-05-09 00:01:09 UTC
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Post by Kay
Ich war, damals; übrigens bei jemandem der eine Mailbox mit einem C-64
betrieb. Mit Akustikkoppler. Aber mit einer extra-Schaltung die auf
Klingelsignal den Gabelumschalter des Telefons betätigte.
Damals war so eine Modifikation Illegal... in DE.
In den Kreisen der Leute, die den kreativen Umgang mit Technik pflegten,
hieß sowas übrigens "Katze". Weil, wenn die Post dumme Fragen stellte,
man sich auf eine dressierte Katze berief, die beim Klingen den Hörer
abnimmt...

Hanno
Guido Grohmann
2017-05-09 05:40:14 UTC
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Post by Hanno Foest
In den Kreisen der Leute, die den kreativen Umgang mit Technik pflegten,
hieß sowas übrigens "Katze". Weil, wenn die Post dumme Fragen stellte,
man sich auf eine dressierte Katze berief, die beim Klingen den Hörer
abnimmt...
(Haus)Katzen lassen sich nicht sonderlich gut dressieren. Allerdings
hatte unsere Miez eine Zeitlang die Angewohnheit, auf der Telefonbank zu
schlafen und wenns dann geklingelt hat, ging schon mal die Katze
mitsamst Telefonhörer zu Boden.

Guido
Hanno Foest
2017-05-09 08:23:40 UTC
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Post by Guido Grohmann
(Haus)Katzen lassen sich nicht sonderlich gut dressieren.
Ach was :) Wobei es auf Youtube Videos von mit Clickertraining
dressierten Katzen gibt, die Hunden in nichts nachstehen. Aber keine
Ahnung, wie lange das gedauert haben mag.
Post by Guido Grohmann
Allerdings
hatte unsere Miez eine Zeitlang die Angewohnheit, auf der Telefonbank zu
schlafen und wenns dann geklingelt hat, ging schon mal die Katze
mitsamst Telefonhörer zu Boden.
OK, auch ne Methode den Hörer abzunehmen. Nur das wieder Auflegen ist
schwieriger.

Die Gilb-kompatible nichtbiologische Methode war übrigens, einen
Dummy-Hörer (Metallstange oder so) mit einer Art Kran, der vom
Klingelsignal akustisch gestartet wurde, abzuheben und nach Ende der
Datenübertragung wieder aufzulegen, während der Hörer im Akustikkoppler
steckt: Kein Eingriff in die heiligen Telekommunikationsendgeräte nötig.

Hanno
Ralf Kiefer
2017-05-09 08:59:13 UTC
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Raw Message
Post by Hanno Foest
Die Gilb-kompatible nichtbiologische Methode war übrigens, einen
Dummy-Hörer (Metallstange oder so) mit einer Art Kran, der vom
Klingelsignal akustisch gestartet wurde, abzuheben und nach Ende der
Datenübertragung wieder aufzulegen, während der Hörer im Akustikkoppler
steckt: Kein Eingriff in die heiligen Telekommunikationsendgeräte nötig.
Genau! Und gefunden:
<https://stummkonzert.de/wp-content/uploads/2011/08/die_hackerbibel_teil
_2.pdf>
auf Seite 145

Gruß, Ralf
Gerrit Heitsch
2017-05-09 14:34:37 UTC
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Post by Guido Grohmann
Post by Hanno Foest
In den Kreisen der Leute, die den kreativen Umgang mit Technik pflegten,
hieß sowas übrigens "Katze". Weil, wenn die Post dumme Fragen stellte,
man sich auf eine dressierte Katze berief, die beim Klingen den Hörer
abnimmt...
(Haus)Katzen lassen sich nicht sonderlich gut dressieren.
Stimmt, die sind besser darin ihr Personal (also dich) zu dressieren. :)

Gerrit
Guido Grohmann
2017-05-09 16:24:17 UTC
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Post by Gerrit Heitsch
Post by Guido Grohmann
(Haus)Katzen lassen sich nicht sonderlich gut dressieren.
Stimmt, die sind besser darin ihr Personal (also dich) zu dressieren. :)
Stimmt auffallend. Hunde haben Herrchen, Katzen Dosenöffner.

Guido
Markus Elsken
2017-05-09 21:34:56 UTC
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Moin!
Post by Guido Grohmann
Hunde haben Herrchen, Katzen Dosenöffner.
Nicht ganz korrekt:

Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal.

mfg Markus
Dieter Brügmann
2017-05-10 15:45:43 UTC
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Raw Message
Post by Markus Elsken
Moin!
Post by Guido Grohmann
Hunde haben Herrchen, Katzen Dosenöffner.
Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal.
Ein Hund denkt: Er füttert mich, er gibt mir Obdach - er muß ein Gott
sein!

Eine Katze denkt: Er füttert mich, er gibt mir Obdach - ich muß ein
Gott sein!


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
kay Martinen
2017-05-10 18:41:41 UTC
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Raw Message
Post by Markus Elsken
Post by Guido Grohmann
Hunde haben Herrchen, Katzen Dosenöffner.
Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal.
Ein Hund denkt: Er füttert mich, er gibt mir Obdach - er muß ein Gott sein!
Eine Katze denkt: Er füttert mich, er gibt mir Obdach - ich muß ein Gott
sein!
Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Argumentative Totschlagskeule, das
Internet sei nur Erfunden worden um Katzenvideos zu verteilen....

Na? Wer will den Ersten Stein ähh die Erste Katze werfen? :-)

Kay
Andreas Kohlbach
2017-05-09 18:38:36 UTC
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Raw Message
Post by Guido Grohmann
Post by Hanno Foest
In den Kreisen der Leute, die den kreativen Umgang mit Technik pflegten,
hieß sowas übrigens "Katze". Weil, wenn die Post dumme Fragen stellte,
man sich auf eine dressierte Katze berief, die beim Klingen den Hörer
abnimmt...
(Haus)Katzen lassen sich nicht sonderlich gut dressieren. Allerdings
hatte unsere Miez eine Zeitlang die Angewohnheit, auf der Telefonbank
zu schlafen und wenns dann geklingelt hat, ging schon mal die Katze
mitsamst Telefonhörer zu Boden.
Sie eignen sich aber um Entropy zu erzeugen, wenn man sie auf die
Tastatur setzt. Oder gar mit der Maus spielen lässt.
--
Andreas
You know you are a redneck if
you have refused to watch the academy awards since "smokey and the bandit"
was snubbed for best picture.
Ralf Kiefer
2017-05-09 08:43:27 UTC
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Raw Message
Post by Hanno Foest
In den Kreisen der Leute, die den kreativen Umgang mit Technik pflegten,
hieß sowas übrigens "Katze".
AFAIR war der Hersteller der "Katze", die beim CCC entwickelt wurde,
Märklin [1]. Ich finde bloß gerade keine Illustration davon.
Datenschleuder, Hackerbibel und Datenklo fallen mir als Stichworte noch
ein.

Gruß, Ralf

[1] Oder war's Fleischmann, wg. dem blöden Richtungsumkehrpuls bei
Märklin?
kay Martinen
2017-05-10 18:44:06 UTC
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Post by Ralf Kiefer
Post by Hanno Foest
In den Kreisen der Leute, die den kreativen Umgang mit Technik pflegten,
hieß sowas übrigens "Katze".
AFAIR war der Hersteller der "Katze", die beim CCC entwickelt wurde,
Märklin [1]. Ich finde bloß gerade keine Illustration davon.
Ich erinnere mich an Lego oder Fischertechnik als Gabelumschalter-betätiger.

Kay
Markus Elsken
2017-05-10 19:22:35 UTC
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Moin!
Post by kay Martinen
Ich erinnere mich an Lego oder Fischertechnik als
Gabelumschalter-betätiger.
*meld* Fischertechnik bei mir, dazu der Elo-Koppler. Bis ich dann das
erste 2400er-Modem heimbrachte...
Ist das wirklich schon so lange her? Ich werde alt ;-)

mfg Markus

Frank Hucklenbroich
2017-05-09 07:30:08 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Kohlbach
Wegen der Uhr fällt mir auch ein, dass so etwas in den frühen 80ern schon
zumindest in den USA zu kaufen war (Werbung in einer BYTE). IIRC "Casio C60"
oder ähnlich, was ich eben nicht mehr finden kann. Möglicherweise
<http://www.digital-watch.com/DWL/1work/casio-c-60/>.
Ja, das könnte sie gewesen sein. Die Taschenrechneruhren von Casio kannte
ich ja, aber das mit dem eingebauten Dialer war mir neu, bis ich es 1990 im
Einsatz sah.

Grüße,

Frank
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