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ATI Mach ISA gesucht
(zu alt für eine Antwort)
Goetz Hoffart
2017-12-18 19:26:26 UTC
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Raw Message
Hallo,

für ein Atari ST-Grafikkarten-Projekt suche ich eine ATI Mach ISA (kein
PCI, kein AGP), bevorzugt die 64, aber auch die 32. Hat die jemand?

Grüße
Götz
--
http://www.3rz.org
Marcel Mueller
2017-12-18 22:03:31 UTC
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Raw Message
Post by Goetz Hoffart
für ein Atari ST-Grafikkarten-Projekt suche ich eine ATI Mach ISA (kein
PCI, kein AGP), bevorzugt die 64, aber auch die 32. Hat die jemand?
Hmm, also eine ATI ISA habe ich noch. Wie vielfache
Schallgeschwindigkeit die hat - keine Ahnung, aber irgendein
Mach-Treiber war das damals. Die Karte ist 16 Bit ISA und hat einen
ATI18800 Chip drauf, sowie einen TR9C1710 RAMDAC. Könnte evtl. auch eine
Mach-8 sein.

Btw. Mach64 gab es AFAIK nie als ISA, nur VLB o.ä.


Marcel
olaf
2017-12-18 22:23:56 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Btw. Mach64 gab es AFAIK nie als ISA, nur VLB o.ä.
Doch gab es. Ich hab damals eine MACH64 als VLB gekauft, aber es
haette sie auch als ISA gegeben. Allerdings wird es davon nicht viele
geben. Die Mach64 war damals ja eine teure Luxuskarte und ISA
schon stark auf dem absteigenden Ast. Ich denke jemand der sich eine
Mach64 gekauft hat wird auch tendenziell keinen ISA-Rechner mehr
gehabt haben.
Ich glaub die MACH64 war die erste Karte mit der ich problemlos
1280x1024/70Hz nutzen konnte. Davor bei der Mach32 ging das zwar auch
aber das Bild hat dann immer geflimmert wenn man die Maus bewegt hat.
Da war das Timing wohl schon sehr ausgereizt.

Olaf
Marcel Mueller
2017-12-19 00:03:48 UTC
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Raw Message
Post by olaf
Post by Marcel Mueller
Btw. Mach64 gab es AFAIK nie als ISA, nur VLB o.ä.
Doch gab es. Ich hab damals eine MACH64 als VLB gekauft, aber es
haette sie auch als ISA gegeben.
OK, hatte nie eine gesehen.
Post by olaf
Allerdings wird es davon nicht viele
geben. Die Mach64 war damals ja eine teure Luxuskarte und ISA
schon stark auf dem absteigenden Ast. Ich denke jemand der sich eine
Mach64 gekauft hat wird auch tendenziell keinen ISA-Rechner mehr
gehabt haben.
Vor allem war das bei der Grafik ein übelster Flaschenhals, wenn man den
ISA-Bus nicht gnadenlos übertaktet hat. Mit 8 MHz war da jenseits von
SVGA kein Blumentopf zu gewinnen. Minimum habe ich immer 11 eingestellt.
Einen Rechner hatte ich auch mal, der mit 20 MHz auf dem ISA-Bus noch
stabil lief (die guten Chips & Technologies Chipsätze). Das hat die
Grafikleistung verdoppelt.
Post by olaf
Ich glaub die MACH64 war die erste Karte mit der ich problemlos
1280x1024/70Hz nutzen konnte.
Die Frage ist nicht, welche Auflösung/Frequenz, sondern welche Bittiefe.
Interessant wurde es erst ab 15 bzw. 16 Bit pro Pixel, und in der
Kombination haben die meisten Karten abgekackt. Ich meine, 200MB/s aus
den damaligen RAMs? Das haben nur die S3 968 oder die Matrox mit
Dual-Port RAMs gepackt.
Post by olaf
Davor bei der Mach32 ging das zwar auch
aber das Bild hat dann immer geflimmert wenn man die Maus bewegt hat.
Da war das Timing wohl schon sehr ausgereizt.
:-)

Das hatte ich mal in der "advanced version": Einfacher Stangen-PC mit
AMD HT 1.0 und Onboard-Grafik, fetten CAD-Monitor dran, Im XServer die
Auflösung und Bildwiderholrate hochgedreht (AFAIR 1856*1392****@85Hz),
OK gedrückt => Endstation alles aussteigen. Am linken Rand war das Bild
noch OK, aber je weiter nach rechts, desto mehr Bildstörungen. Und der
Rechner hat gar nicht mehr reagiert.
Was war passiert? Ganz einfach, damals waren das die ersten CPUs mit
eingebauten Speichercontroller. Heißt, die Bildaufbereitung musste durch
den HT-Link, und der konnte in der ersten Generation noch nichts. Mit
1GB/s alleine für die Bildanzeige war der Bus komplett dicht und es
konnte keinerlei I/O mehr an den Bilddaten vorbei.
Also Stromstecker gezogen und gelernt, dass jede 25€ GraKa besser ist
als der OnBoard Mist ohne Sideport Memory.

Heute ist das natürlich anders. Ich hatte schon 30" + 27" Dual Screen an
einem AMD 760G Chipsatz, dessen HD3000 Grafik ist nun wahrlich unterste
Klasse. Das ist überhaupt kein Problem: anstecken, läuft, ist flüssig.


Marcel
Gerrit Heitsch
2017-12-19 07:50:19 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
  >Btw. Mach64 gab es AFAIK nie als ISA, nur VLB o.ä.
Doch gab es. Ich hab damals eine MACH64 als VLB gekauft, aber es
haette sie auch als ISA gegeben.
OK, hatte nie eine gesehen.
Allerdings wird es davon nicht viele
geben. Die Mach64 war damals ja eine teure Luxuskarte und ISA
schon stark auf dem absteigenden Ast. Ich denke jemand der sich eine
Mach64 gekauft hat wird auch tendenziell keinen ISA-Rechner mehr
gehabt haben.
Vor allem war das bei der Grafik ein übelster Flaschenhals, wenn man den
ISA-Bus nicht gnadenlos übertaktet hat. Mit 8 MHz war da jenseits von
SVGA kein Blumentopf zu gewinnen. Minimum habe ich immer 11 eingestellt.
Einen Rechner hatte ich auch mal, der mit 20 MHz auf dem ISA-Bus noch
stabil lief (die guten Chips & Technologies Chipsätze). Das hat die
Grafikleistung verdoppelt.
Ich glaub die MACH64 war die erste Karte mit der ich problemlos
1280x1024/70Hz nutzen konnte.
Die Frage ist nicht, welche Auflösung/Frequenz, sondern welche Bittiefe.
Interessant wurde es erst ab 15 bzw. 16 Bit pro Pixel, und in der
Kombination haben die meisten Karten abgekackt. Ich meine, 200MB/s aus
den damaligen RAMs? Das haben nur die S3 968 oder die Matrox mit
Dual-Port RAMs gepackt.
Man braucht dafür auch mindestens 2 MB, mit 1 MB gehen bei 1024 x 768
nur 8 Bit pro Pixel, also 256 Farben.

Gerrit
Martin Peters
2017-12-19 11:43:33 UTC
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Raw Message
Gerrit Heitsch schrieb:
(...)
Post by Gerrit Heitsch
Post by Marcel Mueller
Die Frage ist nicht, welche Auflösung/Frequenz, sondern welche Bittiefe.
Interessant wurde es erst ab 15 bzw. 16 Bit pro Pixel, und in der
Kombination haben die meisten Karten abgekackt. Ich meine, 200MB/s aus
den damaligen RAMs? Das haben nur die S3 968 oder die Matrox mit
Dual-Port RAMs gepackt.
Man braucht dafür auch mindestens 2 MB,
Damit waren dann auch schon oft 1152x864 bei 16 Bit moeglich.
Gerrit Heitsch
2017-12-19 13:12:21 UTC
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Raw Message
Post by Martin Peters
(...)
Post by Gerrit Heitsch
Post by Marcel Mueller
Die Frage ist nicht, welche Auflösung/Frequenz, sondern welche Bittiefe.
Interessant wurde es erst ab 15 bzw. 16 Bit pro Pixel, und in der
Kombination haben die meisten Karten abgekackt. Ich meine, 200MB/s aus
den damaligen RAMs? Das haben nur die S3 968 oder die Matrox mit
Dual-Port RAMs gepackt.
Man braucht dafür auch mindestens 2 MB,
Damit waren dann auch schon oft 1152x864 bei 16 Bit moeglich.
Wenn die RAMs mitspielten, ja. Bei den üblichen 514256-70 oder -60 auf
den billigeren Karten war das eher nicht der Fall.

Gerrit
Marcel Mueller
2017-12-19 19:55:09 UTC
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Raw Message
Post by Gerrit Heitsch
Post by Martin Peters
Post by Gerrit Heitsch
Man braucht dafür auch mindestens 2 MB,
Damit waren dann auch schon oft 1152x864 bei 16 Bit moeglich.
Wenn die RAMs mitspielten, ja. Bei den üblichen 514256-70 oder -60 auf
den billigeren Karten war das eher nicht der Fall.
Kann ich bestätigen. Ich hatte eine 2MB GraKa mit 60-er RAMs, die Hälfte
war aufgelötet, die andere Hälfte habe ich irgendwann aus einem alten
Rechner ausgelötet und dazu gesteckt.

1152*864 ging definitiv in HiColor, aber es gab immer mal wieder
Grafikfehler. Vereinzelt auch mal Treiber-Abstürze (das Ding hatte schon
2D Beschleunigung). Irgendwann habe ich das dann mal durchgemessen. Fakt
war, das die Karte die RAMs gnadenlos übertaktet hat. Das Zugriffsmuster
war eher 45-50ns als 60ns. Das haben die aufgelöteten RAMs vielleicht
gerade noch so verknuspert. Mit den zusätzlichen gab es aber Ärger.

Wenn man es grob durchkalkuliert, auch kein Wunder. 1152 * 864 * 70fps
gibt ungefähr 96 MHz Pixeltakt. Bei 32 Bit Busbreite und 2 Bytes pro
Pixel sind das 48 MHz Wortrate, mithin gut 20ns. Das packt ein 60ns-RAM
gerade mal so mit Ach und Krach und nur, wenn man ausschließlich
FPM-Page-Hits hat. Ab und an muss man aber mal die Page wechseln und
außerdem will man irgendwann auch mal das Bild ändern, was auch
zusätzliche Page-Misses gibt.


Marcel
Gerrit Heitsch
2017-12-19 20:01:57 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Post by Gerrit Heitsch
Post by Martin Peters
Post by Gerrit Heitsch
Man braucht dafür auch mindestens 2 MB,
Damit waren dann auch schon oft 1152x864 bei 16 Bit moeglich.
Wenn die RAMs mitspielten, ja. Bei den üblichen 514256-70 oder -60 auf
den billigeren Karten war das eher nicht der Fall.
Kann ich bestätigen. Ich hatte eine 2MB GraKa mit 60-er RAMs, die Hälfte
war aufgelötet, die andere Hälfte habe ich irgendwann aus einem alten
Rechner ausgelötet und dazu gesteckt.
1152*864 ging definitiv in HiColor, aber es gab immer mal wieder
Grafikfehler. Vereinzelt auch mal Treiber-Abstürze (das Ding hatte schon
2D Beschleunigung). Irgendwann habe ich das dann mal durchgemessen. Fakt
war, das die Karte die RAMs gnadenlos übertaktet hat. Das Zugriffsmuster
war eher 45-50ns als 60ns. Das haben die aufgelöteten RAMs vielleicht
gerade noch so verknuspert. Mit den zusätzlichen gab es aber Ärger.
Naja, zusätzliche Last auf den Adressleitungen verschleift die Signale
etwas mehr. Das kann der Unterschied zwischen 'geht gerade noch' und
'will nicht mehr' sein.
Post by Marcel Mueller
Wenn man es grob durchkalkuliert, auch kein Wunder. 1152 * 864 * 70fps
gibt ungefähr 96 MHz Pixeltakt. Bei 32 Bit Busbreite und 2 Bytes pro
Pixel sind das 48 MHz Wortrate, mithin gut 20ns. Das packt ein 60ns-RAM
gerade mal so mit Ach und Krach und nur, wenn man ausschließlich
FPM-Page-Hits hat. Ab und an muss man aber mal die Page wechseln und
außerdem will man irgendwann auch mal das Bild ändern, was auch
zusätzliche Page-Misses gibt.
Änderungen im Bild kann man immer in den Rücklaufphasen machen, da sind
die RAMs frei. Ich hab mich immer schon gefragt wie die das mit dem
ganzen Timing so hinbekommen.

Das ist, selbst für einen einfachen Framebuffer, schon eine deutlich
komplexere Statemachine bei den 8Bit-Kisten.

Gerrit
Marcel Mueller
2017-12-20 10:01:28 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerrit Heitsch
Post by Marcel Mueller
Wenn man es grob durchkalkuliert, auch kein Wunder. 1152 * 864 * 70fps
gibt ungefähr 96 MHz Pixeltakt. Bei 32 Bit Busbreite und 2 Bytes pro
Pixel sind das 48 MHz Wortrate, mithin gut 20ns. Das packt ein
60ns-RAM gerade mal so mit Ach und Krach und nur, wenn man
ausschließlich FPM-Page-Hits hat. Ab und an muss man aber mal die Page
wechseln und außerdem will man irgendwann auch mal das Bild ändern,
was auch zusätzliche Page-Misses gibt.
Änderungen im Bild kann man immer in den Rücklaufphasen machen, da sind
die RAMs frei.
Das will man nicht. Dann hätte man einen ZX81 gebaut.

Das Problem ist, dass die CPUs keinen Handschlag mehr machen, wenn sie
ein bestimmtes Wort nicht an den Bus oder Speicher los werden. Man hätte
also die CPU-Leistung mit einem Schlag um einen Faktor 5 oder mehr
dezimiert. Selbst DMA hilft da nicht, denn auch der würde warten und den
kompletten Bus blockieren.
Post by Gerrit Heitsch
Ich hab mich immer schon gefragt wie die das mit dem
ganzen Timing so hinbekommen.
Das ist, selbst für einen einfachen Framebuffer, schon eine deutlich
komplexere Statemachine bei den 8Bit-Kisten.
So schlimm ist das gar nicht. Ich habe so etwas ähnliches in einem FPGA
implementiert. Da ging es zwar um Mößbauer-Antriebe, aber das Prinzip
war dasselbe. Es müssen in Echtzeit Daten an den DAC raus, um den
Antrieb zu steuern und gleichzeitig laufen Messergebnisse ein sowie
Zugriffe durch die CPU.

Man braucht einfach nur kleine Puffer. Oft reicht schon ein einziges
Wort. Beim Schreiben schreibt die CPU immer erst mal in den Puffer. Der
eigentliche Memory-Transfer läuft dann asynchron. Und wenn das
CPU-Interface auf einem Adress- und einem Datenregister basiert
(häufiges Pattern), dann liest man einfach schon asynchron los, wenn das
Adressregister geschrieben oder über einen Daten-Lesezugriff
inkrementiert wird.
Wenn die Bandbreiten von Bus, RAM, DAC und Messung gut aufeinander
abgestimmt sind, geht das sogar komplett ohne jegliche Waitstates auf
dem Bus - der damaligen Architektur fehlten dafür ohnehin die Leitungen.
Ich hatte seinerzeit AFAIR 25ns Zykluszeit beim RAM-Zugriff, also
durchaus in denselben Dimensionen wie bei SVGA.


Marcel
Gerrit Heitsch
2017-12-20 10:31:53 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Post by Gerrit Heitsch
Post by Marcel Mueller
Wenn man es grob durchkalkuliert, auch kein Wunder. 1152 * 864 * 70fps
gibt ungefähr 96 MHz Pixeltakt. Bei 32 Bit Busbreite und 2 Bytes pro
Pixel sind das 48 MHz Wortrate, mithin gut 20ns. Das packt ein
60ns-RAM gerade mal so mit Ach und Krach und nur, wenn man
ausschließlich FPM-Page-Hits hat. Ab und an muss man aber mal die Page
wechseln und außerdem will man irgendwann auch mal das Bild ändern,
was auch zusätzliche Page-Misses gibt.
Änderungen im Bild kann man immer in den Rücklaufphasen machen, da sind
die RAMs frei.
Das will man nicht. Dann hätte man einen ZX81 gebaut.
Das Problem ist, dass die CPUs keinen Handschlag mehr machen, wenn sie
ein bestimmtes Wort nicht an den Bus oder Speicher los werden. Man hätte
also die CPU-Leistung mit einem Schlag um einen Faktor 5 oder mehr
dezimiert. Selbst DMA hilft da nicht, denn auch der würde warten und den
kompletten Bus blockieren.
Deshalb gab es ja so große Unterschiede im Datendurchsatz bei den
VGA-Karten und im Einsatz unter DOS oder simpler Windows-Desktop fällt
das nicht auf wenn die CPU bis zur Austastlücke warten muss. Im
Gegensatz zum ZX81 fallen die Waitstates ja nur beim Zugriff auf den
Bildschirmspeicher an, nicht bei jedem Speicherzugriff und auch wird die
CPU nicht wie beim ZX81 als Adresszähler für das Auslesen des
Bildschirmspeichers missbraucht.
Post by Marcel Mueller
Post by Gerrit Heitsch
Ich hab mich immer schon gefragt wie die das mit dem
ganzen Timing so hinbekommen.
Das ist, selbst für einen einfachen Framebuffer, schon eine deutlich
komplexere Statemachine bei den 8Bit-Kisten.
So schlimm ist das gar nicht. Ich habe so etwas ähnliches in einem FPGA
implementiert. Da ging es zwar um Mößbauer-Antriebe, aber das Prinzip
war dasselbe. Es müssen in Echtzeit Daten an den DAC raus, um den
Antrieb zu steuern und gleichzeitig laufen Messergebnisse ein sowie
Zugriffe durch die CPU.
Man braucht einfach nur kleine Puffer. Oft reicht schon ein einziges
Wort. Beim Schreiben schreibt die CPU immer erst mal in den Puffer. Der
eigentliche Memory-Transfer läuft dann asynchron. Und wenn das
CPU-Interface auf einem Adress- und einem Datenregister basiert
(häufiges Pattern), dann liest man einfach schon asynchron los, wenn das
Adressregister geschrieben oder über einen Daten-Lesezugriff
inkrementiert wird.
Wenn die Bandbreiten von Bus, RAM, DAC und Messung gut aufeinander
abgestimmt sind, geht das sogar komplett ohne jegliche Waitstates auf
dem Bus - der damaligen Architektur fehlten dafür ohnehin die Leitungen.
Ich hatte seinerzeit AFAIR 25ns Zykluszeit beim RAM-Zugriff, also
durchaus in denselben Dimensionen wie bei SVGA.
Du darfst aber nicht vergessen, daß du, wenn in eine andere Page
geschrieben werden soll erstmal die aktuelle Page zumachen musst, die
RAS-Precharge-Time abwarten musst und erst dann die neue Page aufmachen
kannst. Dann die zu schreibenden Daten da rein und wieder zurück auf die
alte Page incl. RAS-Precharge bevor du mit dem Auslesen weitermachen
kannst. Gegenüber linearem Auslesen der Bildschirmdaten im Page-Mode ist
das ziemlich holprig und senkt den erreichbaren Datendurchsatz ungemein.

Aus den 60ns die auf dem RAM stehen und den weniger als 60ns im Page
Mode werden bei einem Page-Wechsel mal eben 120ns oder mehr bis wieder
Daten fliessen. On the fly reinschreiben ergibt mindestens 2
Pagewechsel, also 240ns.

25ns Zykluszeit hört sich nach SRAM an, da geht vieles einfacher, die
Kunst ist es mit DRAM hinzubekommen.

Gerrit
Marcel Mueller
2017-12-20 17:54:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerrit Heitsch
25ns Zykluszeit hört sich nach SRAM an, da geht vieles einfacher, die
Kunst ist es mit DRAM hinzubekommen.
Tatsächlich habe ich mich damals mit SRAM um das Problem gedrückt. Mit
DRAM wäre es aber auch gegangen, zumal die bei Page Hit sogar etwas
schneller gewesen wären, vor allem mit EDO. Dann reicht's auch ab und an
mal für ein RAS. Ich hätte halt einen richtigen FIFO gebraucht, dann
hätte man die DAC-Daten immer gleich in Blöcken a 16 Worte (war eine 16
Bit Kiste) oder so abziehen können. Das macht ja auch jede GraKa.


Marcel
Gerrit Heitsch
2017-12-20 18:11:03 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Marcel Mueller
Post by Gerrit Heitsch
25ns Zykluszeit hört sich nach SRAM an, da geht vieles einfacher, die
Kunst ist es mit DRAM hinzubekommen.
Tatsächlich habe ich mich damals mit SRAM um das Problem gedrückt. Mit
DRAM wäre es aber auch gegangen, zumal die bei Page Hit sogar etwas
schneller gewesen wären, vor allem mit EDO. Dann reicht's auch ab und an
mal für ein RAS. Ich hätte halt einen richtigen FIFO gebraucht, dann
hätte man die DAC-Daten immer gleich in Blöcken a 16 Worte (war eine 16
Bit Kiste) oder so abziehen können. Das macht ja auch jede GraKa.
Ja, ohne FIFO zur Ausgabe gehts nicht. Dann brauchst du noch eine
Statemachine die dir die maximal mögliche Anzahl Zyklen für die CPU
zuteilt bei der noch genug Bandbreite für die Ausgabe übrigbleibt.
Immerhin kann man sich die Refresh-Logik sparen wenn man es richtig macht.

Solange die Page offen bleiben kann ist DRAM auch fix, aber auch da
gibts eine Maximalzeit nach der du RAS wieder freigeben musst und damit
den ganzen Zyklus abschliesst.

EDO habe ich übrigens auf den Grafikkarten nie gesehen, das war immer
normales PageMode-DRAM und dann gleich Spezial-RAM a la Matrox Millenium.


Gerrit
Christian Zietz
2017-12-19 20:47:03 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Marcel Mueller
Post by olaf
Doch gab es. Ich hab damals eine MACH64 als VLB gekauft, aber es
haette sie auch als ISA gegeben.
OK, hatte nie eine gesehen.
Hier ist ein Beweisfoto:
<https://silicon-heaven.org/atari/nova/TT030/Mach64/>. :-)

Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
WWW: http://www.chzsoft.de/
PGP/GnuPG-Key-ID: 0x52CB97F66DA025CA / 0x6DA025CA
Andreas Kohlbach
2017-12-19 21:01:44 UTC
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Raw Message
Post by olaf
Post by Marcel Mueller
Btw. Mach64 gab es AFAIK nie als ISA, nur VLB o.ä.
Doch gab es. Ich hab damals eine MACH64 als VLB gekauft, aber es
haette sie auch als ISA gegeben. Allerdings wird es davon nicht viele
geben. Die Mach64 war damals ja eine teure Luxuskarte und ISA
schon stark auf dem absteigenden Ast. Ich denke jemand der sich eine
Mach64 gekauft hat wird auch tendenziell keinen ISA-Rechner mehr
gehabt haben.
Mein erste PC, ein Comtech, hatte 1995 ab Werk eine Mach64 drin,
allerdings PCI. Und das war ein Budget PC. Mit Monitor hatte ich IIRC
3.300 DM dafür hingelegt. Allerdings die 8 MB auf 16 MB aufgestockt. Und
ein 17" sollte es schon sein, der wohl mehr als den halben Preis
ausmachte. Wie gesagt, Billig-PC, aber Mach64 drin.
--
Andreas
You know you are a redneck if
the number one selling album at the local record store is "hooked on phonics".
Markus Elsken
2017-12-20 08:57:41 UTC
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Raw Message
Moin!
Post by Andreas Kohlbach
Wie gesagt, Billig-PC, aber Mach64 drin.
Das edelste HighTech von heute ist morgen schon elender Elektronikschrott...

mfg Markus
Marcel Mueller
2017-12-20 11:00:45 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Kohlbach
Mein erste PC, ein Comtech, hatte 1995 ab Werk eine Mach64 drin,
allerdings PCI. Und das war ein Budget PC. Mit Monitor hatte ich IIRC
3.300 DM dafür hingelegt. Allerdings die 8 MB auf 16 MB aufgestockt.
Die (teuren) Pentiums mit nur 8MB (damals üblich) habe ich seinerzeit
mit meinem älteren und ähnlich teuren VLB-486er immer rechts überholt. ;-)
32MB RAM, kein Windows und keine IDE-Platte waren die Lösung. Mit OS/2
2.1 und SCSI liefen I/O-Transfers immer parallel zur CPU nicht
abwechselnd per PIO, wie damals bei IDE noch üblich. Das hat in der
täglichen Arbeit etwa einen Faktor 2 gebracht. Der reichliche Disk-Cache
und die Gigabyte-Platte taten ihr übriges.
Nur beim Number-Crunchen hat der 486er gnadenlos gegen die schnellere
FPU der Pentiums verloren. MP3 wollte man damit z.B. nicht wirklich machen.
Erstaunlicherweise war die Kiste aber stark genug für die
Spracherkennung mit ViaVoice, die ab Warp beilag.
Post by Andreas Kohlbach
Und
ein 17" sollte es schon sein, der wohl mehr als den halben Preis
ausmachte.
Ich musste mich, da zwei, drei Jahre vorher zunächst mit 15" begnügen.
Habe aber dann '95 oder '96 einen gebrauchten 20" Festfrequenzer von
einer zu dem Zeitpunkt in die Jahre gekommenen SGI Personal IRIS
abgegriffen.
Post by Andreas Kohlbach
Wie gesagt, Billig-PC, aber Mach64 drin.
Ich hatte was eher billiges. Eine CirrusLogic GD5426 VLB. Zumindest die
2D Beschleunigung war schon mal merklich (beim Scrollen z.B.). Mit dem
20"-er war die aber echt am Limit.

Als die ersten AGP raus kamen, habe ich mir eine neue Kiste mit einer
Matrox G400 geholt. Die hat sehr lange gedient und hatte auch später mit
1920*1440 keine Probleme. Die Karten hatten allerdings keine normalen
DRAMs, sondern spezielle für Videokarten getrimmte RAMs nebst 128 Bit
Busbreite. Da konnte man auch die dafür erforderlichen 300 MHz Pixeltakt
bei TrueColor durchziehen.


Marcel
Andreas Kohlbach
2017-12-20 22:23:40 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Marcel Mueller
Post by Andreas Kohlbach
Mein erste PC, ein Comtech, hatte 1995 ab Werk eine Mach64 drin,
allerdings PCI. Und das war ein Budget PC. Mit Monitor hatte ich IIRC
3.300 DM dafür hingelegt. Allerdings die 8 MB auf 16 MB aufgestockt.
Die (teuren) Pentiums mit nur 8MB (damals üblich) habe ich seinerzeit
mit meinem älteren und ähnlich teuren VLB-486er immer rechts
überholt. ;-)
32MB RAM, kein Windows und keine IDE-Platte waren die Lösung. Mit OS/2
2.1 und SCSI liefen I/O-Transfers immer parallel zur CPU nicht
abwechselnd per PIO, wie damals bei IDE noch üblich. Das hat in der
täglichen Arbeit etwa einen Faktor 2 gebracht. Der reichliche
Disk-Cache und die Gigabyte-Platte taten ihr übriges.
Nur beim Number-Crunchen hat der 486er gnadenlos gegen die schnellere
FPU der Pentiums verloren. MP3 wollte man damit z.B. nicht wirklich machen.
Ich hatte einen P133. MP3 ging, bis ich das Softmodem benutzen
wollte. Dann gab es entweder Aussetzer, oder die Online Verbindung brach
zusammen. Mit dem guten Vobis Bahnbooster 2.8, was eigentlich ein ELSA
war, gab es auch da keine Probleme mehr.
Post by Marcel Mueller
Erstaunlicherweise war die Kiste aber stark genug für die
Spracherkennung mit ViaVoice, die ab Warp beilag.
Ich hatte mir 1996 oder 1997 auch WARP 3 (?) geholt, was Vobis für 25 DM
verschleuderte. Aber wenig genutzt (weil bald Linux drauf kam :-).
--
Andreas
You know you are a redneck if
after making love you ask your date to roll down the window.
Goetz Hoffart
2017-12-20 16:57:49 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Hmm, also eine ATI ISA habe ich noch.
Du hast eine Mail bekommen.
Kay Martinen
2017-12-20 17:04:56 UTC
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Raw Message
Post by Goetz Hoffart
Post by Marcel Mueller
Hmm, also eine ATI ISA habe ich noch.
Du hast eine Mail bekommen.
Endlich! Ich dachte schon es findet sich nie eine. :)
Der Fhread nimmt ja schon wieder "übliche" Ausmaße an.

SCNR.

Kay
Marcel Mueller
2017-12-20 18:44:27 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Goetz Hoffart
Post by Marcel Mueller
Hmm, also eine ATI ISA habe ich noch.
Du hast eine Mail bekommen.
Ähm, das wird eng. Ohne White-List-Eintrag für den Absender lese ich da
nichts. Die mittlerweile 90k-Spam Mails habe ich nicht einzeln geprüft.

Wenn Du mich wirklich erwischen willst, dann probiere es mal mit usenet2
at maazl de.


Marcel
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