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Nixdorf Floppy Disk FD01
(zu alt für eine Antwort)
Lothar Paltins
2017-09-26 09:20:09 UTC
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Kennt irgend jemand dieses Gerät aus den 1970er Jahren? Es ist ein Dual
8" Floppylaufwerk mit 2 senkrecht stehenden Shugart SA851 Laufwerken,
einem Netzteil und einem Controller in einem Metallgehäuse. Mich würde
interessieren, was der Controller für ein Interface nach außen hat. Im
Netz kann ich nichts darüber finden. Wahrscheinlich ist das ein
proprietärer I/F Bus von Nixdorf, aber ich wäre sehr an Details darüber
interessiert.

Viele Grüße
Lothar
--
Lothar Paltins ***@arcor.de
Josef Moellers
2017-11-03 12:56:08 UTC
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Raw Message
Post by Lothar Paltins
Kennt irgend jemand dieses Gerät aus den 1970er Jahren? Es ist ein Dual
8" Floppylaufwerk mit 2 senkrecht stehenden Shugart SA851 Laufwerken,
einem Netzteil und einem Controller in einem Metallgehäuse. Mich würde
interessieren, was der Controller für ein Interface nach außen hat. Im
Netz kann ich nichts darüber finden. Wahrscheinlich ist das ein
proprietärer I/F Bus von Nixdorf, aber ich wäre sehr an Details darüber
interessiert.
Wie sieht das Interface denn aus? Wenn es wie eine (Audio-)DIN-Buchse
aussieht, dann ist es SAS (Serielle Arbeitsplatz-Schnittstelle(*), nicht
zu verwenchseln mit Serially Attached SCSI). Ob es da aber noch irgendwo
Unterlagen zu gibt?

Josef

(*) Ernsthaft: heute heißt sowas USB!

PS ... mit dem Unterschied, daß man an SAS einen Lötkolben anschließen
konnte: Lötkolben-an-SAS!
Kay Martinen
2017-11-03 15:00:57 UTC
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Post by Josef Moellers
Post by Lothar Paltins
proprietärer I/F Bus von Nixdorf, aber ich wäre sehr an Details darüber
interessiert.
Wie sieht das Interface denn aus? Wenn es wie eine (Audio-)DIN-Buchse
aussieht, dann ist es SAS (Serielle Arbeitsplatz-Schnittstelle(*), nicht
zu verwenchseln mit Serially Attached SCSI). Ob es da aber noch irgendwo
Unterlagen zu gibt?
(*) Ernsthaft: heute heißt sowas USB!
*

Und das bedeutet bekanntermaßen "Umfassend Systematische Bindung, Kurz:
U-S-B"... jedenfalls bei "IronSky" ;-) Scherzhaft (*)
Post by Josef Moellers
PS ... mit dem Unterschied, daß man an SAS einen Lötkolben anschließen
konnte: Lötkolben-an-SAS!
Bleistift- oder Brat-kolben?

Über eine DIN-Buchse gehen wohl kaum 50 Watt, oder?

Was noch Fehlt ist eine PoSAS(!) Spec.


Kay

(!) Power over SAS
Josef Moellers
2017-11-03 15:32:08 UTC
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Post by Kay Martinen
Post by Josef Moellers
PS ... mit dem Unterschied, daß man an SAS einen Lötkolben anschließen
konnte: Lötkolben-an-SAS!
Bleistift- oder Brat-kolben?
Über eine DIN-Buchse gehen wohl kaum 50 Watt, oder?
Naja, die Verbinder sehen auch nur wie DIN-Verbinder aus, die Pinne
waren wesentlich dicker.
IIRC lagen da 12V 'dran und man konnte einen Drucker ohne eigenes
Netzteil 'dranhängen!
Post by Kay Martinen
Was noch Fehlt ist eine PoSAS(!) Spec.
Naja, ich denke, daß es damals durchaus Pflichtenhefte dazu gab.

Josef
Lothar Paltins
2017-11-05 16:33:43 UTC
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Post by Josef Moellers
Wie sieht das Interface denn aus? Wenn es wie eine (Audio-)DIN-Buchse
aussieht, dann ist es SAS (Serielle Arbeitsplatz-Schnittstelle(*), nicht
zu verwenchseln mit Serially Attached SCSI). Ob es da aber noch irgendwo
Unterlagen zu gibt?
Es gibt 2 6-polige DIN-ähnliche Buchsen und einen Aufkleber auf einem
EPROM im Controller, auf dem steht "SAS-FDC 1857". Das Ding hat also
offensichtlich diese SAS Schnittstelle. Allerdings hat der Controller
auch noch einen 40 poligen PC-Edge Connector, aber das ist vielleicht
nur ein Testanschluss.

Ist aber alles nicht wirklich wichtig. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich
jemals einen Nixdorf Computer haben werde, ist wohl ziemlich gleich 0.
Aber ich habe mehrere HP Desktop Computer und Workstations und ein nicht
mehr funktionierendes Dual 8" Floppy Memory von HP, ein HP9895A. Deshalb
habe ich die 2 Laufwerke aus der Nixdorf-Kiste ausgebaut und in die
HP9895 eingebaut. Darin waren nicht mehr brauchbare Laufwerke von MPI
(CDC). Die sind sehr ähnlich zu den Shugart Laufwerken aus der
Nixdorf-Kiste. Allerdings hat Nixdorf Drives mit einer kleinen
Modifikation eingebaut. Normalerweise ist die Tür entriegelt und und sie
kann durch Aktivieren des Door-Lock Magneten verriegelt werden. Bei
Nixdorf ist diese Funktion invertiert. Der Door-Lock Magnet muss
aktiviert werden um die Tür zu entriegeln. D.h. aber auch, dass man eine
Floppy aus einem abgeschalteten Laufwerk nicht entfernen kann, man muss
dazu die Kiste einschalten. Die Nixdorf-Ingenieure fanden das aber wohl
so sinnvoll, dass sie dazu extra modifizierte Laufwerke von Shugart kauften.
--
Lothar Paltins ***@arcor.de
Christian Corti
2017-11-06 09:13:35 UTC
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Post by Lothar Paltins
Aber ich habe mehrere HP Desktop Computer und Workstations und ein nicht
mehr funktionierendes Dual 8" Floppy Memory von HP, ein HP9895A. Deshalb
Definiere bitte "nicht mehr funktionierend". Ich kann mir nicht
vorstellen, daß die Laufwerke irreparabel sind.

Christian
Lothar Paltins
2017-11-06 14:26:36 UTC
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Post by Christian Corti
Definiere bitte "nicht mehr funktionierend". Ich kann mir nicht
vorstellen, daß die Laufwerke irreparabel sind.
Naja, mit beliebigem Aufwand ist fast alles reparabel und wenn ich mal
Zeit und Lust habe, werde ich auch versuchen, die Dinger wieder zum
Laufen zu bekommen. Da ich aber diese Nixdorf-Kiste hatte, erschien es
mir einfacher, die Laufwerke daraus in die HP-Kiste einzubauen, obwohl
das im Endeffekt auch ziemlich viel Arbeit war. Und ich habe dabei ja
auch nichts kaputt gemacht, ich könnte die Drives auch in das
Nixdorf-Gehäuse zurückbauen.

Der HP9895A scheint ziemlich feucht gelagert gewesen zu sein. An den
Stahlteilen der Drives befindet sich leichter Rost, vor allem aber
sitzen die Kopfschlitten ziemlich fest. Bei einem Drive kann er vom
Steppermotor gar nicht mehr bewegt werden, beim anderen bewegt er sich
zwar, aber das Lesen einer korrekt beschriebenen Floppy funktioniert
trotzdem nicht. Ich nehme an, dass aufgrund der Schwergängigkeit der
Kopf nicht richtig positioniert wird. Wenn der Steppermotor selbst das
Problem ist, dann sind die Dinger wohl wirklich irreparabel. Ansonsten
könnte man wahrscheinlich den Kopfmechanismus demontieren und säubern
und damit wieder gangbar machen. Danach wäre aber eine Neujustierung
erforderlich und da wäre eine Alignementdisk hilfreich, die ich aber
nicht habe. Es geht zwar auch mit einer normal beschriebenen Disk, aber
nicht so genau.

Lothar
--
Lothar Paltins ***@arcor.de
f***@gmail.com
2017-12-07 22:36:42 UTC
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Post by Lothar Paltins
Kennt irgend jemand dieses Gerät aus den 1970er Jahren? Es ist ein Dual
8" Floppylaufwerk mit 2 senkrecht stehenden Shugart SA851 Laufwerken,
einem Netzteil und einem Controller in einem Metallgehäuse. Mich würde
interessieren, was der Controller für ein Interface nach außen hat. Im
Netz kann ich nichts darüber finden. Wahrscheinlich ist das ein
proprietärer I/F Bus von Nixdorf, aber ich wäre sehr an Details darüber
interessiert.
Viele Grüße
Lothar
--
Aus meinen ersten beiden Jahren bei der Firma Nixdorf Computer glaube ich das Teil zu kennen, ohne in diesen Beitrag ein Bild gesehen zu haben.
Als ich 1981 bei Nixdorf begann gab es dort einen Rechner, der mit dem Zilog Z8000 Prozessor arbeitete. Der Rechner war in dem Gehäuse eines DAP4 Terminals eingebaut. Es gab externes Gehäuse mit zwei 8 Zoll Floppy Disks. Von einer der beiden Disks wurde gebootet. Welches Betriebssystem verwendet wurde, habe ich vergessen. Die zweite Disk diente als zusätzlicher Speicher. Eine eingebaute Hard-Disk gab es nicht. Damals waren bei anderen Rechners, die als Entwicklungswerkzeuge dienten, noch 14 Zoll Cartridges mit unglaublichen 5 Megabytes üblich. Auf dem Z8000 Rechner lief ein Pascal Compiler, mit dem wir damals viele nützliche Programme entwickelt haben.
Die externe Floppy-Kiste war über eine SAS-Schnittstelle mit dem Rechner verbunden. Die SAS-Schnittstelle (Serielle Arbeitsplatz Schnittstelle) ist eine Eindraht-Schnittstelle, 5 Volt Signalpegel, Single Duplex, 3 MHz oder 3,33 MHz Datenrate, 11 Bits in einem festen Raster bestehend aus Startbit, AD-Bit, 8 Datenbits, Parity-Bit. An der SAS-Schnittstelle konnten mehrere Geräte im Daisy Chain Verfahren angeschlossen werden. Das waren Terminals, Drucker, Kassenladen und auch mal eine Floppy. Das Gerät musste zunächst adressiert werden, bevor Daten übertragen wurden. Es gibt immer nur einen Master, der die Geräte adressiert, die Daten oder Kommandos sendet und die Daten anfordert. Die adressierten Slaves müssen innerhalb eines begrenzten Zeitrastern antworten sonst wird die Übertragung mit einem "Zeitfehler" beendet.

MfG
Franz
Goetz Hoffart
2017-12-08 18:22:26 UTC
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Raw Message
Post by f***@gmail.com
Als ich 1981 bei Nixdorf begann gab es dort einen Rechner, der mit dem
Zilog Z8000 Prozessor arbeitete. Der Rechner war in dem Gehäuse eines DAP4
Terminals eingebaut. Es gab externes Gehäuse mit zwei 8 Zoll Floppy Disks.
Von einer der beiden Disks wurde gebootet. Welches Betriebssystem
verwendet wurde, habe ich vergessen. Die zweite Disk diente als
zusätzlicher Speicher. Eine eingebaute Hard-Disk gab es nicht. Damals
waren bei anderen Rechners, die als Entwicklungswerkzeuge dienten, noch 14
Zoll Cartridges mit unglaublichen 5 Megabytes üblich. Auf dem Z8000
Rechner lief ein Pascal Compiler, mit dem wir damals viele nützliche
Programme entwickelt haben. Die externe Floppy-Kiste war über eine
SAS-Schnittstelle mit dem Rechner verbunden. Die SAS-Schnittstelle
(Serielle Arbeitsplatz Schnittstelle) ist eine Eindraht-Schnittstelle, 5
Volt Signalpegel, Single Duplex, 3 MHz oder 3,33 MHz Datenrate, 11 Bits in
einem festen Raster bestehend aus Startbit, AD-Bit, 8 Datenbits,
Parity-Bit. An der SAS-Schnittstelle konnten mehrere Geräte im Daisy Chain
Verfahren angeschlossen werden. Das waren Terminals, Drucker, Kassenladen
und auch mal eine Floppy. Das Gerät musste zunächst adressiert werden,
bevor Daten übertragen wurden. Es gibt immer nur einen Master, der die
Geräte adressiert, die Daten oder Kommandos sendet und die Daten
anfordert. Die adressierten Slaves müssen innerhalb eines begrenzten
Zeitrastern antworten sonst wird die Übertragung mit einem "Zeitfehler"
beendet.
Spannend - hast du noch was aus der Zeit? Weißt du wie es mit der
Baureieh weiterging?

Grüße
Götz
--
http://www.knubbelmac.de/
Lothar Paltins
2017-12-09 16:50:17 UTC
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Hallo Franz,

vielen Dank für die Infos. Die Floppy hatte ja nur einen Datenrate von
500kBit/s, da war diese SAS-Schnittstelle völlig ausreichend. Wäre
interessant, den kompletten Rechner zu haben, aber davon haben wohl,
wenn überhaupt, nur sehr wenige bis heute überlebt.

Viele Grüße
Lothar
--
Lothar Paltins ***@arcor.de
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