Discussion:
"Wie bekomme ich das sauber?", Teil 23: Raucher-Rechner
(zu alt für eine Antwort)
Martin Peters
2017-09-21 17:18:22 UTC
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Raw Message
ich habe hier noch ein paar Rauchergeraete, die mal gereinigt werden
sollten. Deshalb hab ich mal ne Testreihe gemacht.

tl;dr: probiert's mal mit Backofenspray.

Die lange Version:

Im Netz wird gerne geraten, es mit Glasreiniger zu versuchen (Zugegeben:
Sidolin Aktiv Schaum habe ich noch nicht versucht). Andere schwoeren auf
Ammoniak-halige Kunststoffreiniger, auf Spueli mit Schwamm und Buerste,
auf Spuema-Reiniger bzw. einen Runde in der Spuema selbst. Wirklich
ueberzeugt hat mich (bisher) aber nichts. Ich hab betroffene Teile meist
gruendlich geschrubbt (mit Glasreiniger, Spititus, Kunststoffreiniger
oder Spueli) und mich an den verbleibenden Ablagerungen dann einfach
nicht weiter gestoert.

Nun hab ich gestern mal mit einem stark verschmutzten PC-Gehaeuse
experimentiert und einfach alles durchprobiert, was der Giftschrank so
hergab. Als ich den Backofenreiniger in die Hand nahm, hatte ich gleich
ein gutes Gefuehl, denn die Nikotin-Ablagerungen in PC-Gehauesen haben
zumindest optisch und mechanisch grosse Aehnlichkeit mit der
Einbrenn"lackigerung", die man in so mancher Backroehre vorfindet.

Aber wie durchschlagend der Erfolg sein wuerde, haette ich nicht
gedacht. Selbst dieses uebel verdreckte Gehaeuse war bereits nach der
ersten Behandlung so gut wie neu. Draufspruehen, eine Stunde einwirken
lassen, mit einer Spuelbuerste schrubben... ich wuerde sagen: zu 95
Prozent sauber. Die "restlichen" 4 Prozent hat dann der zweite Durchgang
beseitigt ;-)
Marcel Mueller
2017-09-21 19:46:31 UTC
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Raw Message
Post by Martin Peters
ich habe hier noch ein paar Rauchergeraete, die mal gereinigt werden
sollten.
Der Gilb, den man da eigentlich entfernen will, ist /Teer/. Das ist im
wesentlichen unpolar und wird von entsprechenden Lösungsmitteln gelöst.

Nikotin dagegen ist flüssig und wasserlöslich und wehrt sich kaum gegen
Reinigungsversuche. Ferner ist es nur in wesentlich geringeren Mengen
als Teer im Rauch enthalten.
Post by Martin Peters
Deshalb hab ich mal ne Testreihe gemacht.
tl;dr: probiert's mal mit Backofenspray.
Das ist ein starker Fettlöser, AFAIK Kalilauge oder heute eher MEA. Der
räumt so einiges weg. Nachteil, es greift auch die Haut, also Eiweiße,
heftig an. Das erschwert das Handling nicht unerheblich.
Post by Martin Peters
Aber wie durchschlagend der Erfolg sein wuerde, haette ich nicht
gedacht. Selbst dieses uebel verdreckte Gehaeuse war bereits nach der
ersten Behandlung so gut wie neu. Draufspruehen, eine Stunde einwirken
lassen, mit einer Spuelbuerste schrubben... ich wuerde sagen: zu 95
Prozent sauber. Die "restlichen" 4 Prozent hat dann der zweite Durchgang
beseitigt ;-)
Als Alternative bieten sich starke unpolare Lösungsmittel an. Aceton
räumt das Zeug mit einem Wisch weg, nix einwirken. Allerdings gilt das
in Grenzen auch für die Kunststofflackierung des Gehäuses, also bitte
nur bei Metallflächen benutzen.
Weitgehend gutmütig, aber auch mit deutlich Rubbeln verbunden ist
Terpentin-Ersatz.
Als brauchbarer Kompromiss bietet sich noch Renigungsbenzin an.


Marcel
Sebastian Barthel
2017-09-22 07:55:20 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Nachteil, es greift auch die Haut, also Eiweiße,
heftig an. Das erschwert das Handling nicht unerheblich.
Einmalhandschuhe anziehen - hilft.
Post by Marcel Mueller
Backofenreiniger ...
Aber wie durchschlagend der Erfolg sein wuerde, haette ich nicht
gedacht. Selbst dieses uebel verdreckte Gehaeuse war bereits nach der
ersten Behandlung so gut wie neu. Draufspruehen, eine Stunde einwirken
lassen, mit einer Spuelbuerste schrubben...
Als Alternative bieten sich starke unpolare Lösungsmittel an. Aceton
räumt das Zeug mit einem Wisch weg, nix einwirken. Allerdings gilt das
in Grenzen auch für die Kunststofflackierung des Gehäuses,
Bei kleineren Teilen macht sich wohl auch Nagellackentferner gut (neulich
mal gelesen), der läßt ein bißchen mehr vom Plastik zurück, greift das
aber durchaus auch an.

Ich fand immer hochdosiertes Vollmaschmittel sehr brauchbar, vor allem
macht das die Plastik nicht kaputt. Im handwarmen Wasser einfach für 5
Minuten eintauchen und immer mal schwenken.
Danach in der Sonne trocknen.

Gruß, SBn
Ignatios Souvatzis
2017-09-26 18:35:54 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Barthel
Ich fand immer hochdosiertes Vollmaschmittel sehr brauchbar, vor allem
macht das die Plastik nicht kaputt. Im handwarmen Wasser einfach für 5
Minuten eintauchen und immer mal schwenken.
Danach in der Sonne trocknen.
Beim Backofen etwas schwierig, besonders das schwenken.

-is
--
A medium apple... weighs 182 grams, yields 95 kcal, and contains no
caffeine, thus making it unsuitable for sysadmins. - Brian Kantor
Martin Peters
2017-09-22 09:23:13 UTC
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Raw Message
Marcel Mueller schrieb:
(...)
Post by Marcel Mueller
Post by Martin Peters
tl;dr: probiert's mal mit Backofenspray.
Das ist ein starker Fettlöser, AFAIK Kalilauge oder heute eher MEA. Der
räumt so einiges weg. Nachteil, es greift auch die Haut, also Eiweiße,
heftig an. Das erschwert das Handling nicht unerheblich.
Fand ich jetzt auch nicht schlimmer, als nach dem Hantieren bspw. mit
Scheuerpulver oder Essigreiniger.

(...)
Post by Marcel Mueller
Als Alternative bieten sich starke unpolare Lösungsmittel an. Aceton
räumt das Zeug mit einem Wisch weg, nix einwirken.
Auch wenn's jetzt nichts Wertvolles war, stand Acceton hier auf der
Post by Marcel Mueller
Allerdings gilt das
in Grenzen auch für die Kunststofflackierung des Gehäuses, also bitte
nur bei Metallflächen benutzen.
Bei Geraeten, die man bis aufs Blech auseinanderbauen kann, verwende ich
das auch, aber das sind Ausnahmefaelle. Das Backofenspray hingegen
verhielt sich gutmuetig gegenueber Lackierung, Plastikteilen und selbst
der Elektronik, die nicht abmontiert werden konnte/sollte, z.B. beim
Luefter. Selbst der Uebertrager im ATX-Netzteil hat's ueberstanden.
Post by Marcel Mueller
Weitgehend gutmütig, aber auch mit deutlich Rubbeln verbunden ist
Terpentin-Ersatz.
Als brauchbarer Kompromiss bietet sich noch Renigungsbenzin an.
Hm. Mit Waschbenzin bin ich meiner Erinnerung nach bei diesen Belaegen
nie weit gekommen.
Hanno Foest
2017-09-22 09:54:35 UTC
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Raw Message
Post by Martin Peters
Bei Geraeten, die man bis aufs Blech auseinanderbauen kann, verwende ich
das auch, aber das sind Ausnahmefaelle. Das Backofenspray hingegen
verhielt sich gutmuetig gegenueber Lackierung, Plastikteilen und selbst
der Elektronik, die nicht abmontiert werden konnte/sollte, z.B. beim
Luefter. Selbst der Uebertrager im ATX-Netzteil hat's ueberstanden.
Hast du mal einen Lauf in der Geschirrspülmaschine (mit Reiniger)
versucht? Der Vergleich zu deinem Backofenspray würde mich interessieren.

Hanno
Martin Peters
2017-09-22 10:17:17 UTC
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Raw Message
Post by Hanno Foest
Post by Martin Peters
Bei Geraeten, die man bis aufs Blech auseinanderbauen kann, verwende ich
das auch, aber das sind Ausnahmefaelle. Das Backofenspray hingegen
verhielt sich gutmuetig gegenueber Lackierung, Plastikteilen und selbst
der Elektronik, die nicht abmontiert werden konnte/sollte, z.B. beim
Luefter. Selbst der Uebertrager im ATX-Netzteil hat's ueberstanden.
Hast du mal einen Lauf in der Geschirrspülmaschine (mit Reiniger)
versucht? Der Vergleich zu deinem Backofenspray würde mich interessieren.
Ja, mach ich oefter, aber wie gesagt:

"[...] bzw. einen Runde in der Spuema selbst. Wirklich ueberzeugt hat
mich (bisher) aber nichts."

Da sieht der "Nikotin"-Belag dann nachher eben aus wie geleckt, ohne
dass er wirklich (ganz) verschwunden ist. Ich fand, dass die Geraete
dann meist immernoch ein wenig riechen (besonders in Betrieb), auch
wenn's eigentlich immer deutlich besser riecht als vorher (womit ich
mich dann meist auch schon zufrieden gegeben hab).

Ich werd mich dann irgendwann mal an einen verrauchten Sony CDP-101
wagen. Da liegt die Herausforderung allerdings auch im Zerlegen und
Wieder-Zusammebauen :)
Ruediger
1970-01-01 00:00:00 UTC
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Raw Message
Einen Glitzischwamm, Warmwasser und Spüli- mehr brauchts nicht.

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