Discussion:
Alte Telefone und Hacks der Grauen Post (was: Re: was: Funk-MODEM - letzter Versuch)
(zu alt für eine Antwort)
Andreas Kohlbach
2020-04-10 15:24:29 UTC
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Früher war es hingegen oft so, dass oben an der
Kellertreppe im Hausgang an der Wand das Drehscheibentelefon hing,
... allerdings fest angeschlossen.
Ich war letztes Jahr ganz verzückt, als ich bei den Eltern eines
Bekannten, die mich wegen "DSL langsam" um meinen Rat gebeten hatten,
einen funktionstüchtig angeschlossenen Original FeWAp (!) 81 vorfand.
Kann ich nichts zu finden. Hatte es eine Wählscheibe?

Ich hatte 1981 (daher fiel mir die 81 in deinem Artikel auf) bei der
"Grauen Post" von der Schule aus ein Praktikum über zwei Wochen
gemacht. Wir sind meist zu Kunden gefahren, um das neue Telefon "Alpha"
zu installieren, was eine Tastatur hatte. Dieses kam in Teilen in einer
Box. Der Zusammenbau war einfach. In den oberen Teil des Hörers das
Lautsprecher- und Mikrofon-Modul eingeklipst. Dann mit zwei Schrauben den
Unterteil mit dem Oberteil verbunden. Kabel vom Hörer zum Telefon
eingesteckt und ein anderes, was mit der Dose in der Wand verbunden
wurde. Oft gaben Kunden uns Trinkgeld, was ich tatsächlich später in
Alkohol umsetzte. *g*

Dort lernte ich auch Sondernummern, die intern nur der Post bekannt
sind. Ein paar wurden dazu benutzt in öffentlichen Fernsprechern zu
testen, ob Münzen auch eingezogen werden. Der Postler hat beispielsweise
zehn 10 Pfennig-Stücke eingeführt, dann die Nummer gewählt. Und sie
wurden in Sekundenschnelle in die Kasse abgezogen.

Eine andere war dazu gedacht bei privaten Anschlüssen zu testen, ob man
angerufen werden kann,nachdem ein neues Gerät installiert wurde. Nach
Wählen dieser kam ein Sonderrufton. Dann wurde aufgelegt, und Sekunden
später klingelte das Telefon. Ich konnte damals einige Freunde damit
verblüffen. *g*

Aber ich schweife ab. F'up2 dafk.
--
Andreas

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Marc Haber
2020-04-10 15:36:36 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Früher war es hingegen oft so, dass oben an der
Kellertreppe im Hausgang an der Wand das Drehscheibentelefon hing,
... allerdings fest angeschlossen.
Ich war letztes Jahr ganz verzückt, als ich bei den Eltern eines
Bekannten, die mich wegen "DSL langsam" um meinen Rat gebeten hatten,
einen funktionstüchtig angeschlossenen Original FeWAp (!) 81 vorfand.
Kann ich nichts zu finden. Hatte es eine Wählscheibe?
Ein FeWAp 791. Ich hab das gute Stück zwei Jahre zu spät datiert. Ja,
eine Wählscheibe.
Post by Andreas Kohlbach
Eine andere war dazu gedacht bei privaten Anschlüssen zu testen, ob man
angerufen werden kann,nachdem ein neues Gerät installiert wurde. Nach
Wählen dieser kam ein Sonderrufton. Dann wurde aufgelegt, und Sekunden
später klingelte das Telefon. Ich konnte damals einige Freunde damit
verblüffen. *g*
117755.

Grüße
Marc
--
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Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Andreas Kohlbach
2020-04-10 16:19:47 UTC
Permalink
Post by Marc Haber
Post by Andreas Kohlbach
Eine andere war dazu gedacht bei privaten Anschlüssen zu testen, ob man
angerufen werden kann,nachdem ein neues Gerät installiert wurde. Nach
Wählen dieser kam ein Sonderrufton. Dann wurde aufgelegt, und Sekunden
später klingelte das Telefon. Ich konnte damals einige Freunde damit
verblüffen. *g*
117755.
Ich kann mich nicht erinnern, oder diese ergoogeln. Wenn die stimmt,
woher kennst Du die?
--
Andreas

PGP fingerprint 952B0A9F12C2FD6C9F7E68DAA9C2EA89D1A370E0
Ralf Kiefer
2020-04-10 17:20:02 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Post by Marc Haber
117755.
Ich kann mich nicht erinnern, oder diese ergoogeln. Wenn die stimmt,
woher kennst Du die?
Ich hatte diese Nummer ebenso notiert. AFAIR mußte man noch seine eigene
Nummer direkt danach wählen.

Diese Nummer war wohl als Allgemeinwissen unter denen, die sich für die
Bundespest interessierten (oder dies mußten), bekannt.

Gruß, Ralf
Kay Martinen
2020-04-10 22:22:02 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
Post by Andreas Kohlbach
Post by Marc Haber
117755.
Ich kann mich nicht erinnern, oder diese ergoogeln. Wenn die stimmt,
woher kennst Du die?
Ich hatte diese Nummer ebenso notiert. AFAIR mußte man noch seine eigene
Nummer direkt danach wählen.
Diese Nummer war wohl als Allgemeinwissen unter denen, die sich für die
Bundespest interessierten (oder dies mußten), bekannt.
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg/0,12€ per Einheit) damals
wird die Bundespest es wohl verkraftet haben wenn deren
Rückruftestsystem von Nicht-Postlern ge|miss-braucht wurde.

Ich hab das Thema Telefone mal zum Anlaß genommen meine Handy-Kiste
heraus zu kramen. Und gleich die Frage zu haben: Ging derartiges
eigentlich auch im Mobilfunknetz (damals/heute)?

Was ich gefunden habe fand ich auch interessant. Zwei Siemens Telefone,
ein S10 und ein S25 mit Handbüchern, Ladegeräten und Antennen sowie ein
Nokia 6110 (nse-3nx) das am Ladegerät sogar noch einschaltet, piept,
aber das display zeigt nichts mehr an. Die beiden Siemens scheinen Tot
zu sein, springen nach minuten am Netzgerät jedenfalls nicht an und beim
S25 ist der Akku dick.

Offenbar ist das S10 das erste Gerät mit Farbdisplay, das S25 sein
direkter Nachfolger und das 6110 ist wohl auch legendär.

IRda und Seriell scheinen sie alle zu haben. Möchte da jemand mit
basteln? Sind vermutlich nicht wirklich hier passend aber eine
Mobiltelefongruppe habe ich auch nicht.


Kay
--
Posted via SN
Ralf Kiefer
2020-04-10 23:21:00 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg/0,12€ per Einheit) damals
wird die Bundespest es wohl verkraftet haben wenn deren
Rückruftestsystem von Nicht-Postlern ge|miss-braucht wurde.
Bei den Gesprächspreisen hast Du vergessen zu erwähnen, daß die
23Pfennige pro Zeiteinheit fällig waren. Und diese konnten recht kurz
ausfallen. Nachts zwischen 2 und 5Uhr war die "humane" Zeit. Das gab nur
immer so kleine Augen am nächsten Tag am Arbeitsplatz. Aber wie sonst
kam man an die Mailboxen vom Heise-Verlag (R.I.P.), vom Elektronikladen
Detmold o.a.?

Ansonsten konnte ich mit dem Rückruf-Service der Pest nicht viel
anfangen. Testen, ob das Modem abhebt, ok, das war's dann schon. Das war
immerhin billiger als mit der zweiten Amtsleitung beim Modem anzurufen.
Nur so besonders häufig brauchte ich das nicht.

Zudem fragte ich mich damals, ob die Pest das mitprotokollieren konnte
oder dies hat. Daran schloß sich die Frage an, ob dieser Dienst von
wenigen zentralen Stellen aus gesteuert wurde oder ob das eine Funktion
jeder Vermittlungsstelle war. Nicht zu vergessen: die Nummer begann mit
"11", und das war ein kritischer Pfad.

Gruß, Ralf
Kay Martinen
2020-04-11 01:08:27 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg/0,12€ per Einheit) damals
wird die Bundespest es wohl verkraftet haben wenn deren
Rückruftestsystem von Nicht-Postlern ge|miss-braucht wurde.
Bei den Gesprächspreisen hast Du vergessen zu erwähnen, daß die
23Pfennige pro Zeiteinheit fällig waren. Und diese konnten recht kurz
Wie du oben lesen kannst schrieb ich "Einheit" und meinte damit die 6
oder 12 Minuten-taktung im Ortsnetz oder deutlich geringer wenn es in
den Nah- oder Fern-bereich ging.
Post by Ralf Kiefer
ausfallen. Nachts zwischen 2 und 5Uhr war die "humane" Zeit. Das gab nur
Bei uns war der Nahbereich größer als die üblichen 50 km und ab 18 Uhr
wurde Telefoniert, wenn es weiter weg sein sollte auch nach 22 Uhr (IMHO
Nachttarif). Kann man sich in Zeiten von Globalisierten SIP-Anschlüssen
kaum noch vorstellen das die Gebühren nach der Relativen Lokalität der
Vermittlungs-stellen abgerechnet wurden oder? Zumindest war das damals
mein Eindruck.
Post by Ralf Kiefer
immer so kleine Augen am nächsten Tag am Arbeitsplatz. Aber wie sonst
kam man an die Mailboxen vom Heise-Verlag (R.I.P.), vom Elektronikladen
Detmold o.a.?
Du warst nicht im Fidonet und hattes das Overlay-Netz GERNET nicht? Da
reichte ein FRQ nach FILES und ein 2. längere Anruf mit dem gewünschten
- wenn man es nicht eh schon über die üblichen Hops (Host-Hub-Node) per
Fileecho auf die heimische Platte bekam.
Post by Ralf Kiefer
Ansonsten konnte ich mit dem Rückruf-Service der Pest nicht viel
Ich hab ihn auch nie genutzt und nur ein mal gesehen wie ein Postler so
einen Anschluß prüfte.
Post by Ralf Kiefer
anfangen. Testen, ob das Modem abhebt, ok, das war's dann schon. Das war
immerhin billiger als mit der zweiten Amtsleitung beim Modem anzurufen.
Nur so besonders häufig brauchte ich das nicht.
Nun, ich bin auch eher lokal in meine BBS gegangen aber wenn ich die
Konfig änderte war ein Modem-Modem Ruf sinnvoll. Später mit ISDN und dem
Förderprogramm ging das auch intern von einer Nr. zur anderen der ISTEC.
Post by Ralf Kiefer
Zudem fragte ich mich damals, ob die Pest das mitprotokollieren konnte
oder dies hat. Daran schloß sich die Frage an, ob dieser Dienst von
wenigen zentralen Stellen aus gesteuert wurde oder ob das eine Funktion
jeder Vermittlungsstelle war.
Ich weiß es nicht aber es kann beides zutreffen. Zumindest ein Teil
(Rufzeichen-geber, Ansage-Maschine) mußte m.W. in jeder Vermittlung
vorhanden sein. Ob die damals aber schon einen Protokoll-Drucker oder
Speicher mitlaufen ließen... ich glaube nicht. Vielleicht mit der
beginnenden Digitalisierung der Vermittlungen.
Post by Ralf Kiefer
Nicht zu vergessen: die Nummer begann mit
"11", und das war ein kritischer Pfad.
Du meinst die Rufnummerngasse für Interne Dienste wie Auskunft u.a.? Ja,
aber das muß ja nicht an einer Zentralen Stelle auflaufen, das konnten
die Vermittlungen sicher auch damals schon auf eine Regionale Zentrale
umleiten. Wie Z.B. die 110 und 112

Vielleicht haben sie's Protokolliert aber dann ist die Frage wo sich der
Kreis schließt. Sie müssten diese Protokolle dann ja auch mit den
Tätigkeitsberichten aller Außendienstmitarbeiter und Entstörer
abgeglichen haben. Und da vermute ich einen viel zu hohen Aufwand um das
Sinnvoll erscheinen zu lassen.

Angenommen da wäre ein Potenter Rechner der Zentral Protokollierte und
Pro Vorwahl Listen ausdruckt die an die Regionalen Verwaltungen
geschickt würden und von dort gegen geprüft werden könnten/sollten...
ist denn je bekannt geworden das jemand evtl. zu einer
Ordnungswiedrigkeit verknackt wurde weil er Unrechtmäßig Postinterne
Dienste nutzte? Daher: Siehe Oben!

Kay
--
Posted via SN
Andreas Kohlbach
2020-04-11 16:36:26 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg
0,23 Pfennige wären ein Paradies gewesen. ;-)
Post by Ralf Kiefer
Post by Kay Martinen
/0,12€ per Einheit) damals
wird die Bundespest es wohl verkraftet haben wenn deren
Rückruftestsystem von Nicht-Postlern ge|miss-braucht wurde.
Bei den Gesprächspreisen hast Du vergessen zu erwähnen, daß die
23Pfennige pro Zeiteinheit fällig waren. Und diese konnten recht kurz
ausfallen. Nachts zwischen 2 und 5Uhr war die "humane" Zeit. Das gab nur
immer so kleine Augen am nächsten Tag am Arbeitsplatz. Aber wie sonst
kam man an die Mailboxen vom Heise-Verlag (R.I.P.), vom Elektronikladen
Detmold o.a.?
Waren die 23 Pfennige für den Ortsbereich nicht mal "Flatrate", bevor ein
Takt von IIRC acht Minuten eingeführt wurde? Dann hatte man Eieruhren
gekauft, die den Sand nach acht Minuten in das untere Glas brachten. Wir
hatten so eine.
--
Andreas

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Ralf Kiefer
2020-04-11 16:43:38 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Waren die 23 Pfennige für den Ortsbereich nicht mal "Flatrate", bevor ein
Takt von IIRC acht Minuten eingeführt wurde?
AFAIR in den frühen 1970er Jahren. Und natürlich im deutschen Teil von
Berlin bis zu dessen Untergang ;-)


Gruß, Ralf
Michael Noe
2020-04-11 16:53:51 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Ralf Kiefer
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg
0,23 Pfennige wären ein Paradies gewesen. ;-)
Gab es mal...

Fürs Telefon war das mir damals alles recht egal, aber die Kosten fürs
Modem samt Mailbox - Ende 1995 kam dann auch privater Internetzugriff
dazu... ;-)
Post by Andreas Kohlbach
Post by Ralf Kiefer
Post by Kay Martinen
/0,12€ per Einheit) damals
wird die Bundespest es wohl verkraftet haben wenn deren
Rückruftestsystem von Nicht-Postlern ge|miss-braucht wurde.
Bei den Gesprächspreisen hast Du vergessen zu erwähnen, daß die
23Pfennige pro Zeiteinheit fällig waren. Und diese konnten recht kurz
ausfallen. Nachts zwischen 2 und 5Uhr war die "humane" Zeit. Das gab nur
immer so kleine Augen am nächsten Tag am Arbeitsplatz. Aber wie sonst
kam man an die Mailboxen vom Heise-Verlag (R.I.P.), vom Elektronikladen
Detmold o.a.?
Waren die 23 Pfennige für den Ortsbereich nicht mal "Flatrate", bevor ein
Takt von IIRC acht Minuten eingeführt wurde? Dann hatte man Eieruhren
gekauft, die den Sand nach acht Minuten in das untere Glas brachten. Wir
hatten so eine.
Lies dazu mal diesen Artikel, 25 Jahre alt, ist recht interessant (zu
lang, um den hier zusammenzufassen, wollte auch nicht komplett posten):

<https://www.focus.de/finanzen/news/neue-telefongebuehren-der-letzte-raubzug_aid_156597.html>

Zur Einführung des Taktes bei Ortsgesprächen:

<https://www.zeit.de/1977/15/telephonieren-mit-der-eieruhr>
--
Gruß
macOS is like a wigwam:
Michael no Windows, no Gates, Apache inside.
Kay Martinen
2020-04-11 17:17:49 UTC
Permalink
Post by Michael Noe
Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg
0,23 Pfennige wären ein Paradies gewesen. ;-)
Gab es mal...
äh, ja korrekt wären 23 Pfg. nicht 0.23 Pfg. gewesen.
Post by Michael Noe
Fürs Telefon war das mir damals alles recht egal, aber die Kosten fürs
Modem samt Mailbox - Ende 1995 kam dann auch privater Internetzugriff
dazu... ;-)
Ich hab mir Gebührenimpuls aufschalten lassen und ein Telefon mit
integriertem Zähler gehabt. Für die eine erste Modemleitung dann einen
Vivanco Zähler der den Impuls ausfilterte um das Modem nicht zu stören.
Und mit ISDN war das eh komplett getrennt (D-Kanal).
Post by Michael Noe
Post by Andreas Kohlbach
Waren die 23 Pfennige für den Ortsbereich nicht mal "Flatrate", bevor ein
Takt von IIRC acht Minuten eingeführt wurde? Dann hatte man Eieruhren
gekauft, die den Sand nach acht Minuten in das untere Glas brachten. Wir
hatten so eine.
Ich weiß nicht mehr ob es bei uns anfangs ohne Limit war, aber ich
erinnere noch das wir ab 18 Uhr 12 Minuten Telefonieren konnten für eine
Einheit. Insel Amrum bis Föhr und Stück vom Festland war Orts- oder
Nah-bereich. Flensburg schon Fernzone.
Post by Michael Noe
Lies dazu mal diesen Artikel, 25 Jahre alt,
<https://www.focus.de/finanzen/news/neue-telefongebuehren-der-letzte-raubzug_aid_156597.html>
<https://www.zeit.de/1977/15/telephonieren-mit-der-eieruhr>
Für meine Mailbox hatte ich damals ein costfile in dem ich Zeit,
Regionale Vorwahlen und gebühren eintrug - bei jeder änderung. Das hat
sich der Fidomailer automatisch beim start rein gezogen und danach die
gebühren berechnet. Später wurde die Tarifstruktur aber so
unübersichtlich das auch diese Flexible Methode an ihre Grenzen stieß.
Ich hab die Bundespest immer noch schwer in Verdacht das absichtlich
gemacht zu haben.

Kay
--
Posted via SN
Hanno Foest
2020-04-12 00:29:20 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Ich hab mir Gebührenimpuls aufschalten lassen und ein Telefon mit
integriertem Zähler gehabt. Für die eine erste Modemleitung dann einen
Vivanco Zähler der den Impuls ausfilterte um das Modem nicht zu stören.
Ach ja, damals...

Ende der 80er war ich zum Studium in einem privaten Studentenwohnheim /
Zimmervermietung untergebracht. In der Küche auf dem Flur gab es ein
Telefon mit Gebührenzähler, sowie ein Büchlein, in dem man seine
vertelefonierten Einheiten eintragen konnte. Wurde dann monatlich
abgerechnet.

Die Bude wurde dann verkauft, der neue Besitzer war ein Arsch. Das
Telefon wurde durch einen Münzfernsprecher ausgetauscht - der immer noch
an der gleiche TAE-Dose hing. Hmm.

Telefon vom Flohmarkt besorgt, TAE-Stecker dran angeschlossen: Man kann
problemlos telefonieren, ohne daß direkt sichtbar Kosten entstehen. So
weit, so gut - aber das fällt ja auf, wenn einer mit nem eigenen Telefon
in der Küche sitzt.

Also baut man einen 16kHz (Gebührenimpuls) Filter mit TAE Stecker dran.
Da die 3 Anschlüsse einer TAE-Dose durchgeschleift sind, damit man z.B.
einen Anrufbeantworter anschließen kann, ist der 16kHz Filter im
Signalweg. Fortan war das Telefonieren billig: Filter einstecken
(praktischerweise war die TAE-Dose schwer einsehbar unter einem
Tischchen), Münzen einwerfen, telefonieren, einhängen -. und die Münzen
kamen wieder raus, da sie ja mangels Gebührenimpuls nicht
"abtelefoniert" waren. Skrupel hatte ich wenige, da der neue Besitzer ja
ein Arsch war,

Alles längst verjährt... ach ja, und an eine Mailbox-Session mit den USA
kann ich mich auch noch erinnern.

Hanno
--
Nie irgendwas von Ulf Kutzner glauben, insbesondere Zitate immer im
Original und Kontext nachlesen. Er versucht, durch Zitatefälschung
Strohmann-Argumente zu konstruieren.
Andreas Bockelmann
2020-04-12 05:10:59 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Post by Michael Noe
Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg
0,23 Pfennige wären ein Paradies gewesen. ;-)
Gab es mal...
äh, ja korrekt wären 23 Pfg. nicht 0.23 Pfg. gewesen.
Mein Vater hätte wieder gesagt: "Ist doch dummes Zeug! Du weißt doch was
gemeint war!"
:-)
--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann
Andreas Kohlbach
2020-04-12 17:40:05 UTC
Permalink
Post by Michael Noe
Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg
0,23 Pfennige wären ein Paradies gewesen. ;-)
Gab es mal...
Das wären 0,0023 DM gewesen.
Post by Michael Noe
Fürs Telefon war das mir damals alles recht egal, aber die Kosten fürs
Modem samt Mailbox - Ende 1995 kam dann auch privater Internetzugriff
dazu... ;-)
Für mich auch. Germany.net oder so. Es gab keinen Einwahlknoten in meinem
Kaff (mit immerhin 1/2 Mio. Einwohner). So hatte ich die Auswahl, mich in
Hamburg, Stuttgart oder München einzuwählen, was daher keine Rolle
spielte. Der Browser sagte nach erfolgreicher Einwahl trotzdem
"Connection refused", dass ich das bleiben ließ, bis eine AOL-CD in
meinen Briefkasten wanderte. Das funktionierte.
Post by Michael Noe
Post by Andreas Kohlbach
Waren die 23 Pfennige für den Ortsbereich nicht mal "Flatrate", bevor ein
Takt von IIRC acht Minuten eingeführt wurde? Dann hatte man Eieruhren
gekauft, die den Sand nach acht Minuten in das untere Glas brachten. Wir
hatten so eine.
Lies dazu mal diesen Artikel, 25 Jahre alt, ist recht interessant (zu
<https://www.focus.de/finanzen/news/neue-telefongebuehren-der-letzte-raubzug_aid_156597.html>
Der ist "neu" (1995). ;-)
Post by Michael Noe
<https://www.zeit.de/1977/15/telephonieren-mit-der-eieruhr>
Hatte ich gelesen und auch erwähnt, dass wir eine dieser kleinen
Eieruhren hatten. Genau mein Punkt.
--
Andreas

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Wolf gang P u f f e
2020-04-12 11:42:48 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Bei den Exorbitanten Gesprächspreisen (0,23Pfg
0,23 Pfennige wären ein Paradies gewesen. ;-)
So wie hier an meiner Lieblingstanksäule.
Loading Image...
Der Preis unten in der Anzeige 0,69 Cent(!!) pro Liter LPGas!!! :-D

W.
Andreas Bockelmann
2020-04-11 16:32:48 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Post by Marc Haber
Post by Andreas Kohlbach
Eine andere war dazu gedacht bei privaten Anschlüssen zu testen, ob man
angerufen werden kann,nachdem ein neues Gerät installiert wurde. Nach
Wählen dieser kam ein Sonderrufton. Dann wurde aufgelegt, und Sekunden
später klingelte das Telefon. Ich konnte damals einige Freunde damit
verblüffen. *g*
117755.
Ich kann mich nicht erinnern, oder diese ergoogeln. Wenn die stimmt,
woher kennst Du die?
Ich weiß nicht mehr ob sie stimmt, aber die Prüfrückrufnummer kannte ich
schon anno 1975 im 4. Schuljahr. So etwas ging rum :-)
--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann
Andreas Kohlbach
2020-04-12 17:59:46 UTC
Permalink
Post by Andreas Bockelmann
Post by Andreas Kohlbach
Post by Marc Haber
117755.
Ich kann mich nicht erinnern, oder diese ergoogeln. Wenn die stimmt,
woher kennst Du die?
Ich weiß nicht mehr ob sie stimmt, aber die Prüfrückrufnummer kannte
ich schon anno 1975 im 4. Schuljahr. So etwas ging rum :-)
Nicht in meinem Kaff. Hatte die erst im Praktikum der Grauen Post
erfahren. Und das war erst 1979 [1]. Ich erinnere mich, dass andere
Mitarbeiter gerade den Film Apocalypse Now sahen und sich über "Ich liebe
den Geruch von Napalm am Morgen" austauschten.

[1] Ich habe widersprüchliche Erinnerung an das Datum. Es "fühlt" sich
an, dass ich 1981 das Praktikum machte. Apocalypse Now kam aber auch in
Deutschland schon 1979 raus. Auch wurde mir die Mechanik gezeigt, die das
gerade abgelöste Freizeichen "Tut-Tuuut" erzeugte. Ein rundes Laufrad aus
Metall mit zwei Riefen in unterschiedlichen Abständen, die von einem
metallischen Dingens berührt wurden, das in den Reifen keinen Kontakt
hatte. Mir wurde erklärt dieser wurde durch eine Elektronik ersetzt, die
ein "Tuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu...t" erzeugt, weil die
alte Methode Abrieb erzeugte und das Dingens oft ersetzt werden musste. Und
das, bevor es ausfiel. Irgendwas mit alle drei Monaten habe ich in
Erinnerung.
--
Andreas

https://news-commentaries.blogspot.com/
Volker Englisch
2020-04-12 20:18:56 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Andreas Bockelmann
Post by Andreas Kohlbach
Post by Marc Haber
117755.
Ich kann mich nicht erinnern, oder diese ergoogeln. Wenn die stimmt,
woher kennst Du die?
Ich weiß nicht mehr ob sie stimmt, aber die Prüfrückrufnummer kannte
ich schon anno 1975 im 4. Schuljahr. So etwas ging rum :-)
Nicht in meinem Kaff. Hatte die erst im Praktikum der Grauen Post
erfahren. Und das war erst 1979 [1].
1982. Mit einem Lightspeed 1200 in einem BBS in Freiburg eingeloggt.
War die einzige Mailbox in der Nähe :) War nicht wirklich preisgünstig.

Ich hatte einen Semsterjob bei der gelben Post. Mit dem Auto auf dem
Hof gestanden, CB-Funkgerät mit einer verbotenen Frequenz im Auto.
Funkmessdienst parkt neben mir, während ich mit der Freundin funkte.
Der Puls raste, aber die "Kollegen" haben nur freundlich gegrüßt ;-)
Andreas Kohlbach
2020-04-13 18:26:53 UTC
Permalink
Post by Volker Englisch
Post by Andreas Kohlbach
Nicht in meinem Kaff. Hatte die erst im Praktikum der Grauen Post
erfahren. Und das war erst 1979 [1].
1982. Mit einem Lightspeed 1200 in einem BBS in Freiburg eingeloggt.
War die einzige Mailbox in der Nähe :) War nicht wirklich preisgünstig.
Wenn es kein Ortsgespräch war, war es wirklich teuer. In meine Kaff gab
es, soweit ich 1995 herausfinden konnte, keine BBS. Aber in einer
Großstadt, rund 80 Kilometer entfernt. Das war ein Ferngespräch, und die
Kosten absurd, dass ich mich nur am Wochenende für ein paar Minuten einloggte.
Post by Volker Englisch
Ich hatte einen Semsterjob bei der gelben Post. Mit dem Auto auf dem
Hof gestanden, CB-Funkgerät mit einer verbotenen Frequenz im Auto.
Funkmessdienst parkt neben mir, während ich mit der Freundin funkte.
Der Puls raste, aber die "Kollegen" haben nur freundlich gegrüßt ;-)
:-)
--
Andreas

PGP fingerprint 952B0A9F12C2FD6C9F7E68DAA9C2EA89D1A370E0
Volker Englisch
2020-04-13 20:33:47 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Volker Englisch
Post by Andreas Kohlbach
Nicht in meinem Kaff. Hatte die erst im Praktikum der Grauen Post
erfahren. Und das war erst 1979 [1].
1982. Mit einem Lightspeed 1200 in einem BBS in Freiburg eingeloggt.
War die einzige Mailbox in der Nähe :) War nicht wirklich preisgünstig.
Wenn es kein Ortsgespräch war, war es wirklich teuer. In meine Kaff gab
es, soweit ich 1995 herausfinden konnte, keine BBS. Aber in einer
Großstadt, rund 80 Kilometer entfernt. Das war ein Ferngespräch, und die
Kosten absurd, dass ich mich nur am Wochenende für ein paar Minuten einloggte.
Nein, war Ferngespräch. Meine Frau war begeistert, als die
Telefonrechnug kam ;-)
Wolf gang P u f f e
2020-04-12 11:47:00 UTC
Permalink
Post by Marc Haber
Post by Andreas Kohlbach
Früher war es hingegen oft so, dass oben an der
Kellertreppe im Hausgang an der Wand das Drehscheibentelefon hing,
... allerdings fest angeschlossen.
Ich war letztes Jahr ganz verzückt, als ich bei den Eltern eines
Bekannten, die mich wegen "DSL langsam" um meinen Rat gebeten hatten,
einen funktionstüchtig angeschlossenen Original FeWAp (!) 81 vorfand.
Kann ich nichts zu finden. Hatte es eine Wählscheibe?
Ein FeWAp 791. Ich hab das gute Stück zwei Jahre zu spät datiert. Ja,
eine Wählscheibe.
Post by Andreas Kohlbach
Eine andere war dazu gedacht bei privaten Anschlüssen zu testen, ob man
angerufen werden kann,nachdem ein neues Gerät installiert wurde. Nach
Wählen dieser kam ein Sonderrufton. Dann wurde aufgelegt, und Sekunden
später klingelte das Telefon. Ich konnte damals einige Freunde damit
verblüffen. *g*
117755.
Hier bei der Armee zu DDR-Zeiten innerhalb der Kaserne war das die 333.
Nummer wählen und auflegen, nach 5-10 Sekunden klingelte der Apparat
zum Leitungscheck.

W.
Andreas Kohlbach
2020-04-12 18:09:16 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Hier bei der Armee zu DDR-Zeiten innerhalb der Kaserne war das die 333.
Nummer wählen und auflegen, nach 5-10 Sekunden klingelte der Apparat
zum Leitungscheck.
Wir, in der Nähe der Ostdeutschen Grenze, haben euch auf einem Turm
abgehört. Wir hatten in verschiedenen Räumen auch ein Telefon, konnte
aber nur intern kommunizieren.

Wir hatten auch einen Atari ST, der über eine verschlüsselte Verbindung
einen Chat per Tastatur ermöglichte. High-Tech 1988. ;-)

Die Russen und auch die Armee der DDR sprach über Funk in der Regel
Klartext. Als die Russen Krieg spielten, sagte eine Nachricht eines
Panzerkommandanten, er können Atompilze in einer westdeutschen Stadt
sehen. Was einen meiner Gefreiten zum Witz hinreißen ließ, nach Ende der
Schicht besser nicht nach Hause zu fahren, weil er dort lebte. *g*
--
Andreas

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Volker Englisch
2020-04-12 20:13:42 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Post by Wolf gang P u f f e
Hier bei der Armee zu DDR-Zeiten innerhalb der Kaserne war das die 333.
Nummer wählen und auflegen, nach 5-10 Sekunden klingelte der Apparat
zum Leitungscheck.
Wir, in der Nähe der Ostdeutschen Grenze, haben euch auf einem Turm
abgehört. Wir hatten in verschiedenen Räumen auch ein Telefon, konnte
aber nur intern kommunizieren.
Eloka!?

War eine interessante Zeit... Kann sich noch jemand an die russische
Militärmission erinnern?
Andreas Kohlbach
2020-04-13 18:58:40 UTC
Permalink
Post by Volker Englisch
Post by Andreas Kohlbach
Post by Wolf gang P u f f e
Hier bei der Armee zu DDR-Zeiten innerhalb der Kaserne war das die 333.
Nummer wählen und auflegen, nach 5-10 Sekunden klingelte der Apparat
zum Leitungscheck.
Wir, in der Nähe der Ostdeutschen Grenze, haben euch auf einem Turm
abgehört. Wir hatten in verschiedenen Räumen auch ein Telefon, konnte
aber nur intern kommunizieren.
Eloka!?
Yup. Ich war in Barwedel. Haben wir vielleicht in der selben Kompanie,
FmKp 945, gedient? Ich war dort von 1988 bis 1989. Wenn nicht, mögen wir
uns vielleicht über Funk mit deiner Station bei der Peilung einer
feindlichen Funkquelle verständigt haben.

Unser Codename war "Retter", die Station nördlich war "Ziegel". Und die in
Hessisch Lichtenau war IIRC "Weinbeere". Dann gab es eine Station nähe Hof
in Bayern, dessen Name mir nicht einfällt.
Post by Volker Englisch
War eine interessante Zeit... Kann sich noch jemand an die russische
Militärmission erinnern?
Ich nicht. Wir hatten es in der Regel nur mit Truppen der DDR zu tun.

Am aufregendsten war für mich, als ein MIG-23 ohne Pilot 1989 über unser
Gebiet flog, die wir mit Radar verfolgten.

Sie startete vom damals kommunistischem Polen aus. Kurz nach Abheben
versagte das Triebwerk. Der Pilot benutzte den Schleudersitz. Aber das
Triebwerk erholte sich. Die MIG flog mit Autopilot weiter, überquerte die
DDR, dann die BRD. F-15 Jäger flogen neben der MIG und fanden heraus,
dass sie keinen Pilot hatte. Die Russen wollten der NATO nicht
mitteilen, ob das Flugzeug Atombomben an Bord hatte. Man dachte darüber
nach, die MIG über West-Deutschland oder Holland abzuschießen. Kam aber
davon ab, da die Länder zu eng besiedelt sind. Mit nur wenig Treibstoff
drehte sie nach Süden ab. Was die Franzosen veranlasste, Mirage-Jäger in
die Luft zu bringen. Als der Treibstoff ausging, stürzte sie in Belgien
ab.

<https://en.wikipedia.org/wiki/1989_Belgium_MiG-23_crash> (es gibt keine
deutsche Seite dazu).
--
Andreas

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Volker Englisch
2020-04-13 20:32:02 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Post by Volker Englisch
Post by Andreas Kohlbach
Post by Wolf gang P u f f e
Hier bei der Armee zu DDR-Zeiten innerhalb der Kaserne war das die 333.
Nummer wählen und auflegen, nach 5-10 Sekunden klingelte der Apparat
zum Leitungscheck.
Wir, in der Nähe der Ostdeutschen Grenze, haben euch auf einem Turm
abgehört. Wir hatten in verschiedenen Räumen auch ein Telefon, konnte
aber nur intern kommunizieren.
Eloka!?
Yup. Ich war in Barwedel. Haben wir vielleicht in der selben Kompanie,
FmKp 945, gedient? Ich war dort von 1988 bis 1989. Wenn nicht, mögen wir
uns vielleicht über Funk mit deiner Station bei der Peilung einer
feindlichen Funkquelle verständigt haben.
Ich war bei der Luftwaffe im Stabsdienst, so etwa sechs Jahre vor Dir.
Post by Andreas Kohlbach
Unser Codename war "Retter", die Station nördlich war "Ziegel". Und die in
Hessisch Lichtenau war IIRC "Weinbeere". Dann gab es eine Station nähe Hof
in Bayern, dessen Name mir nicht einfällt.
Wir hatten sinnigerweise immer Rufnamen von Edelsteinen :-) Sowas wie
Achat, Rubin usw.
Post by Andreas Kohlbach
Post by Volker Englisch
War eine interessante Zeit... Kann sich noch jemand an die russische
Militärmission erinnern?
Ich nicht. Wir hatten es in der Regel nur mit Truppen der DDR zu tun.
Die SMM (Sowjetische Militärmission) durfte alle militärischen Gelände
betreten, man durfte sie nicht aufhalten. Wohl aber "begleiten". ;-)
Post by Andreas Kohlbach
Am aufregendsten war für mich, als ein MIG-23 ohne Pilot 1989 über unser
Gebiet flog, die wir mit Radar verfolgten.
Sie startete vom damals kommunistischem Polen aus. Kurz nach Abheben
versagte das Triebwerk. Der Pilot benutzte den Schleudersitz. Aber das
Triebwerk erholte sich. Die MIG flog mit Autopilot weiter, überquerte die
DDR, dann die BRD. F-15 Jäger flogen neben der MIG und fanden heraus,
dass sie keinen Pilot hatte. Die Russen wollten der NATO nicht
mitteilen, ob das Flugzeug Atombomben an Bord hatte. Man dachte darüber
nach, die MIG über West-Deutschland oder Holland abzuschießen. Kam aber
davon ab, da die Länder zu eng besiedelt sind. Mit nur wenig Treibstoff
drehte sie nach Süden ab. Was die Franzosen veranlasste, Mirage-Jäger in
die Luft zu bringen. Als der Treibstoff ausging, stürzte sie in Belgien
ab.
Oops. Muss ich mir mal ansehen. Waren da nun atomare Waffen an Bord?
Wir hatten noch die "berühmten" Alphajets¹.

V.

¹) Wie kommt man am einfachsten zu einem Alphajet? Man kauf ein
kleines Grundstück und wartet...
Hanno Foest
2020-04-13 22:26:20 UTC
Permalink
Post by Volker Englisch
¹) Wie kommt man am einfachsten zu einem Alphajet? Man kauf ein
kleines Grundstück und wartet...
Das hab ich vom Alphajet nie gehört, nur vom Lockheed F-104 Starfighter.

Hanno
--
Nie irgendwas von Ulf Kutzner glauben, insbesondere Zitate immer im
Original und Kontext nachlesen. Er versucht, durch Zitatefälschung
Strohmann-Argumente zu konstruieren.
Kay Martinen
2020-04-14 12:39:23 UTC
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Post by Hanno Foest
Post by Volker Englisch
¹) Wie kommt man am einfachsten zu einem Alphajet? Man kauf ein
kleines Grundstück und wartet...
Das hab ich vom Alphajet nie gehört, nur vom Lockheed F-104 Starfighter.
Ich auch nicht. Der Starfighter hatte ja auch den Beinamen
"Witwenmacher" was u.a. an dem EINEN Triebwerk lag. Der Alphajet hatte
zwei war aber m.w. ein viel Leichteres Fluggerät und eher ein Trainer
als Jäger. Außerdem m.W. die erste EU-Kooperation. Die Lernkurve hat
dann immerhin den Tornado hervorgebracht der doch viel Erfolgreicher war.


Kay
--
Posted via SN
Josef Moellers
2020-04-15 06:24:58 UTC
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Post by Kay Martinen
Post by Hanno Foest
Post by Volker Englisch
¹) Wie kommt man am einfachsten zu einem Alphajet? Man kauf ein
kleines Grundstück und wartet...
Das hab ich vom Alphajet nie gehört, nur vom Lockheed F-104 Starfighter.
Ich auch nicht. Der Starfighter hatte ja auch den Beinamen
"Witwenmacher" was u.a. an dem EINEN Triebwerk lag.
IIRC lag es eher daran, daß die Luftwaffe (irgendwie glaube ich mich zu
erinnern, daß das Heer die F104s hatte) das Gerät hoffnungslos überladen
hatte: für 10ct in der ersten Reihe sitzen.

Josef, in dessen Nachbarschaft in der Kindheit ein F104 abgestürzt ist
Frank Hucklenbroich
2020-04-16 13:54:58 UTC
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Post by Kay Martinen
Post by Hanno Foest
Post by Volker Englisch
¹) Wie kommt man am einfachsten zu einem Alphajet? Man kauf ein
kleines Grundstück und wartet...
Das hab ich vom Alphajet nie gehört, nur vom Lockheed F-104 Starfighter.
Ich auch nicht. Der Starfighter hatte ja auch den Beinamen
"Witwenmacher" was u.a. an dem EINEN Triebwerk lag.
Nicht nur das, hast Du mal einen in Real gesehen? Das ist eher eine
fliegende Rakete, als ein Flugzeug. Die "Tragflächen" sind nur kleine
Stummel. Wenn da der Schub ausbleibt, stürzt das Flugzeug sofort
unkontrollierbar ab, denn es kann nicht segeln. Während man bei Flugzeugen
mit Tragflächen noch relativ gute Chancen hat, das Ding zu landen (vgl. den
"Gimli-Glider" oder das Flugzeug auf dem Hudson).

Grüße,

Frank
Ralf Kiefer
2020-04-16 23:54:58 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Nicht nur das, hast Du mal einen in Real gesehen? Das ist eher eine
fliegende Rakete, als ein Flugzeug. Die "Tragflächen" sind nur kleine
Stummel. Wenn da der Schub ausbleibt, stürzt das Flugzeug sofort
unkontrollierbar ab, denn es kann nicht segeln.
Das Stichwort ist Gleitzahl. Einfache Segelflieger liegen ungefähr bei
30, d.h. bei 1m Höhenverlust kommen sie 30m weit. Highend-Segelflieger
liegen ungefähr bei 60. Übliche Verkehrsflugzeuge liegen in der
Größenordnung von 15. Angaben zur Space Shuttle habe ich gefunden: 4,5.
Starfighter u.ä. dürften schlechter abschneiden. So ungefähr in der
Größenordnung von Wingsuits.

Gruß, Ralf
Kay Martinen
2020-04-17 12:12:26 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
Post by Frank Hucklenbroich
Nicht nur das, hast Du mal einen in Real gesehen? Das ist eher eine
fliegende Rakete, als ein Flugzeug. Die "Tragflächen" sind nur kleine
Stummel. Wenn da der Schub ausbleibt, stürzt das Flugzeug sofort
unkontrollierbar ab, denn es kann nicht segeln.
Das Stichwort ist Gleitzahl. Einfache Segelflieger liegen ungefähr bei
30, d.h. bei 1m Höhenverlust kommen sie 30m weit. Highend-Segelflieger
liegen ungefähr bei 60. Übliche Verkehrsflugzeuge liegen in der
Größenordnung von 15. Angaben zur Space Shuttle habe ich gefunden: 4,5.
Starfighter u.ä. dürften schlechter abschneiden. So ungefähr in der
Größenordnung von Wingsuits.
Das ist ja das was ich mit dem EINEN Triebwerk *auch* meinte. Das die
Tragflächen kaum "Tragkraft" haben fand ich dagegen für jeden
ersichtlich und hab es nicht erwähnt.

Heißt: Geht das eine Triebwerk aus fällt das Teil sofort vom Himmel.
Maschinen mit Zwei Triebwerken können sich dagegen noch besser in der
Luft halten - wenn nur eines ausfällt. Das ist wegen des Asymmetrischen
Schubes bestimmt auch nicht einfach aber ganz ohne ist die Steuerwirkung
des Leitwerks bestimmt auch nicht mehr groß.

In Filmen wird das Space Shuttle gern als Fliegender Ziegelstein
bezeichnet. :-)

Ich denke aber das hat mehr mit der Fly-by-wire Steuerung zu tun und das
man dafür flugzeuge auch mit Bewusst instabiler Fluglage baut - und die
Steuereffekte zu verbessern. So las ich mal darüber. Der Ur-Starfighter
dürfte dafür zu alt sein.


Kay
--
Posted via SN
Andreas Kohlbach
2020-04-14 13:43:00 UTC
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Post by Volker Englisch
Post by Andreas Kohlbach
Am aufregendsten war für mich, als ein MIG-23 ohne Pilot 1989 über unser
Gebiet flog, die wir mit Radar verfolgten.
Sie startete vom damals kommunistischem Polen aus. Kurz nach Abheben
versagte das Triebwerk. Der Pilot benutzte den Schleudersitz. Aber das
Triebwerk erholte sich. Die MIG flog mit Autopilot weiter, überquerte die
DDR, dann die BRD. F-15 Jäger flogen neben der MIG und fanden heraus,
dass sie keinen Pilot hatte. Die Russen wollten der NATO nicht
mitteilen, ob das Flugzeug Atombomben an Bord hatte. Man dachte darüber
nach, die MIG über West-Deutschland oder Holland abzuschießen. Kam aber
davon ab, da die Länder zu eng besiedelt sind. Mit nur wenig Treibstoff
drehte sie nach Süden ab. Was die Franzosen veranlasste, Mirage-Jäger in
die Luft zu bringen. Als der Treibstoff ausging, stürzte sie in Belgien
ab.
Oops. Muss ich mir mal ansehen. Waren da nun atomare Waffen an Bord?
Wir hatten noch die "berühmten" Alphajets¹.
AFAIK waren keine Nukes an Bord. Es war nur ein Trainings-Flug.

Alphajets? Laut des Artikels F-15 Jäger gesendet. Keine Ahnung, ob die
der Bundeswehr oder den Amis gehörten.
--
Andreas

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Kay Martinen
2020-04-14 14:06:10 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Volker Englisch
Post by Andreas Kohlbach
Am aufregendsten war für mich, als ein MIG-23 ohne Pilot 1989 über unser
Gebiet flog, die wir mit Radar verfolgten.
Sie startete vom damals kommunistischem Polen aus. Kurz nach Abheben
versagte das Triebwerk. Der Pilot benutzte den Schleudersitz. Aber das
Triebwerk erholte sich. Die MIG flog mit Autopilot weiter, überquerte die
DDR, dann die BRD. F-15 Jäger flogen neben der MIG und fanden heraus,
dass sie keinen Pilot hatte. Die Russen wollten der NATO nicht
mitteilen, ob das Flugzeug Atombomben an Bord hatte. Man dachte darüber
nach, die MIG über West-Deutschland oder Holland abzuschießen. Kam aber
davon ab, da die Länder zu eng besiedelt sind. Mit nur wenig Treibstoff
drehte sie nach Süden ab. Was die Franzosen veranlasste, Mirage-Jäger in
die Luft zu bringen. Als der Treibstoff ausging, stürzte sie in Belgien
ab.
Oops. Muss ich mir mal ansehen. Waren da nun atomare Waffen an Bord?
Wir hatten noch die "berühmten" Alphajets¹.
AFAIK waren keine Nukes an Bord. Es war nur ein Trainings-Flug.
Alphajets? Laut des Artikels F-15 Jäger gesendet. Keine Ahnung, ob die
der Bundeswehr oder den Amis gehörten.
Die Buntewehr hatte m.w. nie F-15. Das waren US-Flugzeuge. Weißt schon,
die "legalen" Besatzer. "Wir" hatten damals F-4 Phantom (das "häßliche
Entlein") u.a.


Kay
--
Posted via SN
Andreas Kohlbach
2020-04-14 18:37:16 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
AFAIK waren keine Nukes an Bord. Es war nur ein Trainings-Flug.
Alphajets? Laut des Artikels F-15 Jäger gesendet. Keine Ahnung, ob die
der Bundeswehr oder den Amis gehörten.
Die Buntewehr hatte m.w. nie F-15. Das waren US-Flugzeuge. Weißt schon,
die "legalen" Besatzer. "Wir" hatten damals F-4 Phantom (das "häßliche
Entlein") u.a.
Ja, die Luftwaffe war damals bestimmt nicht in der Lage, selbst auf
solche Ereignisse zu reagieren.

In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant. Kennt jemand Able Archer
<https://de.wikipedia.org/wiki/Able_Archer_83> von 1983? Die NATO
simulierte einen Atomkrieg mit einem hohen Realitätsgrad. Plötzlich gab
es Funkstille. Die UDSSR dachte, die vermeintliche Übung sei tatsächlich
nur ein Deckmantel eines unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlags. Es
wurden Truppen und Panzer nahe der Westdeutschen Grenze aufgefahren.

Als 17-Jähriger, und die meisten anderen Menschen, habe ich 1983 nichts
davon erfahren. Nur durch einen Hinweis bei einem Suchergebnis im
Internet habe ich nur vor wenigen Jahren davon erfahren.

Warum ist die Menschheit immer noch am leben? Ereignisse wie diese, die
Kubakrise oder der Vorfall eines falschen Alarms eines Amerikanischen
nuklearen Anschlags auf die UDSSR in 1983
<https://en.wikipedia.org/wiki/1983_Soviet_nuclear_false_alarm_incident>
(eine Deutsche Seite existiert nicht) hätten das ermöglichen können. Nun,
vielleicht tritt der Coronavirus an ihre Stelle.
--
Andreas

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Ralf Kiefer
2020-04-14 19:52:19 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Nun,
vielleicht tritt der Coronavirus an ihre Stelle.
Das sorgte bereits dafür, daß ziemlich (zu) viele Leute Bill Gates
huldigen wg. seiner hellseherischen Fähigkeiten. In Wirklichkeit hat der
den größten volkswirtschaftlichen Schaden auf diesem Planet zu
verantworten, und der heißt Windows. Der kann das niemals kompensieren.

Gruß, Ralf
v***@rrzli.de
2020-04-14 20:29:58 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Andreas Kohlbach
AFAIK waren keine Nukes an Bord. Es war nur ein Trainings-Flug.
Alphajets? Laut des Artikels F-15 Jäger gesendet. Keine Ahnung, ob die
der Bundeswehr oder den Amis gehörten.
Naja, wir hatten Alphajets, und die hatten nicht den besten Ruf. F-15
hatte die Lw keine...
Post by Andreas Kohlbach
In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant. Kennt jemand Able Archer
<https://de.wikipedia.org/wiki/Able_Archer_83> von 1983? Die NATO
simulierte einen Atomkrieg mit einem hohen Realitätsgrad. Plötzlich gab
es Funkstille. Die UDSSR dachte, die vermeintliche Übung sei tatsächlich
nur ein Deckmantel eines unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlags. Es
wurden Truppen und Panzer nahe der Westdeutschen Grenze aufgefahren.
Ich kann hier keinen Links ins www folgen, aber der Name Stanislaw
Petrow, seines Zeichens Oberstleutnant in der sowjetischen
Kommandozentrale, hat unser Überleben wahrscheinlich gesichert.

Vor meiner Zeit bei der Lw wusste ich auch nicht, dass es in
unmittelbarer Nähe meines Heimatortes ein Raketensilo gab.
Kay Martinen
2020-04-14 20:35:17 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
AFAIK waren keine Nukes an Bord. Es war nur ein Trainings-Flug.
Schön. Aber beim nachlesen hab ich mich gefragt ob das von Seiten
Russlands ein Versuch gewesen sein könnte zu schauen wie weit man das
Herrenlose Flugzeug in "Feindesland" kommen ließe bis man es abschießt.
Offenbar über 900 km und wenn eine Ferngezündete A-Bombe drin gesteckt
hätte wären wir alle längst nicht mehr da. Drohnen waren zu der Zeit
vielleicht noch selten aber nicht unbekannt.
Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
Alphajets? Laut des Artikels F-15 Jäger gesendet. Keine Ahnung, ob die
der Bundeswehr oder den Amis gehörten.
Die Buntewehr hatte m.w. nie F-15. Das waren US-Flugzeuge. Weißt schon,
die "legalen" Besatzer. "Wir" hatten damals F-4 Phantom (das "häßliche
Entlein") u.a.
Ja, die Luftwaffe war damals bestimmt nicht in der Lage, selbst auf
solche Ereignisse zu reagieren.
Vielleicht wäre sie es. Ich denke das sich die US-Luftwaffe da eher
eingemischt hat. Weil die ja hier Stationiert waren um genau so was auch
zu verhindern...

Sieht noch jemand Parallelen dazu das unsere Sicherheit jetzt "am
Hindukusch" verteidigt werden muß? :-)
Post by Andreas Kohlbach
In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant. Kennt jemand Able Archer
<https://de.wikipedia.org/wiki/Able_Archer_83> von 1983? Die NATO
simulierte einen Atomkrieg mit einem hohen Realitätsgrad. Plötzlich gab
es Funkstille. Die UDSSR dachte, die vermeintliche Übung sei tatsächlich
nur ein Deckmantel eines unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlags. Es
wurden Truppen und Panzer nahe der Westdeutschen Grenze aufgefahren.>
Als 17-Jähriger, und die meisten anderen Menschen, habe ich 1983 nichts
davon erfahren. Nur durch einen Hinweis bei einem Suchergebnis im
Internet habe ich nur vor wenigen Jahren davon erfahren.
Ich hab in einer Doku darüber gestaunt. Dort hieß es Reagan hätte
Termine abgesagt und sich "sichtbar" im Weißen Haus plaziert zum
Deeskalieren. Ich vermute die Russische Reaktion hat ihm einen Schreck
versetzt das so was leicht einen Echten Krieg per Mißverständnis
auslösen könnte.
Post by Andreas Kohlbach
Warum ist die Menschheit immer noch am leben? Ereignisse wie diese, die
Kubakrise oder der Vorfall eines falschen Alarms eines Amerikanischen
nuklearen Anschlags auf die UDSSR in 1983
<https://en.wikipedia.org/wiki/1983_Soviet_nuclear_false_alarm_incident>
Das war doch der Vorfall bei dem ein Russischer Offizier Zivilcourage
bewies und "richtig" nachdachte - dafür aber dann auch RICHTIG bestraft
wurde. Weil er Befehle NICHT befolgte die zum Atomkrieg hätten führen
können.
Post by Andreas Kohlbach
(eine Deutsche Seite existiert nicht) hätten das ermöglichen können. Nun,
vielleicht tritt der Coronavirus an ihre Stelle.
Ich denke schon seit Jahrzehnten das die Menschheit Kollektiv aber
unbewußt auf die eigene Vernichtung hin arbeitet. Da fällt mit "A World
Beyond" ein bei dem die Vorhersage-Maschine im "Nebeneffekt" bewirkt das
alle Menschen nicht mehr an den Sieg des Guten glauben können - wodurch
die Untergangs-Vorhersage der Maschine letztlich wahr wird.

Die Trailer werden dem Film nicht gerecht denn sie vermitteln ein
Falsche Bild einer Insgesamt Positiven Entwicklung. Dabei ist der Film
als ganzes eher Destruktiv. So wie die Menschheit heute.

Beides macht mich oft unendlich Traurig!

Kay
--
Posted via SN
Andreas Kohlbach
2020-04-15 19:32:55 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
Warum ist die Menschheit immer noch am leben? Ereignisse wie diese, die
Kubakrise oder der Vorfall eines falschen Alarms eines Amerikanischen
nuklearen Anschlags auf die UDSSR in 1983
<https://en.wikipedia.org/wiki/1983_Soviet_nuclear_false_alarm_incident>
Das war doch der Vorfall bei dem ein Russischer Offizier Zivilcourage
bewies und "richtig" nachdachte - dafür aber dann auch RICHTIG bestraft
wurde. Weil er Befehle NICHT befolgte die zum Atomkrieg hätten führen
können.
Das Verhalten der Russen kann ich auch nicht verstehen. Dann aber: Russen.

Ein weiteres Beispiel im Rahmen der Kubakrise ist, dass ein Russisches
U-Boot die Blockade durchbrach. Ein Amerikanischer Zerstörer entließ
Wasserbomben, um es zum Auftauchen zu zwingen. An Bord des U-Boots ging
man davon aus, dass WW III ausgebrochen sei, und wollte mit Nukes
antworten. Es waren drei Offiziere an Bord, von denen alle drei dem
zustimmen müssen. Aber einer
<https://de.wikipedia.org/wiki/Wassili_Alexandrowitsch_Archipow> sprach
sich dagegen aus. Hätte er dem entsprochen, würde niemand von uns hier
mehr schreiben.
--
Andreas

PGP fingerprint 952B0A9F12C2FD6C9F7E68DAA9C2EA89D1A370E0
Hanno Foest
2020-04-15 21:11:15 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
Warum ist die Menschheit immer noch am leben? Ereignisse wie diese, die
Kubakrise oder der Vorfall eines falschen Alarms eines Amerikanischen
nuklearen Anschlags auf die UDSSR in 1983
<https://en.wikipedia.org/wiki/1983_Soviet_nuclear_false_alarm_incident>
Das war doch der Vorfall bei dem ein Russischer Offizier Zivilcourage
bewies und "richtig" nachdachte - dafür aber dann auch RICHTIG bestraft
wurde. Weil er Befehle NICHT befolgte die zum Atomkrieg hätten führen
können.
Das mit dem Bestrafen ist mir neu. Die deutsche WP dazu:

"Petrow wurde für sein Verhalten seitens seiner Vorgesetzten weder
belobigt noch belohnt – aber auch nicht bestraft. Eine ursprünglich für
sein Handeln geplante Ordensverleihung blieb aus, denn als sich der
Grund für die Anfälligkeit des Systems herausgestellt hatte, zogen
Vorgesetzte die Geheimhaltung vor, um ihr eigenes Gesicht zu wahren.[11]
Jedoch erhielt er später einen Orden für andere Verdienste um den Aufbau
der Anlage und wurde schließlich noch befördert."

https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Jewgrafowitsch_Petrow#Weiterer_Lebensweg

Hanno
--
The modern conservative is engaged in one of man's oldest exercises in
moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification
for selfishness.
- John Kenneth Galbraith
Kay Martinen
2020-04-15 23:39:59 UTC
Permalink
Post by Hanno Foest
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
Warum ist die Menschheit immer noch am leben? Ereignisse wie diese, die
Kubakrise oder der Vorfall eines falschen Alarms eines Amerikanischen
Das war doch der Vorfall bei dem ein Russischer Offizier Zivilcourage
bewies und "richtig" nachdachte - dafür aber dann auch RICHTIG bestraft
wurde. Weil er Befehle NICHT befolgte die zum Atomkrieg hätten führen
können.
"Petrow wurde für sein Verhalten seitens seiner Vorgesetzten weder
belobigt noch belohnt – aber auch nicht bestraft. Eine ursprünglich für
Aha. Ich hatte irgendwo mal gehört/Gelesen er sei bestraft worden. Dann
war das wohl falsch.

Oder ich verwechselte das mit dem Uboot K(19?). Da wurden die
überlebenden m.W. wirklich bestraft - obwohl sie doch alles richtig machten.

Kay
--
Posted via SN
Frank Hucklenbroich
2020-04-16 14:01:03 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
AFAIK waren keine Nukes an Bord. Es war nur ein Trainings-Flug.
Schön. Aber beim nachlesen hab ich mich gefragt ob das von Seiten
Russlands ein Versuch gewesen sein könnte zu schauen wie weit man das
Herrenlose Flugzeug in "Feindesland" kommen ließe bis man es abschießt.
Offenbar über 900 km und wenn eine Ferngezündete A-Bombe drin gesteckt
hätte wären wir alle längst nicht mehr da. Drohnen waren zu der Zeit
vielleicht noch selten aber nicht unbekannt.
Die erste Drohne im Kampfeinsatz war vermutlich die V1:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fieseler_Fi_103

Immerhin 1944 einsatzbereit, und ein paar von denen haben sogar England
getroffen.
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
Post by Kay Martinen
Post by Andreas Kohlbach
Alphajets? Laut des Artikels F-15 Jäger gesendet. Keine Ahnung, ob die
der Bundeswehr oder den Amis gehörten.
Die Buntewehr hatte m.w. nie F-15. Das waren US-Flugzeuge. Weißt schon,
die "legalen" Besatzer. "Wir" hatten damals F-4 Phantom (das "häßliche
Entlein") u.a.
Ja, die Luftwaffe war damals bestimmt nicht in der Lage, selbst auf
solche Ereignisse zu reagieren.
Vielleicht wäre sie es. Ich denke das sich die US-Luftwaffe da eher
eingemischt hat. Weil die ja hier Stationiert waren um genau so was auch
zu verhindern...
Sieht noch jemand Parallelen dazu das unsere Sicherheit jetzt "am
Hindukusch" verteidigt werden muß? :-)
Post by Andreas Kohlbach
In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant. Kennt jemand Able Archer
<https://de.wikipedia.org/wiki/Able_Archer_83> von 1983? Die NATO
simulierte einen Atomkrieg mit einem hohen Realitätsgrad. Plötzlich gab
es Funkstille. Die UDSSR dachte, die vermeintliche Übung sei tatsächlich
nur ein Deckmantel eines unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlags. Es
wurden Truppen und Panzer nahe der Westdeutschen Grenze aufgefahren.>
Als 17-Jähriger, und die meisten anderen Menschen, habe ich 1983 nichts
davon erfahren. Nur durch einen Hinweis bei einem Suchergebnis im
Internet habe ich nur vor wenigen Jahren davon erfahren.
Ich hab in einer Doku darüber gestaunt. Dort hieß es Reagan hätte
Termine abgesagt und sich "sichtbar" im Weißen Haus plaziert zum
Deeskalieren. Ich vermute die Russische Reaktion hat ihm einen Schreck
versetzt das so was leicht einen Echten Krieg per Mißverständnis
auslösen könnte.
Das kann gut sein, die Stimmung war damals entsprechend.

Grüße,

Frank
Josef Moellers
2020-04-15 06:28:17 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant. Kennt jemand Able Archer
<https://de.wikipedia.org/wiki/Able_Archer_83> von 1983? Die NATO
simulierte einen Atomkrieg mit einem hohen Realitätsgrad. Plötzlich gab
es Funkstille. Die UDSSR dachte, die vermeintliche Übung sei tatsächlich
nur ein Deckmantel eines unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlags. Es
wurden Truppen und Panzer nahe der Westdeutschen Grenze aufgefahren.
[...]
Post by Andreas Kohlbach
Warum ist die Menschheit immer noch am leben?
Weil vielleicht auf der einen oder anderen Seite jemand einen Befehl
verweigert hat ...

Josef
Wolf gang P u f f e
2020-04-15 11:58:28 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant. Kennt jemand Able Archer
<https://de.wikipedia.org/wiki/Able_Archer_83> von 1983? Die NATO
simulierte einen Atomkrieg mit einem hohen Realitätsgrad. Plötzlich gab
es Funkstille. Die UDSSR dachte, die vermeintliche Übung sei tatsächlich
nur ein Deckmantel eines unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlags. Es
wurden Truppen und Panzer nahe der Westdeutschen Grenze aufgefahren.
Soweit ich irgendwo erfahren habe, ging es damals auch um bei der NATO
neue benutzte Verschlüsselungsverfahren, so dass "Iwan" nicht alles
sofort live mitverfolgen konnte. Dadurch war man etwas nervöser als
sonst schon.

W.
Wolf gang P u f f e
2020-04-13 20:50:00 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Volker Englisch
Post by Andreas Kohlbach
Post by Wolf gang P u f f e
Hier bei der Armee zu DDR-Zeiten innerhalb der Kaserne war das die 333.
Nummer wählen und auflegen, nach 5-10 Sekunden klingelte der Apparat
zum Leitungscheck.
Wir, in der Nähe der Ostdeutschen Grenze, haben euch auf einem Turm
abgehört. Wir hatten in verschiedenen Räumen auch ein Telefon, konnte
aber nur intern kommunizieren.
Eloka!?
Yup. Ich war in Barwedel. Haben wir vielleicht in der selben Kompanie,
FmKp 945, gedient? Ich war dort von 1988 bis 1989. Wenn nicht, mögen wir
uns vielleicht über Funk mit deiner Station bei der Peilung einer
feindlichen Funkquelle verständigt haben.
Unser Codename war "Retter", die Station nördlich war "Ziegel". Und die in
Hessisch Lichtenau war IIRC "Weinbeere". Dann gab es eine Station nähe Hof
in Bayern, dessen Name mir nicht einfällt.
Post by Volker Englisch
War eine interessante Zeit... Kann sich noch jemand an die russische
Militärmission erinnern?
Ich nicht. Wir hatten es in der Regel nur mit Truppen der DDR zu tun.
Am aufregendsten war für mich, als ein MIG-23 ohne Pilot 1989 über unser
Gebiet flog, die wir mit Radar verfolgten.
Sie startete vom damals kommunistischem Polen aus. Kurz nach Abheben
versagte das Triebwerk. Der Pilot benutzte den Schleudersitz. Aber das
Triebwerk erholte sich. Die MIG flog mit Autopilot weiter, überquerte die
DDR, dann die BRD. F-15 Jäger flogen neben der MIG und fanden heraus,
dass sie keinen Pilot hatte. Die Russen wollten der NATO nicht
mitteilen, ob das Flugzeug Atombomben an Bord hatte. Man dachte darüber
nach, die MIG über West-Deutschland oder Holland abzuschießen. Kam aber
davon ab, da die Länder zu eng besiedelt sind. Mit nur wenig Treibstoff
drehte sie nach Süden ab. Was die Franzosen veranlasste, Mirage-Jäger in
die Luft zu bringen. Als der Treibstoff ausging, stürzte sie in Belgien
ab.
<https://en.wikipedia.org/wiki/1989_Belgium_MiG-23_crash> (es gibt keine
deutsche Seite dazu).
In der TAZ gab es was: https://taz.de/!1806631/
Andreas Kohlbach
2020-04-14 13:46:29 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Andreas Kohlbach
Am aufregendsten war für mich, als ein MIG-23 ohne Pilot 1989 über unser
Gebiet flog, die wir mit Radar verfolgten.
Sie startete vom damals kommunistischem Polen aus. Kurz nach Abheben
versagte das Triebwerk. Der Pilot benutzte den Schleudersitz. Aber das
Triebwerk erholte sich. Die MIG flog mit Autopilot weiter, überquerte die
DDR, dann die BRD. F-15 Jäger flogen neben der MIG und fanden heraus,
dass sie keinen Pilot hatte. Die Russen wollten der NATO nicht
mitteilen, ob das Flugzeug Atombomben an Bord hatte. Man dachte darüber
nach, die MIG über West-Deutschland oder Holland abzuschießen. Kam aber
davon ab, da die Länder zu eng besiedelt sind. Mit nur wenig Treibstoff
drehte sie nach Süden ab. Was die Franzosen veranlasste, Mirage-Jäger in
die Luft zu bringen. Als der Treibstoff ausging, stürzte sie in Belgien
ab.
<https://en.wikipedia.org/wiki/1989_Belgium_MiG-23_crash> (es gibt keine
deutsche Seite dazu).
In der TAZ gab es was: https://taz.de/!1806631/
Danke. Endlich ein deutscher Artikel darüber.
--
Andreas

PGP fingerprint 952B0A9F12C2FD6C9F7E68DAA9C2EA89D1A370E0
Wolf gang P u f f e
2020-04-13 12:42:40 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Post by Wolf gang P u f f e
Hier bei der Armee zu DDR-Zeiten innerhalb der Kaserne war das die 333.
Nummer wählen und auflegen, nach 5-10 Sekunden klingelte der Apparat
zum Leitungscheck.
Wir, in der Nähe der Ostdeutschen Grenze, haben euch auf einem Turm
abgehört. Wir hatten in verschiedenen Räumen auch ein Telefon, konnte
aber nur intern kommunizieren.
Oh, jetzt wirds interessant.
Post by Andreas Kohlbach
Wir hatten auch einen Atari ST, der über eine verschlüsselte Verbindung
einen Chat per Tastatur ermöglichte. High-Tech 1988. ;-)
Beeindruckend! Echt jetzt.
Post by Andreas Kohlbach
Die Russen und auch die Armee der DDR sprach über Funk in der Regel
Klartext.
Als die Russen Krieg spielten, sagte eine Nachricht eines
Panzerkommandanten, er können Atompilze in einer westdeutschen Stadt
sehen.
Jaja, irgendwie mussten wir ja bei euch die Leute beschäftigen, da wurde
natürlich auch unbedeutendes Geschwätz in Klartext übermittelt.
;-)
Post by Andreas Kohlbach
Was einen meiner Gefreiten zum Witz hinreißen ließ, nach Ende der
Schicht besser nicht nach Hause zu fahren, weil er dort lebte. *g*
Wichtige Sachen wurden Cobra-verschlüsselt in Fünfergruppen übertragen.
In den 80ern wurde bei der NVA die russische Raketentechnik durch
DDR-High-Tech ergänzt. Wir hatten da für die Feuerleitung unserer
Raketen (ich rede hier von Nuklearkopfträgern Scud-B) teilweise digitale
Technik eingeführt, die die Meldungen zu Zielkoordinaten,
Gefechtskopfart, Detonationsstärke und Modus des Havarie-Sprengsystems
(Notabschaltung) in Bruchteilen einer Sekunde vom Stab des
Militärbezirks in die einzelnen Raketenabteilungen übertragen.
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Das ging per Funk oder Draht, je nach dem was gerade funktionierte. ;-)
Ich habe diesen Kasten irgendwann zu meiner Dienstzeit mal im Wald in
Aktion erlebt/gehört. Der klang wie ein Kassetten-Computerinterface.
Fasziniert und ehrfürchtig fiel ich vor dem Ding auf die Knie und
bestaunte das Wunderwerk der Technik, und wurde auch sogleich von einem
Offizier weggescheucht. Ich erkannte damals gerade das Herstellerlogo
und machte mich dann in Zeiten des Internets auf die Suche. Zufällig
war der Hersteller hier in der Nähe und ich konnte dank weiterer
Zufälle noch zwei dieser Kisten fotografieren.

Aber ich muss zugeben, ein Atari hätte mich in den 80ern deutlich mehr
interessiert! :-)

W.
Chr. Maercker
2020-04-16 08:10:28 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Jaja, irgendwie mussten wir ja bei euch die Leute beschäftigen, da wurde
natürlich auch unbedeutendes Geschwätz in Klartext übermittelt.
Die NVA-üblichen Tornister-Funkgeräte aus Sowjetproduktion (R105, R109
etc.) hatten WIMRE keine Verschlüsselung, das war relativ simple
Röhrentechnik. Die waren also fürs Geschwätz gedacht und unterlagen in
der Tat wenig Geheimniskrämerei.
Post by Wolf gang P u f f e
Wichtige Sachen wurden Cobra-verschlüsselt in Fünfergruppen übertragen.
Nur bei LSK/LV? Weil ich auf den Führungspanzern ein System namens SAS
in Erinnerung habe. Das war Anno 1976/77 GVS, mindestens.
Post by Wolf gang P u f f e
In den 80ern wurde bei der NVA die russische Raketentechnik durch
DDR-High-Tech ergänzt. Wir hatten da für die Feuerleitung unserer
Raketen (ich rede hier von Nuklearkopfträgern Scud-B) teilweise digitale
Technik eingeführt, die die Meldungen zu Zielkoordinaten,
Gefechtskopfart, Detonationsstärke und Modus des Havarie-Sprengsystems
(Notabschaltung) in Bruchteilen einer Sekunde vom Stab des
Militärbezirks in die einzelnen Raketenabteilungen übertragen.
http://www.server-alpha.de/diverses/3410-nva-kommandouebertragungsgeraet.jpg
Das ging per Funk oder Draht, je nach dem was gerade funktionierte. ;-)
Ich habe diesen Kasten irgendwann zu meiner Dienstzeit mal im Wald in
Aktion erlebt/gehört. Der klang wie ein Kassetten-Computerinterface.
Fasziniert und ehrfürchtig fiel ich vor dem Ding auf die Knie und
bestaunte das Wunderwerk der Technik, und wurde auch sogleich von einem
Offizier weggescheucht. Ich erkannte damals gerade das Herstellerlogo
und machte mich dann in Zeiten des Internets auf die Suche. Zufällig
war der Hersteller hier in der Nähe und ich konnte dank weiterer
Zufälle noch zwei dieser Kisten fotografieren.
Gratuliere, die Boxen haben gewissen Seltenheitswert.
Post by Wolf gang P u f f e
Aber ich muss zugeben, ein Atari hätte mich in den 80ern deutlich mehr
interessiert! :-)
An einem Schneider CPC464 durfte ich an der Halleschen Uni ab 1986/87
herumspielen, ab 1988 zusätzlich an einem Schneider-PC mit DOS 3.2. :-)
Wenig später hatte ich einen quasi-eigenen Raubotron-PC. Als
Entwicklungssystem für Assembler und später außerdem BASIC habe ich aber
am liebsten den guten alten MC80 verwendet. Für diese Aufgabe war der
einfach genial.
--
CU Chr. Maercker.
Wolf gang P u f f e
2020-04-17 09:00:36 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Wolf gang P u f f e
Jaja, irgendwie mussten wir ja bei euch die Leute beschäftigen, da wurde
natürlich auch unbedeutendes Geschwätz in Klartext übermittelt.
Die NVA-üblichen Tornister-Funkgeräte aus Sowjetproduktion (R105, R109
etc.) hatten WIMRE keine Verschlüsselung, das war relativ simple
Röhrentechnik. Die waren also fürs Geschwätz gedacht und unterlagen in
der Tat wenig Geheimniskrämerei.
Post by Wolf gang P u f f e
Wichtige Sachen wurden Cobra-verschlüsselt in Fünfergruppen übertragen.
Nur bei LSK/LV? Weil ich auf den Führungspanzern ein System namens SAS
in Erinnerung habe. Das war Anno 1976/77 GVS, mindestens.
Das weiß ich nicht, da ich nicht unmittelbar mit Funktechnik und
Feuerleitung zu tun hatte.
Post by Chr. Maercker
Post by Wolf gang P u f f e
In den 80ern wurde bei der NVA die russische Raketentechnik durch
DDR-High-Tech ergänzt. Wir hatten da für die Feuerleitung unserer
Raketen (ich rede hier von Nuklearkopfträgern Scud-B) teilweise digitale
Technik eingeführt, die die Meldungen zu Zielkoordinaten,
Gefechtskopfart, Detonationsstärke und Modus des Havarie-Sprengsystems
(Notabschaltung) in Bruchteilen einer Sekunde vom Stab des
Militärbezirks in die einzelnen Raketenabteilungen übertragen.
http://www.server-alpha.de/diverses/3410-nva-kommandouebertragungsgeraet.jpg
Das ging per Funk oder Draht, je nach dem was gerade funktionierte. ;-)
Ich habe diesen Kasten irgendwann zu meiner Dienstzeit mal im Wald in
Aktion erlebt/gehört. Der klang wie ein Kassetten-Computerinterface.
Fasziniert und ehrfürchtig fiel ich vor dem Ding auf die Knie und
bestaunte das Wunderwerk der Technik, und wurde auch sogleich von einem
Offizier weggescheucht. Ich erkannte damals gerade das Herstellerlogo
und machte mich dann in Zeiten des Internets auf die Suche. Zufällig
war der Hersteller hier in der Nähe und ich konnte dank weiterer
Zufälle noch zwei dieser Kisten fotografieren.
Gratuliere, die Boxen haben gewissen Seltenheitswert.
Hier http://www.rwd-mb3.de/pages/kueg82.htm hat auch jemand diese
(bzw. andere?) Kisten irgendwo fotografiert.
Und da steht auch was vom Verschlüsseln mittels Kobra.
Bei tieferem Interesse kannst Du vielleicht dort mal nachfragen.
Ich weiß nur, das die Kisten hoch geheim und in der Waffenkammer einer
jeden Raketen-Startbatterie unter Verschluss waren. Bei Alarmauslösung
wurde das Gerät immer mit zum Fahrzeug der Rechner "geschleppt".
Die Rechner waren die, die die Angaben (Start + Zielkoordinaten,
metrologische Daten...usw verrechneten um die Rakete zu "programmieren".

W.
Chr. Maercker
2020-04-17 10:51:00 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Hier http://www.rwd-mb3.de/pages/kueg82.htm hat auch jemand diese
(bzw. andere?) Kisten irgendwo fotografiert.
Und da steht auch was vom Verschlüsseln mittels Kobra.
Bei tieferem Interesse kannst Du vielleicht dort mal nachfragen.
Hab ich eben online:
<http://scz.bplaced.net/m.html#k>

Und dort was zu SAS gefunden, DV 040/0/010:
<http://scz.bplaced.net/dv040-0-010.html>
--
CU Chr. Maercker.
Markus Elsken
2020-04-13 17:33:25 UTC
Permalink
Moin!
Post by Andreas Kohlbach
Die Russen und auch die Armee der DDR sprach über Funk in der Regel
Klartext.
Wir im Westen bei der Artillerie ebenfalls. War Mitte 80er, wir waren in
Munster zum Manöver. Meiner einer als Funker auf dem Feuerleit-Koffer,
Gerät 1 nur Hören (Sicherheitskreis), Gerät 2 als Verbindung zum
Beobachter, Gerät 3 Reserve. Nett, wenn ein Kamerad fliessend russisch
spricht ;-)
Feuerkommando vom VB kommt rein, ich notiere und bestätige, der OFw
tippt den Kram in den Rechner. Kamerad "böser Russe" bestätigt den
Befehl auch noch mal über Gerät 3 - aber auf russisch. Er hatte gerade
wieder abgeschaltet, da überschlug sich Gerät 1: Hier Sicherheit -
sofortiger Frequenzwechsel ;-)
Gab in der Abendbesprechung mächtigen Trubel...

mfg Markus
Wolf gang P u f f e
2020-04-19 09:05:31 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Die Russen und auch die Armee der DDR sprach über Funk in der Regel
Klartext. Als die Russen Krieg spielten, sagte eine Nachricht eines
Panzerkommandanten, er können Atompilze in einer westdeutschen Stadt
sehen. Was einen meiner Gefreiten zum Witz hinreißen ließ, nach Ende der
Schicht besser nicht nach Hause zu fahren, weil er dort lebte. *g*
Diese Momente der Erheitung beim Abhören der Funksprüche gab es auch
auf östlicher Seite.
Hier wird davon gesprochen, wie man einst mitverfolgen konnte, dass ein
US-General während eines Manövers zusammenbrach und in die Psychiatrie
musste.


W.

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