Discussion:
S: Übersicht über Min/Max HW-Voraussetzungen alter OS für Altmetall.
(zu alt für eine Antwort)
Kay Martinen
2020-05-07 23:05:05 UTC
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Hallo

Mal wieder so ein "Verrücktes Projekt"... :-)

Ich hab hier 3-4 Rackserver die ich mit Retro-Betriebssystemen neu
bespielen will die dann nur bei bedarf als Server laufen sollen.

Bei bedarf gern mehr dazu.

Für's erste wäre eine Tabelle hilfreich welches OS welche min./max
Ressourcen (RAM, Disk, CPUs) kann. Falls jemand so was für die
Retrosparte kennt, Link wäre Hilfreich. Ist zu lange her das ich noch
alle Daten wüsste.

Kay
--
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Ralf Kiefer
2020-05-08 22:55:02 UTC
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N'Abend!
Post by Kay Martinen
Für's erste wäre eine Tabelle hilfreich welches OS welche min./max
Ressourcen (RAM, Disk, CPUs) kann.
Solch eine Tabelle fürs UCSD p-System kenne ich nicht, also versuche ich
es. In englischen Wiki-Einträgen stehen ein paar Daten, aber nicht allzu
viele.

Das p-System gab's in vier grundlegenden Versionen: I bis IV.

Die Version I gab's für PDP-11/LSI-11 und auf Z80/8080. RAM bis 64kB.
Möglicherweise lief es bereits ab 32kB.

Die Version II war hauptsächlich durch die von Apple lizensierte Version
II.1 (Subversionen 1.0 bis 1.3) bekannt: 64kB bis 128kB RAM (1.0
möglicherweise auch ab 48kB), mehrere Dateisysteme (anfangs bis zu 6,
später deutlich mehr), aber max. 77 Dateien pro Dateisystem. Wg. Apple
II natürlich nur auf dem 6502.

Die Version III gab's ausschließlich auf der speziellen Pascal
MicroEngine, also der eigenen CPU. Laut Wiki-Eintrag 312kB RAM. Diese
Version ist eher uninteressant zur Emulation, IMHO. Und diese Geräte
waren selten.

Die Version IV gab's zusätzlich zur vorherigen Hardware-Basis auf 68000,
8086, Z8000 und 6809, möglicherweise auch auf GA-440 (General
Automation?). Letzterer ist in einer Header-Datei [1] erwähnt, also
nicht sicher, ob's das wirklich gab. In irgendeinem Fließtext wird das
Zahlendarstellungsformat vom HP-87 und vom TMS9900 erwähnt. Aber nur
dort.

Dateisysteme: max 32k Sektoren. Ein Sektor hat immer 512Byte. D.h. max.
16MB pro Dateisystem/Partition. In Version IV gab's Sub-Volumes, also so
was ähnliches wie Subdirectories, um die 77-Dateien-Grenze pro
Dateisystem zu überwinden.

Dem p-System war's egal, wie ein blockorientiertes Gerät funktioniert,
denn das regelt das BIOS. Disketten, Festplatten, RAM-Disk, ... egal.

Gruß, Ralf

[1] In dieser Header-Datei sind ebenso Versionen V bis VII erwähnt, die
es nicht gab.
Kay Martinen
2020-05-09 00:59:55 UTC
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Post by Ralf Kiefer
Post by Kay Martinen
Für's erste wäre eine Tabelle hilfreich welches OS welche min./max
Ressourcen (RAM, Disk, CPUs) kann.
Solch eine Tabelle fürs UCSD p-System kenne ich nicht, also versuche ich
es. In englischen Wiki-Einträgen stehen ein paar Daten, aber nicht allzu
Oh, Sorry. Zu alt! Und es war wohl schon zu spät abends als ich das
schrieb, hatte erst viel mehr erklärt dann aber gekürzt und das
wesentliche leider raus geworfen.

Es geht nicht um SO alte Systeme. Sondern um eher neu-altes. Also
Zwischen Pentium II mit bis 256MB und PIII/500 mit bis 768 MB und auch
eher um die Zeitgenössischen OS wie alles zwischen DOS/LM/Lantastic über
OS/2 bis zu Windows 9x/NT oder Win 2000 (Server).

Die Gehäuse haben zwischen 2-4 und 10 Plätze für Laufwerke und die Idee
ist das mindestens einer Domaincontroller sein soll, einer Tapebackups
mit Autoloadern und dann ???

Eine Windows 2000 Server VM läuft hier schon als DC. Aber da hab ich
noch das Problem das zwischen dem und dem XP Pro Laptop (Domain-member)
kein WINS-Austausch statt findet. Sprich: Der eine sieht den anderen
nicht - nur sich selbst in der Netzwerk-umgebung.

Einen OS/2 Server mit ArcSolo/2 o.a. Backup-Software wäre auch noch ne
idee. Ggf. in Getrennten Segmenten (1*OS/2 1*Win) allerdings hätte ich
gern auf beide Zugriff von Clients mit DOS und Win - oder OS/2
Requester. Ein Warpserver eBusiness in einer VB-VM ist probeweise
installiert. Weiß jemand was dessen eingebautes Backup kann?

Ist alles noch spekulativ weil ich noch nicht weiß wo ich am besten was
Installiere. Allenfalls die HW-Daten könnte/Müsste ich mal zusammen stellen.

Kay
--
Posted via SN
Ralf Kiefer
2020-05-09 10:32:54 UTC
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Post by Kay Martinen
Es geht nicht um SO alte Systeme. Sondern um eher neu-altes. Also
Zwischen Pentium II mit bis 256MB und PIII/500 mit bis 768 MB und auch
eher um die Zeitgenössischen OS wie alles zwischen DOS/LM/Lantastic über
OS/2 bis zu Windows 9x/NT oder Win 2000 (Server).
Neumodisches Intel-Gelump ;-) Das ist so wie einen Golf 7 zum
erhaltenswerten Oldtimer erklären zu wollen.

Gruß, Ralf
Kay Martinen
2020-05-09 13:11:24 UTC
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Post by Ralf Kiefer
Post by Kay Martinen
Es geht nicht um SO alte Systeme. Sondern um eher neu-altes. Also
Zwischen Pentium II mit bis 256MB und PIII/500 mit bis 768 MB und auch
eher um die Zeitgenössischen OS wie alles zwischen DOS/LM/Lantastic über
OS/2 bis zu Windows 9x/NT oder Win 2000 (Server).
Neumodisches Intel-Gelump ;-) Das ist so wie einen Golf 7 zum
erhaltenswerten Oldtimer erklären zu wollen.
Altmodisches ucsd-p Gelumpe ;-) Das ist so als führe man eine Isetta und
sei stolz drauf das sie "ein Rad ab"(1) hätte und man den "modernen
Komfort" ja nicht bräuchte.

Allerdings... Stimmt schon. Das ist eher Sentimentalität plus
Retroeinsatz-wunsch. Und die Beste Kombi aus HW und SW zu suchen ist
schon gradezu wirtschaftlicher Optimierungswutz - den ich sonst auch
eher für Teuflisch halte. Weil man ihn mit dem Beelzebub austreiben will.


Kay

(1) Ja, ich weiß das die 2 hinten nur sehr eng zusammen stehen - so eng
das es wirkt als hätt es nur Drei!
--
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Dennis Grevenstein
2020-05-09 19:28:17 UTC
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Post by Ralf Kiefer
Neumodisches Intel-Gelump ;-) Das ist so wie einen Golf 7 zum
erhaltenswerten Oldtimer erkl?ren zu wollen.
Mittlerweile ist das ja durchaus etwas, das bei vielen nostalgische
Gefuehle ausloest. Eine Erinnerung an eine Zeit als Daten noch auf
einem Server in der Ecke gespeichert und nicht in die Cloud hochgeladen
wurden.
Ich bin ja mal gespannt, ob die Leute in 20 Jahren alte iPhones sammeln.

gruss,
Dennis
--
"I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the
shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhaeuser
gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain."
Ralf Kiefer
2020-05-09 20:18:26 UTC
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Post by Dennis Grevenstein
Ich bin ja mal gespannt, ob die Leute in 20 Jahren alte iPhones sammeln.
Als Mechanical Samples geht das. Ist IMHO nur recht zwecklos. Erstens
sind die Akkus platt und können nicht getauscht werden, zweitens
funktionieren diese Geräte nur mit Netzanbindung. Genau das wird Apple
rechtzeitig abstellen, so wie diverse Plattformen schon lange tot sind,
die die Basis z.B. für irgendwelche Spiele waren.

All das, was "das Netz" benötigt, wird sich nicht bewahren lassen. So
stehen z.B. im ZKM ein paar "Kunstwerke", die irgendwas aus dem
damaligen Internet visualisieren. Vor 15 Jahren funktionierte das
"Kunstwerk", heute nicht mehr.

Gruß, Ralf
Kay Martinen
2020-05-09 22:37:03 UTC
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Post by Ralf Kiefer
Post by Dennis Grevenstein
Ich bin ja mal gespannt, ob die Leute in 20 Jahren alte iPhones sammeln.
Was ein Echter Apple Fanboi ist... :-)
Post by Ralf Kiefer
rechtzeitig abstellen, so wie diverse Plattformen schon lange tot sind,
die die Basis z.B. für irgendwelche Spiele waren.
Ja, z.b. das WON für Halflife als (IMHO) Matchmaker-Software mit
geliefert wird auch nicht mehr funktionieren. HL selbst dagegen schon
noch weil es nativ TCP/IP nutzen kann. Manche Früheren Spiele setzten
auf IPX und "das wird wohl nix" mehr. ;-)
Post by Ralf Kiefer
All das, was "das Netz" benötigt, wird sich nicht bewahren lassen. So
stehen z.B. im ZKM ein paar "Kunstwerke", die irgendwas aus dem
damaligen Internet visualisieren. Vor 15 Jahren funktionierte das
"Kunstwerk", heute nicht mehr.
Weil die hosts-datei nicht mehr stimmt oder die Protokolle
verschlimmbessert wurden?

Ich hatte zu Win 9x Zeiten mal ein "Visual Traceroute" das Super
Funktionierte. Jahre später nicht mehr. Es war mit Werbung voll
gekleistert und nur gegen Lösegeld-Zahlung (AFAIR shareware o.
Kostenpflichtig) zum laufen zu bewegen - ohne Demomodus oder Limitierte
Funktion. So kann man Software auch zugrunde richten.

Im LAN hab ich früher gern "The Dude" eingesetzt. Damals hieß es "Nehmt
lieber Version 2 die 3.x ist buggy". Nun, die 3.x hat zwar macken läuft
aber sonst gut. Die akt. 6.4x dagegen scheint zum reinen Client geworden
zu sein. Die eigentlich geniale "Lokal Derver" (Deutsche Übersetzung)
Funktion steckt jetzt nur noch im RouterOS o.a. Produkten von Mikrotik.

Schön wenn man welche hat. Hab ich nur nicht!

Nur Zwei weitere Beispiele für "Times they are a changeling"

Kay
--
Posted via SN
Ralf Kiefer
2020-05-09 23:26:59 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Weil die hosts-datei nicht mehr stimmt oder die Protokolle
verschlimmbessert wurden?
Ich schrieb 15 Jahre. Ich nehme an, daß die Server und ggf. darauf
angebotene Dienste nicht mehr verfügbar sind.
Post by Kay Martinen
Ich hatte zu Win 9x Zeiten [...]
Du meinst zu "System-7.5-Zeiten" ... :-)
Post by Kay Martinen
Die eigentlich geniale "Lokal Derver" (Deutsche Übersetzung)
Funktion steckt jetzt nur noch im RouterOS o.a. Produkten von Mikrotik.
Schön wenn man welche hat. Hab ich nur nicht!
Werbung: Der hEX Lite kostete bei Reichelt bis vor ein paar Tagen
36Euros, jetzt 40Euros. Schönes Gerät, der läuft seit 4Jahren hier im
Dauerbetrieb (rund 1W), jetzt unterstützt durch einen hEX S für rund
65Euros mit knapp 2W Verbrauch.

Gruß, Ralf
Martin Peters
2020-05-10 11:16:29 UTC
Permalink
Kay Martinen schrieb:
(...)
Post by Kay Martinen
Post by Ralf Kiefer
rechtzeitig abstellen, so wie diverse Plattformen schon lange tot sind,
die die Basis z.B. für irgendwelche Spiele waren.
Ja, z.b. das WON für Halflife als (IMHO) Matchmaker-Software mit
geliefert wird auch nicht mehr funktionieren. HL selbst dagegen schon
noch weil es nativ TCP/IP nutzen kann. Manche Früheren Spiele setzten
auf IPX und "das wird wohl nix" mehr. ;-)
Fuer vieles, was man mit verhaeltnismaessigem Aufwand selber
betreiben/nachaeffen/emulieren kann, werden sich Enthusiasten finden,
die es entweder betreiben oder Nachahmungen schaffen, die es wenigstens
ermoeglichen, die (End-)Geraete weiter zu verwenden (wobei das bei
Mobilfunk u.U. schwierig ist, weil die Frequenzen neu vergeben wurden).
Fuers C-Netz gibt es sowas z.B. als inoffizielle SDR-Loesung (Betrieb
ist in Deutschland natuerlich verboten). Die Netz-Technik ist z.T. auch
komplett entsorgt worden. Da geht z.T. echt Technik-Geschichte floeten,
siehe auch:

https://twitter.com/33dBm/status/1251835553282129921

Auch bei CEPT gibt's ja Enthusiasten und es gibt Leute, die grade
versuchen, Standards zu implementieren, die nie wirklich gelebt haben:

https://digitalcompactcassette.github.io/Documentation/ITTSbox/
Post by Kay Martinen
Post by Ralf Kiefer
All das, was "das Netz" benötigt, wird sich nicht bewahren lassen. So
stehen z.B. im ZKM ein paar "Kunstwerke", die irgendwas aus dem
damaligen Internet visualisieren. Vor 15 Jahren funktionierte das
"Kunstwerk", heute nicht mehr.
Weil die hosts-datei nicht mehr stimmt oder die Protokolle
verschlimmbessert wurden?
hosts-Datei? Wir reden doch jetzt nicht von den 1980er Jahren.
Christian Zietz
2020-05-10 09:33:54 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
All das, was "das Netz" benötigt, wird sich nicht bewahren lassen. So
stehen z.B. im ZKM ein paar "Kunstwerke", die irgendwas aus dem
damaligen Internet visualisieren. Vor 15 Jahren funktionierte das
"Kunstwerk", heute nicht mehr.
Nun, das Problem hatten Museen schon vor "dem Netz", sogar schon vor
Computern. Z.B. gibt es Kunst, in die ein Röhrenmonitor oder ein
VHS-Player eingebaut ist. Diese Kunstwerke sind jetzt auch EOL.

Grüße
Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
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PGP/GnuPG-Key-ID: 0x52CB97F66DA025CA / 0x6DA025CA
Kay Martinen
2020-05-10 11:04:06 UTC
Permalink
Post by Christian Zietz
Post by Ralf Kiefer
All das, was "das Netz" benötigt, wird sich nicht bewahren lassen. So
stehen z.B. im ZKM ein paar "Kunstwerke", die irgendwas aus dem
damaligen Internet visualisieren. Vor 15 Jahren funktionierte das
"Kunstwerk", heute nicht mehr.
Nun, das Problem hatten Museen schon vor "dem Netz", sogar schon vor
Computern. Z.B. gibt es Kunst, in die ein Röhrenmonitor oder ein
VHS-Player eingebaut ist. Diese Kunstwerke sind jetzt auch EOL.
Was du damit (andere Sichtweise) eigentlich bemängelst ist:

- Die Fehlende Weitsicht des Künstlers/Installateurs.
- Die mangelnde/inexistente Ersatzteilhaltung des Museums.

:-)

Die obigen beiden Punkte lassen sich ja 1:1 auf jeden Wirtschaftszweig
anwenden. Und das fällt uns grade in dieser Krise auf die Füße.

Natürlich liegt das eigentliche Problem darin das die Billiglohnländer
eben immer noch Billiglohnländer sind! Da muß man dann auch mal ein
nicht mehr funktionierendes "Kunstwerk" verschrotten. Stehen ja bestimmt
schon 10 neue "Künstler" auf der Matte die "was anderes" anbieten könnten.

Wird man auch da den Billigsten nehmen!? Sollte man Arbeitskraft nach
"Schönheit" bewerten?!

Kay
(Röhrenmonitor und VHS-Besitzer)
--
Posted via SN
Christian Zietz
2020-05-10 11:09:25 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
- Die Fehlende Weitsicht des Künstlers/Installateurs.
- Die mangelnde/inexistente Ersatzteilhaltung des Museums.
Vielleicht war es ja auch die Intention des Künstlers, dass sein Werk
veraltet und irgendwann obsolet ist? Es gibt auch Künstler, die nageln
Bananenschalen auf ein Holzbrett -- so etwas hält auch nicht ewig.

PS: Interessanter Artikel zum Thema CRT-Ersatz für Museen:
https://www.washingtonpost.com/entertainment/museums/a-guy-in-minnesota-is-the-museum-worlds-answer-to-old-technology/2018/04/19/78cae5aa-3dcd-11e8-8d53-eba0ed2371cc_story.html

Grüße
Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
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Kay Martinen
2020-05-10 11:51:36 UTC
Permalink
Post by Christian Zietz
Post by Kay Martinen
- Die Fehlende Weitsicht des Künstlers/Installateurs.
- Die mangelnde/inexistente Ersatzteilhaltung des Museums.
Vielleicht war es ja auch die Intention des Künstlers, dass sein Werk
veraltet und irgendwann obsolet ist? Es gibt auch Künstler, die nageln
Nicht jeder ist ein Banksy und schafft selbstzerstörende Kunstwerke. ;-)

Bei Obsoleszenz denke ich auch mehr an normale Produkte die auf kurze
Lebensdauer hin "optimiert" wurden, damit auch ja die Nachfrage nicht
einbricht.

Aber: Katze->Schwanz.
Wenn alles immer neu angeschafft wird, gibt es keinen Anreiz Haltbare
Produkte zu erzeugen. Und wenn das neu Produzieren (vordergründig) so
billig zu haben ist auch nicht.
Schwanz->Katze!

= Das langfristige Kundenverhalten bewirkt Obsoleszenz!
Die meisten Kunden denken aber nicht Langfristig.

Kay
--
Posted via SN
Christian Zietz
2020-05-10 20:47:54 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Nicht jeder ist ein Banksy und schafft selbstzerstörende Kunstwerke. ;-)
Man braucht keine Zerstörungsvorrichtung (wie den Banksy'schen
Shredder). Man kann es auch dem Lauf der Zeit überlassen, ebenso wie der
Lauf der Zeit eben technische Kunstwerke irgendwann veralten oder nicht
mehr funktionsfähig werden lässt. Z.B. im Museum Ostwall im Dortmunder U
habe ich Kunstwerke gesehen, die imho schon an der Grenze zu eklig
waren. Ich sage nur, Käse ist nicht dafür gemacht, 50 Jahre zu
überdauern. Aber das wird off-topic.

Schöne Grüße
Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
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Dennis Grevenstein
2020-05-10 11:05:37 UTC
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Post by Christian Zietz
Nun, das Problem hatten Museen schon vor "dem Netz", sogar schon vor
Computern. Z.B. gibt es Kunst, in die ein Röhrenmonitor oder ein
VHS-Player eingebaut ist. Diese Kunstwerke sind jetzt auch EOL.
Warum sollte Kunst für die Ewigkeit gemacht sein?
Bestimmt sich die "Obsoleszenz" nicht sowieso eher durch den sozialen
Kontext?

Vor dem Hintergrund ist es egal, ob eine Internetkunst nicht mehr
funktioniert, weil das .gif nicht mehr abrufbar ist (404) oder nicht
mehr funktioniert, weil eine moderne Generation mit einem Baustellen
.gif einfach emotional gar nichts mehr anfangen kann.
Und Kunst aus Holz oder Papier hält auch weniger lang als Kunst aus
Stein z.B.

gruss,
Dennis
--
"I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the
shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser
gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain."
Michael Kraemer @ home
2020-05-10 11:43:06 UTC
Permalink
Post by Dennis Grevenstein
Post by Christian Zietz
Nun, das Problem hatten Museen schon vor "dem Netz", sogar schon vor
Computern. Z.B. gibt es Kunst, in die ein Röhrenmonitor oder ein
VHS-Player eingebaut ist. Diese Kunstwerke sind jetzt auch EOL.
Warum sollte Kunst für die Ewigkeit gemacht sein?
Bestimmt sich die "Obsoleszenz" nicht sowieso eher durch den sozialen
Kontext?
Vor dem Hintergrund ist es egal, ob eine Internetkunst nicht mehr
funktioniert, weil das .gif nicht mehr abrufbar ist (404) oder nicht
mehr funktioniert, weil eine moderne Generation mit einem Baustellen
.gif einfach emotional gar nichts mehr anfangen kann.
Und Kunst aus Holz oder Papier hält auch weniger lang als Kunst aus
Stein z.B.
gruss,
Dennis
nunja, die Kunst von steinzeitlichen Hoehlenmalern
oder diese zigtausend Jahre alte Frauenfigur von der schwaebischen Alb
"funktionieren" immer noch und sind auch uns Heutigen verstaendlich.
Kommt wohl drauf an, ob der Kuenstler sich anderen verstaendlich machen
will,
oder lieber in seiner eigenen Blase lebt.
Kay Martinen
2020-05-10 11:59:56 UTC
Permalink
Post by Michael Kraemer @ home
Post by Dennis Grevenstein
Post by Christian Zietz
Nun, das Problem hatten Museen schon vor "dem Netz", sogar schon vor
Computern.
 
Warum sollte Kunst für die Ewigkeit gemacht sein?
Bestimmt sich die "Obsoleszenz" nicht sowieso eher durch den sozialen
Kontext?
Und Kunst aus Holz oder Papier hält auch weniger lang als Kunst aus
Stein z.B.
nunja, die Kunst von steinzeitlichen Hoehlenmalern
oder diese zigtausend Jahre alte Frauenfigur von der schwaebischen Alb
"funktionieren" immer noch und sind auch uns Heutigen verstaendlich.
Kommt wohl drauf an, ob der Kuenstler sich anderen verstaendlich machen
will, oder lieber in seiner eigenen Blase lebt.
Da ist wohl auch die Definition von "Schaffenshöhe" etwas davon galoppiert.

Man könnte auch heute noch einen Stein nehmen und eine Rubensfigur draus
formen. Interessiert nur keinen mehr weil es nix neues ist und oft naiv
wirkt. In den passenden Kontext gestellt ("Behinderten-Kunst", "Kunst
von Laien") vielleicht noch. Aber die "Große Kunst" ist m.E. eh total
"abgehoben". Da kann sich das dann auch leicht wieder umkehren.

Dilbert zum Boss: "If challenges are more valuable than money, give me
your money and you got my challenges"

Kay
--
Posted via SN
Michael Kraemer @ home
2020-05-10 12:05:22 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Post by Michael Kraemer @ home
Post by Dennis Grevenstein
Post by Christian Zietz
Nun, das Problem hatten Museen schon vor "dem Netz", sogar schon vor
Computern.
Warum sollte Kunst für die Ewigkeit gemacht sein?
Bestimmt sich die "Obsoleszenz" nicht sowieso eher durch den sozialen
Kontext?
Und Kunst aus Holz oder Papier hält auch weniger lang als Kunst aus
Stein z.B.
nunja, die Kunst von steinzeitlichen Hoehlenmalern
oder diese zigtausend Jahre alte Frauenfigur von der schwaebischen Alb
"funktionieren" immer noch und sind auch uns Heutigen verstaendlich.
Kommt wohl drauf an, ob der Kuenstler sich anderen verstaendlich machen
will, oder lieber in seiner eigenen Blase lebt.
Da ist wohl auch die Definition von "Schaffenshöhe" etwas davon galoppiert.
Man könnte auch heute noch einen Stein nehmen und eine Rubensfigur draus
formen. Interessiert nur keinen mehr weil es nix neues ist und oft naiv
wirkt.
also ich wuerde die "Schaffenshöhe" heutiger Kunst durchaus auf
Steinzeitnivaeu sehen.
Arno Welzel
2020-05-10 21:08:33 UTC
Permalink
Michael Kraemer @ home:

[...]
Post by Michael Kraemer @ home
nunja, die Kunst von steinzeitlichen Hoehlenmalern
oder diese zigtausend Jahre alte Frauenfigur von der schwaebischen Alb
"funktionieren" immer noch und sind auch uns Heutigen verstaendlich.
Das bezweifle ich.

Was genau bedeuten denn die steinzeitlichen Frauenfiguren? Deren genaue
Funktion kennt man nicht und kann nur darüber spekulieren, weil es aus
dieser Zeit keine schriftlichen Überlieferungen gibt.

Und Höhlenmalereien mögen zwar auf den ersten Blick "verständlich" sein,
weil man Menschen darauf identifizieren kann, die möglicherweise
Jagdszenen o.Ä. darstellen - aber wirklich wissen tut man es nicht.
Post by Michael Kraemer @ home
Kommt wohl drauf an, ob der Kuenstler sich anderen verstaendlich machen
will,
oder lieber in seiner eigenen Blase lebt.
Was hat denn die zeitliche Dauer einer Kunstinstallation mit "Blase" zu tun?
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Ralf Kiefer
2020-05-10 12:02:11 UTC
Permalink
Post by Christian Zietz
Z.B. gibt es Kunst, in die ein Röhrenmonitor oder ein
VHS-Player eingebaut ist. Diese Kunstwerke sind jetzt auch EOL.
Kunstwerke, die auf solchen Resourcen beruhen, sind nicht so schnell
funktionslos. Bildröhren, VHS-Player u.a. lassen sich mit eigenen
(Museums-)Mitteln länger bewahren. Genau das macht das ZKM in größerem
Stil. Sie legen sich Bildschirme auf Vorrat ins Magazin, wenn sie
spezielle brauchen. Videos kommen nicht mehr unbedingt von VHS-Bändern,
sondern vom Server. SCSI-Festplatten in Macs der 1990er Jahre wurden
durch SD-Karten ersetzt. Usw.

Fremde Resourcen sind dagegegen einfach weg. Sehr speziell wird's bei
Resourcen, die von anderen abgeleitet werden, z.B. Traffic im Netz, der
die Basis für eine Visualisierung bildet [1].

Von diesen "Kunstwerken" sind einige sicher bewußt so gestaltet, daß sie
ausschließlich die Gegenwart abbilden. Ich denke z.B. an die
Live-Übertragung von Web-Cams aus der ganzen Welt, die zuletzt längere
Zeit bei der Sonderausstellung Open Codes lief. Da wurden einfach die
Bilder ungesicherter Web-Cams im steten Wechsel (30-60sec Laufzeit)
gezeigt, häufig mit eingeblendetem lokalem Zeitstempel. Wenn irgendwann
auch mal Asiaten merken, daß die Bilder ihrer Web-Cams aus ihrem Laden
über dem Tresen und der Kasse weltweit verfügbar sind, und sie dies
nicht mehr wollen, wird das Kunstwerk obsolet. Ziel erreicht :-) Nur
ist das ein bewußt gewählter Ansatz.

Gruß, Ralf


[1] Über den Begriff "Kunst" kann man streiten :-)
Jos Dreesen
2020-05-09 19:44:09 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
N'Abend!
Die Version III gab's ausschließlich auf der speziellen Pascal
MicroEngine, also der eigenen CPU. Laut Wiki-Eintrag 312kB RAM. Diese
Version ist eher uninteressant zur Emulation, IMHO. Und diese Geräte
waren selten.
Hier steht eine. Und die hat definitiv keine 312K RAM, eher 128K...
Post by Ralf Kiefer
Die Version IV gab's zusätzlich zur vorherigen Hardware-Basis auf 68000,
8086, Z8000 und 6809, möglicherweise auch auf GA-440 (General
Automation?). Letzterer ist in einer Header-Datei [1] erwähnt, also
nicht sicher, ob's das wirklich gab. In irgendeinem Fließtext wird das
Zahlendarstellungsformat vom HP-87 und vom TMS9900 erwähnt. Aber nur
dort.
Ein orignal-satz UCSD-P Set fur HP86/87 liegt hier auch rum.

Jos
Ralf Kiefer
2020-05-09 20:18:26 UTC
Permalink
Post by Jos Dreesen
Hier steht eine. Und die hat definitiv keine 312K RAM, eher 128K...
"Man" müßte den Wiki-Eintrag korrigieren ;-)
Post by Jos Dreesen
Ein orignal-satz UCSD-P Set fur HP86/87 liegt hier auch rum.
Nur bei Dir? Oder gibt's Kopien auch anderswo, z.B. bei Bitsavers?

Gab's diese HP-86/87 eigentlich in nennenswerter Stückzahl in
Mitteleuropa? Ich habe so einen noch nie real gesehen.

Gruß, Ralf
Marcel Mueller
2020-05-21 12:56:28 UTC
Permalink
Post by Kay Martinen
Für's erste wäre eine Tabelle hilfreich welches OS welche min./max
Ressourcen (RAM, Disk, CPUs) kann. Falls jemand so was für die
Retrosparte kennt, Link wäre Hilfreich. Ist zu lange her das ich noch
alle Daten wüsste.
Ich glaube nicht dass so eine Liste in sinnvoll existiert. Auch vor >20
Jahren wurde das Sizing eines Servers nicht primär am Betriebssystem
festgemacht, sondern am Anwendungsfall. Und da macht es halt schon
eklatante Unterschiede, ob da ein großes RDBMS drauf laufen soll oder
nur ein Webserver; und ob es 20 User sind oder eher 1000.

Also die Software, die drauf soll als Ganzes ist für das Sizing
relevant. Die Last bei Retro eher weniger.
Besonders wenig hilfreich sind in diesem Zusammenhang die
Minimalanforderungen der Hersteller. Die waren in der Regel nur für
PowerPoint-Präsentationen bestimmt.


Marcel

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