Discussion:
Data IO ChipLab: Problem "Pin Logic Control" FAIL
(zu alt für eine Antwort)
Ralf Kiefer
2021-03-03 13:12:04 UTC
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Hallo,

nach längerer Zeit versuche ich dieses "nicht so tolle"[tm]
Programmiergerät wiederzubeleben, nachdem ich den Windows-XP-PC frisch
installieren mußte. Nach etlichen vergeblichen Installationsversuchen
der ChipLab-Software (mit Porttalk zur Umgehung der Speicherschutzes von
Windows NT und Nachfolger) wurde es endlich erkannt. Aber das neue
Verhalten ist obige Fehlermeldung bei fast(!) jedem Selbsttest: "Pin
Logic Control: FAIL". Ich habe das Gerät mal kurz zerlegt, um sämtliche
Steckkontakte zu bewegen. Nutzte nichts.

Interessant ist, daß diese Fehlermeldung ungefähr bei jedem 10.Versuch
nicht kommt.

Das Handbuch fordert mich lediglich auf bei dieser Fehlermeldung den
Kundendienst zu kontaktieren. Na, ob der sich nach 25 Jahren noch an ein
solches Gerät erinnert ...

Kennt jemand das Verhalten und weiß 'ne Abhilfe? Oder soll ich das Teil
direkt zum E-Schrott tun? Die miserable Software dazu hätte es ganz
sicher verdient. Aber dieses Gerät war hier für einen Chip das Gerät der
Wahl, das der TL866CS nicht beherrscht.

Gruß, Ralf
Hanno Foest
2021-03-03 13:16:04 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
nach längerer Zeit versuche ich dieses "nicht so tolle"[tm]
Programmiergerät wiederzubeleben, nachdem ich den Windows-XP-PC frisch
installieren mußte.
Kein Backup? Damit könnte man herausfinden, ob es ein Software- oder ein
Hardwareproblem ist.

Hanno
--
The modern conservative is engaged in one of man's oldest exercises in
moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification
for selfishness.
- John Kenneth Galbraith
Peter Greuter
2021-03-03 13:49:21 UTC
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Guten Tag,
nach l=E4ngerer Zeit versuche ich dieses "nicht so tolle"[tm]
Programmierger=E4t wiederzubeleben, nachdem ich den Windows-XP-PC fris=
ch
installieren mu=DFte.
besuchen Sie

http://matthieu.benoit.free.fr/139.htm

Matthieu Benoit ist ein Spezialist f=FCr =E4ltere Programmierger=E4te, h=
at viele =

Quellen und kann viele Fragen beantworten :-)

HTH

Gr=FCsse aus dem stillen Paris

--
Peter Greuter
mes vieilleries sur http://pgreuter.free.fr/albumel.htm
Ralf Kiefer
2021-03-03 14:00:26 UTC
Permalink
Matthieu Benoit ist ein Spezialist für ältere Programmiergeräte, hat viele
Quellen und kann viele Fragen beantworten :-)
Seine Seite kenne ich, seit ich dieses Gerät habe.

Er schreibt auf englisch. Gut so :-) Fragen zum Programmiergerät auf
französisch wären "etwas" verwirrend vermutlich für beide Seiten ;-)

Gruß, Ralf
Ralf Kiefer
2021-03-03 13:56:21 UTC
Permalink
Post by Hanno Foest
Post by Ralf Kiefer
nach längerer Zeit versuche ich dieses "nicht so tolle"[tm]
Programmiergerät wiederzubeleben, nachdem ich den Windows-XP-PC frisch
installieren mußte.
Kein Backup? Damit könnte man herausfinden, ob es ein Software- oder ein
Hardwareproblem ist.
Der Windows-PC ist eine andere Geschichte. der war nur der Anlaß, daß
das Gerät ungefähr 1 Jahr ungenutzt herumstand. Ich habe das
Programmiergerät jetzt noch an einem zweiten Windows-XP-PC getestet.

Das Programmiergerät hat seine eigene Spannungsversorgung, hängt nur an
einem Centronics-Druckerkabel am PC, und die Selbsttest-Software scheint
im Gerät auf dem dortigen Controller lokal zu laufen. Im Gerät sind
mehrere recht große SMD-Chips, die neben dem tatsächlichen Hersteller
den Schriftzug "DATA IO" aufgedruckt haben. Auf den Platinen ist alles
in SMD.

So sieht das Gerät aus:
http://matthieu.benoit.free.fr/139.htm
Auf dem ersten Foto mit Bildschirminhalt sieht man, wie die Begrüßung
ablaufen soll. Das Oberteil mit dem 48pol. Sockel ist flach, abnehmbar
und somit austauschbar. Ich habe nur dieses eine Oberteil mit dem
DIP-Sockel.

Gruß, Ralf
Rafael Deliano
2021-03-03 16:43:13 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
Das Programmiergerät hat seine eigene Spannungsversorgung,
Scheint hier nur 24V Trafo extern zu sein.
Bei einem Programmiergerät von SMS erzeugte das externe Netzteil
diverse Spannungen. Da fiel nach Jahren als nur noch
Reparaturbedarf gemacht wurde das Netzteil des
Geräts der Fertigung aus. Wurde gegen das Netzteil des wenig
benutzten Geräts der Entwicklung getauscht das noch ok war.
Damit vermutlich Elkos der Schaltregler. Dort mit Oszilloskop
Ripple auf DC-Versorgungen prüfen.
Post by Ralf Kiefer
mehrere recht große SMD-Chips, die neben dem tatsächlichen Hersteller
den Schriftzug "DATA IO" aufgedruckt haben.
Die "edlen" Programmiergeräte galten ehedem als unreparierbar
weil die Pintreiber anno EPROM angeblich kundenspezifische ICs
waren.

MfG JRD
Ralf Kiefer
2021-03-03 18:31:05 UTC
Permalink
Post by Rafael Deliano
Scheint hier nur 24V Trafo extern zu sein.
Genau. 24VAC für 40VA, laut Beschriftung.
Post by Rafael Deliano
Damit vermutlich Elkos der Schaltregler. Dort mit Oszilloskop
Ripple auf DC-Versorgungen prüfen.
Ok, das mache ich. Das Aussehen des Innenlebens sieht aus wie neu.

Aber klar, traue keinem Elko, den Du nicht selbst getauscht hast :-)
Post by Rafael Deliano
Die "edlen" Programmiergeräte galten ehedem als unreparierbar
weil die Pintreiber anno EPROM angeblich kundenspezifische ICs
waren.
Das betrifft den digitalen Teil dieser Platine ganz sicher. Aber das ist
bei den meisten anderen Geräten ab den 1990er Jahren genau dasselbe.

Gruß, Ralf
Ralf Kiefer
2021-03-04 00:09:21 UTC
Permalink
Post by Rafael Deliano
Damit vermutlich Elkos der Schaltregler. Dort mit Oszilloskop
Ripple auf DC-Versorgungen prüfen.
Optisch perfekt. Ripple praktisch nicht erkennbar. Aber ich habe zuerst
nur auf die Schnelle im Idle-Modus nachgeschaut.

Aus dem Netzteil kommen mehrere Spannungen laut Platinenaufdruck raus:
33V sind exakt 33,0V, 27V werden als 28,3V angeboten, 5V sind 5,1V, -5V
und +10V sind exakt, bei 15V kommen 15,5V.

Die Spannungsmessung während des Hardware-Testlaufs sieht verdächtig bei
den 27V aus, die zwischen 28,3 und 29,8V schwankt. Ähnlich sieht's bei
den 15V dynamisch aus. Auch Schwankungen bei den -5V im Bereich von
200mV. Die +5V, +10V und +33V "wackeln" auf dem Voltmeter deutlich unter
1%, d.h. die sind gut geregelt.

Da stelle ich mir die Frage, ob die lastabhängig schwankenden Spannungen
nur "grob" geregelt werden. Soll bei Schaltnetzteilen vorkommen, hörte
ich.


Übrigens jetzt an einem dritten Windows-XP-PC (und mit anderem
Druckerkabel) laufen die Hardware-Tests im Dauerlauf und erfolgreich.
Ich verstehe das nicht .... Mit dem Oszi komme ich bei meinem
aktuellen Aufbau gerade nicht dran. Muß umbauen.

Die Platinen liegen jetzt ohne Gehäuse herum. An besserer Kühlung ohne
Gehäuse kann es nicht liegen, denn auch die Kühlkörper der Drei- und
Fünfbeiner vom Netzteil bleiben nahezu kalt.
Post by Rafael Deliano
Die "edlen" Programmiergeräte galten ehedem als unreparierbar weil die
Pintreiber anno EPROM angeblich kundenspezifische ICs waren.
Es steht neben DATA IO auch NCR drauf. Auf der Platinenunterseite ist
rund um diese Chips sehr viel Hühnerfutter befestigt, darunter dutzende
Dreibeiner.


Hat schon mal jemand erforscht, wie die parallele Schnittstelle
betrieben wird? Bidirektional ist logisch. Und die PC-Software brät auf
den IO-Pins selber rum, ohne einen Windows-Treiber zu benutzen.
Möglicherweise liegt hier die Schwachstelle, denn an
Druckerschnittstellen auf PCI-Karten mit untypischen Treiberchips hat
die Software verweigert. Jetzt hängt das DATA-IO-Gerät an der
Schnittstelle von einer Asus-Hauptplatine, also eher mainstreamig.

Desweiteren habe ich mir die Chips auf der DATAIO-Platine angeschaut:
der größte ist ein ASIC von Toshiba. Ein SRAM mit 8kB ist drauf. Das ist
ziemlich wenig, wenn ich bedenke, daß man mit diesem Gerät 4Mb-EPROMs
programmieren kann. D.h. da müssen ständig Daten vom PC nachgeliefert
werden, damit der Programmiervorgang nicht pausiert.


Gruß, Ralf
Andreas Neumann
2021-03-04 04:56:54 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
33V sind exakt 33,0V, 27V werden als 28,3V angeboten, 5V sind 5,1V, -5V
und +10V sind exakt, bei 15V kommen 15,5V.
Die Spannungsmessung während des Hardware-Testlaufs sieht verdächtig bei
den 27V aus, die zwischen 28,3 und 29,8V schwankt. Ähnlich sieht's bei
den 15V dynamisch aus. Auch Schwankungen bei den -5V im Bereich von
200mV. Die +5V, +10V und +33V "wackeln" auf dem Voltmeter deutlich unter
1%, d.h. die sind gut geregelt.
Bei einem vergleichbaren Mehrspannungs-Netzteil für meinen digitalen
Videorecorder war es ähnlich. Nach Austausch der Elkos waren die Spannungen
nahezu exakt.
Post by Ralf Kiefer
Da stelle ich mir die Frage, ob die lastabhängig schwankenden Spannungen
nur "grob" geregelt werden. Soll bei Schaltnetzteilen vorkommen, hörte
ich.
Üblicherweise werde da nur ein oder zwei Spannungen geregelt, die anderen
abgeleitet.
Rafael Deliano
2021-03-04 06:39:03 UTC
Permalink
Post by Ralf Kiefer
Übrigens jetzt an einem dritten Windows-XP-PC (und mit anderem
Druckerkabel) laufen die Hardware-Tests im Dauerlauf und erfolgreich.
Den Effekt daß einige PCs praktisch nicht verwendbar waren hatte das
SMS-Programmiergerät damals auch.
"Verbesserte" Parallelschnittstelle mit zuwenig Pegel und/oder
Reflektionen. Kein Problem mit Druckern.
Da wäre der Ansatz das kürzest mögliche Kabel zu versuchen.

MfG JRD
Ralf Kiefer
2021-03-06 23:33:03 UTC
Permalink
Post by Rafael Deliano
"Verbesserte" Parallelschnittstelle mit zuwenig Pegel und/oder
Reflektionen.
Ich halte das für nicht ganz unwahrscheinlich, auch wenn dagegen
spricht, daß das Gerät sich in der ganz langsamen Betriebsart nicht
anders verhält.

Aber ich habe mittlerweile einen anderen Verdacht: nicht die Hardware
vom Programmiergerät oder Kabel, sondern die Software auf den
Industriestandard-PCs ist schrottig. Die Software entstand zu
ISA-Bus-Zeiten mit Windows 95, also ohne Speicherschutz und mit einer
kleineren Auswahl an IO-Chips im PC. Da diese Software direkt auf dem
IO-Chip herumbrät und zeitgemäßen PC-Aufbau erwartet, funktioniert sie
ggf. nicht mit PCI-Karten mit moderneren Chips, zudem ggf. nicht mit
IRQs von PCI-Karten.

Ich habe jetzt eine Kombination mit einem knapp 10Jahre alten Asus-Board
und Windows XP, die (mit Standardadresse 0x0378) funktioniert. Und ich
habe jetzt keine Lust mehr mich weiter in die Mysterien von schrottigem
1990er-Jahre-Microsoft-Design einzuarbeiten.

Danke für die Ideen, sie haben auf jeden Fall geholfen.

Gruß, Ralf

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