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Kennt jemand die Bücher von Flessner: "Erste Arbeiten mit Zuse-Computern" ?
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Martin Hepperle
2020-07-18 13:14:10 UTC
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Hallo,

kennt jemand die beiden Bücher von Hermann Flessner?

Bei "Books on Demand" bin ich eher etwa zurückhaltend da dort alles mögliche ohne redaktionelle Bearbeitung auf dem Markt ist.
Können aber auch super Bücher sein.

"Erste Arbeiten mit Zuse-Computern"

Band 1 - Rechnen, planen und konstruieren
200 Seiten ISBN-13: 9783741235931

Band 2 - Biegefestigkeit bewehrter Betonträger
296 Seiten ISBN-13: 9783741225574

Hard Cover
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 08.05.2017

Martin
Rafael Deliano
2020-07-18 16:56:34 UTC
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Post by Martin Hepperle
da dort alles mögliche ohne redaktionelle Bearbeitung
auf dem Markt ist.
Die Einschränkung hat Eigenverlag des Autors eben.
Ex-Professor sollte aber im Lauf der Jahre genug
Routine als Schriftsteller haben.
Hier ist es 2.Auflage, er hat es also auch schon
überarbeitet. Durch die Amazon-Funktion "Blick ins
Buch" ist die Papierversion recht risikofrei.
Kindle ist speziell bei Fotos meist eine Enttäuschung.

MfG JRD
K. Krause
2020-07-20 15:07:54 UTC
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Post by Rafael Deliano
Post by Martin Hepperle
da dort alles mögliche ohne redaktionelle Bearbeitung
auf dem Markt ist.
Die Einschränkung hat Eigenverlag des Autors eben.
Ex-Professor sollte aber im Lauf der Jahre genug
Routine als Schriftsteller haben.
Ähem, ich will wirklich nicht generalisieren, aber alleine
der von Dir erwähnte Titel sagt meiner langjährigen persön-
lichen Erfahrung nach lediglich etwas über die Höhe des
Gehaltes aus. Da gibt es sone und solche, auch welche die
keinen klaren Satz konsistent formulieren können, und die
meinen im 300-Sitzplatzhörsaal ohne Mikro ins Auditorium
nuscheln zu können.
Nochmal: es gibt natürlich auch andere, aber alleine der
Titel? Absolut kein Kriterium.


Klemens
Dennis Grevenstein
2020-07-20 21:07:33 UTC
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Post by K. Krause
Ähem, ich will wirklich nicht generalisieren, aber alleine
der von Dir erwähnte Titel sagt meiner langjährigen persön-
lichen Erfahrung nach lediglich etwas über die Höhe des
Gehaltes aus. Da gibt es sone und solche, auch welche die
keinen klaren Satz konsistent formulieren können, und die
meinen im 300-Sitzplatzhörsaal ohne Mikro ins Auditorium
nuscheln zu können.
Nochmal: es gibt natürlich auch andere, aber alleine der
Titel? Absolut kein Kriterium.
Unterstütze ich...
Meiner Erfahrung nach ist das Zeug was bei den print-on-demand
Verlagen erscheint oft eher Quatsch. Ich kenn das, dass die
mehr automatisiert alle anschreiben, die mal ein Studium fertig
gebracht und eine Abschlussarbeit in einer Bibliothek abgeliefert
haben. Dann wird gnadenlos alles mögliche veröffentlicht, meist
ohne große redaktionelle Kontrolle. Oft auch Zeug, was man
wissenschaftlich gesehen durch kein peer review durchbekommen
würde. Schlimm ist dabei nicht nur die mangelnde Qualität, sondern
das da quasi suggeriert wird, es handle sich wirklich um ein
ordentliches Buch, dabei wird da viel Zeug veröffentlicht, das
ursprünglich nur für den/die Gutachter geschrieben wurde und gar
nicht für ein echtes Publikum.
Und wenn das stimmt mit dem "Ex-Professor" (ich kenne den Mann
nicht...) frage ich mich, wie der da die Zeit für hat. Ich kenne
keinen "Ex-Professor", der sich die Mühe macht an was zu schreiben,
das man dann im Selbstverlag entsorgen muss.

Das kann natürlich trotzdem interessant sein im Einzelfall.

gruss,
Dennis
--
"I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the
shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser
gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain."
Nils M Holm
2020-07-18 18:56:01 UTC
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Bei "Books on Demand" bin ich eher etwa zurueckhaltend da dort
alles moegliche ohne redaktionelle Bearbeitung auf dem Markt ist.
[Habe mal Deine Umlaute transkribiert wg. falscher locale bei
mir. Sorry!]

Was meinst Du, was bei grossen Verlagen so alles ohne Lektorat
auf dem Markt ist, gerade im Fachbuchbereich? Die Verlage
verlangen Manuskripte camera-ready und Lektorat, Korrektur, Layout
und Satz macht der Autor. Entsprechend sieht das Ergebnis dann
oft aus. An der Uni habe ich Buecher mit Schreibmaschinensatz
und linksbuendigem Programmtext (Pascal, spaeter C++) gesehen,
noch in den 90'ern. Inhaltlich voller Fluechtigkeitsfehler, sowohl
fachlich als auch orthografisch, aber veroeffentlicht bei sehr
renomierten Verlagen.
Koennen aber auch super Buecher sein.
90% of everything is crap. (Sturgeon's Law)
--
Nils M Holm < n m h @ t 3 x . o r g > www.t3x.org
K. Krause
2020-07-20 14:58:45 UTC
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Es kommt halt drauf an, was Du erwartest. Beim Suchen nach dem
Stichwort "Haromat" bin ich mal auf eine Seite aus diesem Buch
gestossen.
Der Mann ist/war wohl Bauingenieur oder was in der Art, und beschreibt
diese Computer als reiner Anwender, wie auch bereits der Titel sagt.
Auf der Seite, die ich runtergeladen habe ist ein schwarzweissfoto,
das ganz ordentliche Qualität hat, also wohl ein Scan eines echten
Fotos und nicht der eines gerasterten Druckfotos ist. (Kann aber
natürlich das Einzige in dem ganzen Buch sein).

Klemens



On 18.07.20 15:14, Martin Hepperle wrote:
...
Post by Martin Hepperle
kennt jemand die beiden Bücher von Hermann Flessner?
Bei "Books on Demand" bin ich eher etwa zurückhaltend da dort alles mögliche ohne redaktionelle Bearbeitung auf dem Markt ist.
Können aber auch super Bücher sein.
"Erste Arbeiten mit Zuse-Computern"
Band 1 - Rechnen, planen und konstruieren
200 Seiten ISBN-13: 9783741235931
K. Krause
2020-07-21 12:29:37 UTC
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Das zweite Buch ist Flessners Dissertation von 1966. Da mit der
Dissertation eine Veröffentlichungspflicht besteht, sollte dieses
Buch an jeder Uni-Bibliothek vorhanden und ausleihbar sein.

An der Uni-Bib in Stuttgart ist es im Bestand.

Klemens
Post by Martin Hepperle
Hallo,
kennt jemand die beiden Bücher von Hermann Flessner?
...
Post by Martin Hepperle
Band 2 - Biegefestigkeit bewehrter Betonträger
296 Seiten ISBN-13: 9783741225574
...
Martin Hepperle
2020-07-21 12:45:27 UTC
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Post by K. Krause
Das zweite Buch ist Flessners Dissertation von 1966. Da mit der
Dissertation eine Veröffentlichungspflicht besteht, sollte dieses
Buch an jeder Uni-Bibliothek vorhanden und ausleihbar sein.
An der Uni-Bib in Stuttgart ist es im Bestand.
Klemens
Post by Martin Hepperle
Hallo,
kennt jemand die beiden Bücher von Hermann Flessner?
...
Post by Martin Hepperle
Band 2 - Biegefestigkeit bewehrter Betonträger
296 Seiten ISBN-13: 9783741225574
...
Klemens,

danke - mal eine konstruktive Antwort. Ich werde mal schauen ob ich die Bücher nicht erstmal über Fernleihe ansehen kann.
Ja, Promotionen werden so schnell zu kaufbaren "Büchern" (ich habe bei meiner "damals"(TM) den Druck noch selbst bezahlt und habe Exemplare an Kollegen verteilt, aber das war eben "damals"(TM)).

Martin
Dennis Grevenstein
2020-07-21 12:58:11 UTC
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Post by Martin Hepperle
danke - mal eine konstruktive Antwort. Ich werde mal schauen ob ich die Bücher nicht erstmal über Fernleihe ansehen kann.
Ja, Promotionen werden so schnell zu kaufbaren "Büchern" (ich habe bei meiner "damals"(TM) den Druck noch selbst bezahlt und habe Exemplare an Kollegen verteilt, aber das war eben "damals"(TM)).
Heute noch. Die Prüfungsordnungen sehen normalerweise eine Veröffentlichungs-
pflicht vor. Nur kann man sich heute Geld sparen durch eine elektronische
Veröffentlichung. Wer nicht elektronisch veröffentlichen will oder kann,
muss dann doch wieder eine Menge von XY Exemplaren drucken und bei der
Unibib abgeben. Diese Exemplare werden dann an andere Bibliotheken
weiterverteilt.

gruss,
Dennis
--
"I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the
shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser
gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain."
K. Krause
2020-07-21 13:33:48 UTC
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Früher mussten, meine ich 200 Exemplare einer Diss gedruckt werden. Eine
Zahl N musste an die Uni-Bib abgeliefert werden, die diese dann an die
anderen Uni-Bibs weiterverteilt wurden. In den analogen Antiquariaten
fanden sich dann die restlichen Exemplare, wenn der Herr Doktor das
irdische Jammertal verlassen hatte, und die Witwe die unsterblichen
Überreste entsorgt hatte.
Ein sparsamer Kollege fand damals auch heraus, dass man die Pflicht-
exemplare der Diss auch als Micro-Fiche abgeben durfte.

Für öffentliches Stirnrunzeln sorgte anfsnd der 1990er Jahre Achim
Schwarze mit seinem Buch: "Dünnbrettbohrer in Bonn", der sich die
Dissertationen der damaligen Spitzenpolitiker angeschaut hat, und
zwar nicht mit irgendwelcher Plagiatssoftware, sondern tatsächlich
inhaltlich. Daraufhin verschwanden die Dissertationen von Dr. Helmut
Kohl über Nacht aus den ausleihbaren Universitätsbeständen.

Mit den Diplom- und Studienarbeiten ist das eine andere Sache: Das
sind Prüfungsleistungen, die nicht öffentlich sind, und die nach einer
bestimmten Frist an den Unis vernichtet werden müssen.
Natürlich bleibt es dem Kandidaten überlassen, eigene Exemplare zu
besitzen und zu veröffentlichen, oder es der Uni-Bib zu gestatten,
diese in ihren Bestand zu übernehmen. Allerdings ersaufen die Bibs
in derartigem Kram, der ja sicher auch nicht immer die erste Sahne ist,
und nehmen dann das Vernichtungsgebot zum Vorwand die Dinge nach 10
Jahren zu entsorgen.

Klemens
Post by Dennis Grevenstein
Post by Martin Hepperle
danke - mal eine konstruktive Antwort. Ich werde mal schauen ob ich die Bücher nicht erstmal über Fernleihe ansehen kann.
Ja, Promotionen werden so schnell zu kaufbaren "Büchern" (ich habe bei meiner "damals"(TM) den Druck noch selbst bezahlt und habe Exemplare an Kollegen verteilt, aber das war eben "damals"(TM)).
Heute noch. Die Prüfungsordnungen sehen normalerweise eine Veröffentlichungs-
pflicht vor. Nur kann man sich heute Geld sparen durch eine elektronische
Veröffentlichung. Wer nicht elektronisch veröffentlichen will oder kann,
muss dann doch wieder eine Menge von XY Exemplaren drucken und bei der
Unibib abgeben. Diese Exemplare werden dann an andere Bibliotheken
weiterverteilt.
gruss,
Dennis
Martin Hepperle
2020-07-21 18:56:12 UTC
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Am Dienstag, 21. Juli 2020 15:40:02 UTC+2 schrieb K. Krause:
[...]
Post by K. Krause
Natürlich bleibt es dem Kandidaten überlassen, eigene Exemplare zu
besitzen
[...]

Neulich war ich tatsächlich froh, dass ich noch ein mit Schreibmaschine geschriebenes Exemplar meiner Studienarbeit hatte, da konnte ich einem Commodore Sammler zeigen ,was ich damals so mit einem Commodore zur Messwerterfassung am Institut für Aero- und Gasdynamik gemacht habe. Er hatte nämlich von just dort von 20 Jahren einen alten Commodore 8032 Rechner bekommen... auf Fingerabdrücke hat er ihn aber nun nicht untersuchen lassen, aber manchmal schließen sich so die Kreise wieder.

Meine Diplomarbeit hatte ich dann schon auf dem Cyber Großrechner eingetippt und dann mit einem Textverarbeitungssystem auf einer PDP (11?) auf einem DEC Nadeldrucker ausgedruckt.
Das besondere daran war, dass das Programm auch schon Formeln schreiben konnte (das war ~1982, vor TeX). Leider weiß ich nicht mehr, wie das Textverarbeitungsprogramm hieß. Das war in Stuttgart am RUS und der Ausdruck erfolgte im IWZ in einem Terminalraum im 3. Stock in dem wohl die PDP (oder VAX?) mit Peripherie stand. War schon kompliziert, alles auf dem Rechner zu schreiben, dann auf die PDP zu transferieren und dann mit so komischen Befehlen wie PIP zu hantieren ;-)

Martin
Martin Hepperle
2020-07-21 19:01:21 UTC
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.. habe inzwischen auch in Wikipedia etwas gefunden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Flessner

Der Herr Flessner scheint tatsächlich damals schon hands-on mit Zuse Rechnern gearbeitet zu haben, von daher ist erste Buch das vielleicht eher ein Teil seiner Lebensgeschichte.

Martin
K. Krause
2020-07-22 07:25:04 UTC
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Post by Martin Hepperle
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Flessner
Der Herr Flessner scheint tatsächlich damals schon hands-on
mit Zuse Rechnern gearbeitet zu haben, von daher ist erste Buch
das vielleicht eher ein Teil seiner Lebensgeschichte.
Die Z22s waren an den Unis sehr beliebt. Auch Stuttgart hatte so eine
Maschine, die allerdings nicht von der Uni selbst beschafft worden war,
sondern vom Verein der Freunde und Förderer der Universität.
Das Arbeiten an diesen Maschinen entsprach ja dem der frühen Mini-
computer und Personalcomputer: Man sitzt direkt an der Maschine ohne
Operateure und Rechenzentrum dazwischen.
Als die Dinger für die Unis veraltet waren, wanderten sie oft an die
Fachhochschulen weiter. Der ER 56 der Uni Stuttgart landete dann an
der FH KL.

Klemens
Hermann Riemann
2020-07-22 08:53:49 UTC
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Post by K. Krause
Die Z22s waren an den Unis sehr beliebt. Auch Stuttgart hatte so eine
Maschine, die allerdings nicht von der Uni selbst beschafft worden war,
Mir wurde von jemanden gesagt,
dass man bei Zuse anhand der Geräusche von Relais hören konnte,
wo er gerade im Programm rechnete.
Post by K. Krause
sondern vom Verein der Freunde und Förderer der Universität.
Das Arbeiten an diesen Maschinen entsprach ja dem  der frühen Mini-
computer und Personalcomputer: Man sitzt direkt an der Maschine ohne
Operateure und Rechenzentrum dazwischen.
Das kenne ich von einer Siemens 2002.
Gefordert waren fehlerfreie Algol60 Programme auf Lochstreifen.
Ausgabe auf einfachen Lochstreifen Nadeldrucker.

Hermann
der da mal "Grenzen des Wachstums" "spielte".
--
http://www.hermann-riemann.de
K. Krause
2020-07-22 11:46:36 UTC
Antworten
Permalink
...
Post by Hermann Riemann
Mir wurde von jemanden gesagt,
dass man bei Zuse anhand der Geräusche von Relais hören konnte,
wo er gerade im Programm rechnete.
Das dürfte sich auf die Relaisrechner Z5 und Z11 beziehen.
Ist aber auch bei späteren Maschinen noch möglich. Wenn ich ein
Radio neben den PDP-8 stelle, kann ich hören, in welchem Pass der
Assembler oder Compiler sich gerade befindet, und ob er fertig ist
und wieder in der Idle-Loop des Betriebssystems gelandet ist.

Man hat das weiterentwickelt und ich kann Musikstücke nach Noten
bis zu 4 Stimmen spielen. Gab es auf vielen Rechnern damals. Die
z22 konnte, als sie noch lief, das Badener Lied tuten.

...
Post by Hermann Riemann
Das kenne ich von einer Siemens 2002.
Gefordert waren fehlerfreie Algol60 Programme auf Lochstreifen.
Ausgabe auf einfachen Lochstreifen Nadeldrucker.
Ich habe inzwischen die Diss von Flessner hier. Seitenweise handge-
schriebene Formeln, ein paar Grafiken und Computerausdrucke. Sowohl
Rechenergebnisse, als auch Algol-Programme.
Er schreibt, dass er die Programme auf einer Z22R, einer Z23, einer
CDC 1604A und auf einer Electrologica X 1 getestet hat.


Klemens

Michael Kraemer @ home
2020-07-21 19:09:26 UTC
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Post by K. Krause
Früher mussten, meine ich 200 Exemplare einer Diss gedruckt werden. Eine
Zahl N musste an die Uni-Bib abgeliefert werden,
Oder ordentlich publizieren und 5 (oder so) Pflichtexemplare.
Michael Kreienberg
2020-07-21 21:13:45 UTC
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Hallo,
Post by K. Krause
Für öffentliches Stirnrunzeln sorgte anfsnd der 1990er Jahre Achim
Schwarze mit seinem Buch: "Dünnbrettbohrer in Bonn", der sich die
Dissertationen der damaligen Spitzenpolitiker angeschaut hat, und
zwar nicht mit irgendwelcher Plagiatssoftware, sondern tatsächlich
inhaltlich. Daraufhin verschwanden die Dissertationen von Dr. Helmut
Kohl über Nacht aus den ausleihbaren Universitätsbeständen.
diese Story mit Helmut Kohl und seiner gesperrten Dissertation beruht
auf einem Scherz, siehe hier:
https://www.cicero.de/innenpolitik/dr-bundestag/36782. Tatsächlich weist
der Hessische Verbundkatalog Hebis die Hoschschulschrift "Kohl, H.: Die
politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien
nach 1945. Heidelberg, Phil. F., Diss., 1958" 16 Mal in deutschen
Bibliotheken nach, u. a. ist die Stadtbibliothek Mainz dabei.

Wer mochte, konnte sich schon immer die Dissertation über die
wissenschaftliche Fernleihe bestellen.

Viele Grüße
Michael Kreienberg
Dennis Grevenstein
2020-07-22 02:18:41 UTC
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Post by K. Krause
Früher mussten, meine ich 200 Exemplare einer Diss gedruckt werden. Eine
Zahl N musste an die Uni-Bib abgeliefert werden, die diese dann an die
anderen Uni-Bibs weiterverteilt wurden. In den analogen Antiquariaten
fanden sich dann die restlichen Exemplare, wenn der Herr Doktor das
irdische Jammertal verlassen hatte, und die Witwe die unsterblichen
Überreste entsorgt hatte.
Ein sparsamer Kollege fand damals auch heraus, dass man die Pflicht-
exemplare der Diss auch als Micro-Fiche abgeben durfte.
200 ist dann doch exzessiv.
Post by K. Krause
Für öffentliches Stirnrunzeln sorgte anfsnd der 1990er Jahre Achim
Schwarze mit seinem Buch: "Dünnbrettbohrer in Bonn", der sich die
Dissertationen der damaligen Spitzenpolitiker angeschaut hat, und
zwar nicht mit irgendwelcher Plagiatssoftware, sondern tatsächlich
inhaltlich. Daraufhin verschwanden die Dissertationen von Dr. Helmut
Kohl über Nacht aus den ausleihbaren Universitätsbeständen.
Alles für die Wissenschaft...
Vermutlich sind viele Dissertationen nicht besonders wertvoll.
Ich habe aber den Eindruck, dass dieser öffentliche Ruhm und die
Anerkennung, die mit dem Dr. verbunden ist, nicht mehr ganz das
ist, was es vielleicht zu Zeiten von Kohl noch war.
Post by K. Krause
Mit den Diplom- und Studienarbeiten ist das eine andere Sache: Das
sind Prüfungsleistungen, die nicht öffentlich sind, und die nach einer
bestimmten Frist an den Unis vernichtet werden müssen.
Natürlich bleibt es dem Kandidaten überlassen, eigene Exemplare zu
besitzen und zu veröffentlichen, oder es der Uni-Bib zu gestatten,
diese in ihren Bestand zu übernehmen. Allerdings ersaufen die Bibs
in derartigem Kram, der ja sicher auch nicht immer die erste Sahne ist,
und nehmen dann das Vernichtungsgebot zum Vorwand die Dinge nach 10
Jahren zu entsorgen.
von einem Vernichtungsgebot habe ich hier noch nie was gehört.
Ich kenne das eher so, dass das erst in der Bibliothek landet
und dann nach einigen Jahren vom Präsenzbereich in den Keller wandert.
Aber theoretisch ist das alles noch da. Man kann das anfordern und
die suchen das dann raus. Der Absolvent muss schriftlich erklären
einverstanden zu sein, dass das Zeug in der Bib steht. Wenn nicht,
wandert es direkt in den Keller.
Was sicher nicht öffentlich ist, sind die Gutachten für die Abschluss-
arbeiten.

gruss,
Dennis
--
"I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the
shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser
gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain."
Dennis Grevenstein
2020-07-21 12:51:12 UTC
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Permalink
Post by K. Krause
Das zweite Buch ist Flessners Dissertation von 1966. Da mit der
Dissertation eine Veröffentlichungspflicht besteht, sollte dieses
Buch an jeder Uni-Bibliothek vorhanden und ausleihbar sein.
Dann könnte man mal checken, ob Band 1 zufällig vielleicht die
Diplomarbeit ist. Die sollte dann zumindest an der Heimatuni
irgendwo in einem Keller liegen.

gruss,
Dennis
--
"I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the
shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser
gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain."
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