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SCSI OMTI controller vom PC aus ansteuern?
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Jörg Hoppe
2019-07-09 05:48:24 UTC
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Hallo,

ich bastele gerade an einem ELTEC VMBUS System mit OS9/68K rum.

Das System bootet, und ich will erstmal die HDD imagen.
Die Festplatte ist ein ST506 und hängt an einem OMTI 5200 SCSI
controller. Zur Info siehe die Anzeige im 68K Monitor unten.

Ich kann den OMTI aber nicht vom PC aus ansteuern, habe zwei Adaptec
2940 und einen SYMBIOS SCSI controller probiert (unter Kubuntu).
Kein Controller sieht SCSI ID 0 des OMTI, weder unter Linux noch in den
BIOS Menus der Controller. Ich habe auch schon alle möglichen SCSI
Parameter variiert: termination, speed, negotation, etc.

Die OMTI 5200 doku gibt auch nix her.

Zumindest ein Adaptec 2940 ist in Ordnung, er kann normale SCSI HDDs
prima ansteuern.

Hat einer von Euch diese Aufgabe schon mal gelöst?

viele Grüße,

Jörg

<monitor-log>


ELTEC 68Kbug Version 3.2(3)

Monitor Version for 68020
Bootstrap for UNIX OS/9-68020 PDOS




++++> ?
as,di <start address> assembler,disassembler
bf,bs <start> <end> <pattern> block fill,search
bm <star> <end> <target> block move
br,nb <address> set,delete break point
bt <start> <end> block test
cp,co,cu configure PDOS or OS-9 or UNIX
ce,cd enable,disable cache
dc <val1> val2> <operator> desk calculator
df display registers
du <start> <end> dump memory in S records
fs enable IRQ level 7 from bus
go <address> start program
lo load program in S records
md,mm <address> display,modify memory
os boot OS-9/68000
pa,pd printer attach,detach
po boot PDOS
r modify registers
re,we read,write constants from (to) EEPROM
rt <start> <end> <pattern> memory random test
sc set sysfail
sd,st show date,set date
sf self test
tm transparent mode
to toggle ROR RWD
tr trace mode
un boot UNIX
vs boot VERSADOS

++++> co
Boot from (F)loppy (W)inchester (R)am or (T)ape ? w
Controler ID (0-6) [0=omti] ?
Logical Unit Number (0-3) ?0
Select autoboot (y/n) ?y

++++>


</monitor-log>
Christian Zietz
2019-07-09 06:35:43 UTC
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Post by Jörg Hoppe
Ich kann den OMTI aber nicht vom PC aus ansteuern, habe zwei Adaptec
2940 und einen SYMBIOS SCSI controller probiert (unter Kubuntu).
Kein Controller sieht SCSI ID 0 des OMTI, weder unter Linux noch in den
BIOS Menus der Controller. Ich habe auch schon alle möglichen SCSI
Parameter variiert: termination, speed, negotation, etc.
"Sieht nicht" ist so eine unklare Fehlerbeschreibung. Ich hatte vor
längerer Zeit eine ähnliche Aufgabe erfolgreich gelöst: bei mir hing die
ST506-Platte an einem Adaptec 4000 Controller. Das Problem war dort,
dass der Controller das INQUIRY-Kommando nicht beherrscht, über das der
Host die Bezeichnung und weitere Details über das SCSI-Gerät abfragt.
Damit tauchte auch meine Platte nicht als SCSI-Gerät unter Linux auf.

Das Handbuch des OMTI 5200 sagt, dass auch dieser kein INQUIRY
unterstützt. Da das INQUIRY-Kommando laut (neueren?) SCSI-Standards
verpflichtend unterstützt werden muss, verlässt sich der Host wohl
darauf, hier eine Antwort zu bekommen.

Es ist schon länger her, daher erinnere ich mich an jedes Detail, aber
letztlich konnte ich trotzdem SCSI-Kommandos an das Gerät mit der
passenden ID schicken, wahrscheinlich mit den sg3_utils. Insbesondere
eben auch READ-Kommandos, womit ich die Platte erfolgreich "imagen" konnte.

Grüße
Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
WWW: http://www.chzsoft.de/
PGP/GnuPG-Key-ID: 0x52CB97F66DA025CA / 0x6DA025CA
Jörg Hoppe
2019-07-09 07:49:59 UTC
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Hallo Christian,
Post by Christian Zietz
Post by Jörg Hoppe
Ich kann den OMTI aber nicht vom PC aus ansteuern, habe zwei Adaptec
2940 und einen SYMBIOS SCSI controller probiert (unter Kubuntu).
Kein Controller sieht SCSI ID 0 des OMTI, weder unter Linux noch in den
BIOS Menus der Controller. Ich habe auch schon alle möglichen SCSI
Parameter variiert: termination, speed, negotation, etc.
"Sieht nicht" ist so eine unklare Fehlerbeschreibung.
Naja: "Erscheint beim Bus-Scan nicht in der Liste der gefunden SCSI Knoten."
Post by Christian Zietz
Das Handbuch des OMTI 5200 sagt, dass auch dieser kein INQUIRY
unterstützt. Da das INQUIRY-Kommando laut (neueren?) SCSI-Standards
verpflichtend unterstützt werden muss, verlässt sich der Host wohl
darauf, hier eine Antwort zu bekommen.
Danke, das ist ein grosser Schritt Richtung Lösung.
Post by Christian Zietz
Es ist schon länger her, daher erinnere ich mich an jedes Detail, aber
letztlich konnte ich trotzdem SCSI-Kommandos an das Gerät mit der
passenden ID schicken, wahrscheinlich mit den sg3_utils. Insbesondere
eben auch READ-Kommandos, womit ich die Platte erfolgreich "imagen" konnte.
Hmm, nach kurzem Check sehe ich: die sg_* utlitities sprechen die SCSI
Geräte über einen Linux device node an (wie "/dev/sdb*").
Aber ich habe keinen device node für den OMTI, er meldet sich ja nicht
auf INQUIRE.

Vielleicht kann man einen /dev/sdb* node erzwingen, wenn man in
/sys/class/scsi_host oder /proc/scsi/scsi rumhackt ?
Dann könnte man alle tools der Welt auf den OMTI loslassen.
Ich lese mal
https://www.tldp.org/HOWTO/archived/SCSI-Programming-HOWTO/SCSI-Programming-HOWTO-4.html

viele Grüße,
Jörg
Christian Zietz
2019-07-09 09:59:31 UTC
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Post by Jörg Hoppe
Hmm, nach kurzem Check sehe ich: die sg_* utlitities sprechen die SCSI
Geräte über einen Linux device node an (wie "/dev/sdb*").
Aber ich habe keinen device node für den OMTI, er meldet sich ja nicht
auf INQUIRE.
Ich hätte jetzt eher auf /dev/sgN gebaut: http://sg.danny.cz/sg/device_name.html#mozTocId851254. Ein /dev/sdbXY bekommst Du ja nur, wenn Linux das Gerät als Festplatte erkennt.

Ich weiß nicht mehr, ob ich damals erwingen musste, dass ein generisches Device für die ID angelegt wird oder ob es einfach so ging. Sorry.

Grüße
Christian
Christian Zietz
2019-07-09 15:34:16 UTC
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Post by Christian Zietz
Ich weiß nicht mehr, ob ich damals erwingen musste, dass ein
generisches Device für die ID angelegt wird oder ob es einfach so
ging. Sorry.
PS: Da das noch zu 2.x-Kernel-Zeiten war, mag es durchaus sein, dass ich
dieses hier benutzt habe: <https://llg.cubic.org/tools/scsiadd.html>.
Heute geht's wohl eher über /sys/class/scsi_host:
<http://fibrevillage.com/storage/279-hot-add-remove-rescan-of-scsi-devices-on-linux>.
Ich habe leider die Hardware nicht mehr, um das noch einmal selbst
auszuprobieren.

Grüße
Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
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Christian Corti
2019-07-09 08:03:46 UTC
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Post by Jörg Hoppe
Das System bootet, und ich will erstmal die HDD imagen.
Die Festplatte ist ein ST506 und hängt an einem OMTI 5200 SCSI
controller. Zur Info siehe die Anzeige im 68K Monitor unten.
Ich kann den OMTI aber nicht vom PC aus ansteuern, habe zwei Adaptec
2940 und einen SYMBIOS SCSI controller probiert (unter Kubuntu).
Ja, das liegt daran, daß die OMTI 5x00 eigentlich nur SASI sprechen. Ich
hatte vor ein paar Jahren dasselbe Problem. Ich habe hier irgendwo ein
ebenfalls ein 68k OS/9-System (EPS 1600) mit einer NEC D5146H.
Schlußendlich habe ich mit einem Mikrocontrollerboard (in meinem Fall
ein LM3S8962 Board) den OMTI direkt angesprochen und die Daten dann
seriell oder über Netzwerk (weiß es nicht mehr) rausgeschickt. Hilfreich
sind dazu die OMTI-Dokumentation und die SASI-Spezifikation.

Christian
Jörg Hoppe
2019-07-09 13:56:52 UTC
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Hallo Kollegen,
Post by Christian Corti
Post by Jörg Hoppe
Das System bootet, und ich will erstmal die HDD imagen.
Die Festplatte ist ein ST506 und hängt an einem OMTI 5200 SCSI
controller. Zur Info siehe die Anzeige im 68K Monitor unten.
Ich kann den OMTI aber nicht vom PC aus ansteuern, habe zwei Adaptec
2940 und einen SYMBIOS SCSI controller probiert (unter Kubuntu).
Ja, das liegt daran, daß die OMTI 5x00 eigentlich nur SASI sprechen. Ich
hatte vor ein paar Jahren dasselbe Problem. Ich habe hier irgendwo ein
ebenfalls ein 68k OS/9-System (EPS 1600) mit einer NEC D5146H.
Schlußendlich habe ich mit einem Mikrocontrollerboard (in meinem Fall
ein LM3S8962 Board) den OMTI direkt angesprochen und die Daten dann
seriell oder über Netzwerk (weiß es nicht mehr) rausgeschickt. Hilfreich
sind dazu die OMTI-Dokumentation und die SASI-Spezifikation.
Umpf. Eine mögliche Lösung wäre vielleicht eine zweite SCSI HDD als
Übertragungsmedium. Hast du das probiert und verworfen?

Also:

- die zusätzliche Platte als zweites SCSI target parallel zum OMTI an
den SCSI bus hängen,
- Unter OS9 die zweite HDD als "/h1" klarmachen
- dann per BACKUP /h0 nach /h1
- die zweite Platte an einen PC und mit "dd" das image absaugen.

Das sollte klappen, oder?

Alternativ mit SCSI2SD:
http://www.codesrc.com/mediawiki/index.php/SCSI2SD
Vorteil: SCSI2SD ist winzig und kann in einer stillen Ecke im VME crate
immer drin bleiben.

Oder mit RaSCSI:
https://www.techrepublic.com/article/using-a-raspberry-pi-zero-scsi-adapter-to-bring-legacy-and-retro-systems-into-the-future/

Ich hab' zwar noch ein WORM drive am SCSI bus. Aber wenn ich das image
nach WORM brenne, kann ich vielleicht /hd0 unter OS9 restaurieren,
trotzdem ist nichts in die moderne Welt gebracht.


viele Grüße,
Jörg
Ralf Kiefer
2019-07-09 15:43:45 UTC
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Post by Jörg Hoppe
- die zusätzliche Platte als zweites SCSI target parallel zum OMTI an
den SCSI bus hängen,
- Unter OS9 die zweite HDD als "/h1" klarmachen
- dann per BACKUP /h0 nach /h1
- die zweite Platte an einen PC und mit "dd" das image absaugen.
Die Kopie auf einer anderen Platte kannst Du auch dateiweise mit dsave
machen. Vorteile: funktioniert auch bei Lesefehlern auf dem
Quellaufwerk, solange dieser in einem unbenutzten Sektor liegt, und Du
kannst als Zielmedium ein Dateisystem mit anderen Parametern (Anzahl der
Sektoren, Allocation size, Cluster size, Sector size) nehmen.
Diese Ersatzlösungen müssen hier 256Bytes pro Sektor unterstützen.

Du kannst ein Syquest SQ555 mit 42MB nehmen. AFAIK kann der
Eltec-SCSI-Treiber von Deinem OS-9 das. Die Laufwerke waren weit
verbreitet, Medien auch. D.h. da solltest Du wenigstens temporär ein
Laufwerk bekommen können.


Ein Problem bleibt immer: die zweite Platte muß mit Bordmitteln
bootfähig gemacht werden. Ich weiß nicht, ob Eltec bei der Lösung mit
dem Omti-Controller noch irgendeinen Voodoo mit drauf packte.

Mit einer SCSI-Platte müßte die E5 "ganz normal" booten, also die Datei
"OS9Boot" aus dem Root-Directory, das mit "os9gen" erzeugt wurde. os9gen
packt einfach mehrere Module hintereinander in eine Datei mit weniger
als 64kB, sorgt dafür, daß diese Datei nicht segmentiert ist und trägt
den Dateibeginn zusätzlich im Sektor 0 des Dateisystems ein.


Gruß, Ralf

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